"Einer der stärksten Triebe, die ich habe, ist es mich ausdrücken zu wollen, mich ausdrücken zu müssen."
Konstantin Alexander Wecker erblickt am 1. Juni 1947 die Lichter von München. Familiär schon musikalisch vorbelastet – Vater und Urgroßvater sind ebenfalls Sänger – beginnt er bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht und lernt zusätzlich mit acht Geige- und mit 14 Gitarrespielen. Von 1955 bis 1960 ist er Mitglied des Rudolf-Lamy-Kinderchors. Schon mit zwölf wird ihm das Leben zu Hause zu eng, er haut ab und träumt von einem Leben als "freier Dichter".
Neben seinem Philosophie- und Psychologiestudium bleibt Wecker Anfang der 70er noch genügend Zeit, die Rock-Soul-Band Zauberberg zu gründen. Er komponiert eigene Lieder und tritt in Künstlerkneipen auf. 1972 beginnt er, ein zweites Standbein als Schauspieler aufzubauen. Tritt Wecker zunächst in Softpornos auf, folgen später anspruchsvollere Rollen wie die des Judas in der Show "Jesus Christ Superstar" oder sein Auftritt in dem Fernsehfilm "Die weiße Rose". 1973 ist Wecker ein kurzzeitiges Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. In diesem Jahr erscheint sein erstes Album: "Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker", das noch nicht sonderlich erfolgreich ist.
1977 verleiht ihm das Mainzer Forum-Theater den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte "Chancon". Sein Album "Genug ist nicht genug" bringt ihm den internationalen Durchbruch. Im folgenden Jahr erscheint neben seiner LP "Eine ganze Menge Leben" sein erstes Buch "Ich will noch eine ganze Menge Leben" mit Texten und Prosa. Er erhält den Deutschen Schallplattenpreis, ein Jahr später den Ernst-Hofrichter-Preis der Stadt München. 1980 siedelt Wecker in die Toskana über, was ihm seine Fans verübeln, und legt eine kurze künstlerische Pause ein. Von 1984 bis 1993 versucht er sein Glück als Kneipenwirt der Musik-Kneipe "Kaffee Giesing" in München.
In seinem Roman-Debüt "Uferlos" im Jahr 1992 bekennt sich der Künstler öffentlich zu seiner Kokainsucht. Ende 1995 kommt der Sänger wegen Kokainbesitzes in Untersuchungshaft. Er wird zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt, bleibt aber auf Kaution auf freiem Fuß. Die Bestätigung des Urteils erfolgt 1998 in einem Berufungsverfahren. Es wird ein Jahr später jedoch wieder aufgehoben, da eine "suchtbedingte Schuldunfähigkeit" nicht auszuschließen ist, was zu einer Neuverhandlung des Falls führt.
Im Jahr 2000 ergeht das Urteil: Wecker bekommt in dritter Instanz eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten und eine Geldstrafe von 100.000 DM. Der Künstler gibt später an, dass die Verhaftung sein Leben gerettet habe. Er hat sowohl im Dudenlexikon (bedeutendster deutscher Liedermacher) als auch im Handbuch der Rauschdrogen (unter dem Stichwort "Crack" als Negativbeispiel) einen Eintrag erhalten.
Konstantin Wecker engagiert sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere auch politisch. Er nimmt 1982 an der Konzertreihe "Künstler für den Frieden" teil. Seine bekannte Ballade "Willy" ist eine Hommage an einen Freund, der bei einer Schlägerei mit Rechtsradikalen ums Leben kam. Der Liedermacher verkörpert das Bild des linken, ehrlichen und provokativen Künstlers, der den Auswirkungen des Kapitalismus skeptisch gegenübersteht. 1995 wird Konstantin Weckers Engagement für die Belange von Minderheiten mit dem Kurt-Tucholsky-Preis gewürdigt.
Anfang 2003 reist er mit der Gesellschaft "Kultur des Friedens" in den Irak, um so ein Zeichen gegen den drohenden Krieg zu setzen und den kulturellen Austausch mit dem stark isolierten Land zu fördern. In seinem zweiten Roman "Der Klang der ungespielten Töne", seiner insgesamt 19. Buchveröffentlichung, erzählt Wecker 2004 die Geschichte eines musikalischen Genies von den ersten Scheicheleien des Ruhmes über Partys und falsche Freunde bis hin zur Nervenheilanstalt. 2005 erscheint das Album "Am Flussufer", mit dem der sprachgewaltige Poet seine Präsenz am Liedermacher-Himmel wortgewaltig bestätigt und mit dem dazugehörigen Live-Album, das kurz darauf erscheint, bekräftigt.