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Konstantin Wecker

"Einer der stärksten Triebe, die ich habe, ist es mich ausdrücken zu wollen, mich ausdrücken zu müssen."

Konstantin Wecker: NPD verhindert Antifa-Konzert
Konstantin Wecker NPD verhindert Antifa-Konzert
Der Landkreis Halberstadt hat ein Konzert des Liedermachers Konstantin Wecker unter dem Motto "Nazis raus aus dieser Stadt" untersagt. Zuvor hatte die NPD indirekt mit Randale gedroht.
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Konstantin Alexander Wecker erblickt am 1. Juni 1947 die Lichter von München. Familiär schon musikalisch vorbelastet – Vater und Urgroßvater sind ebenfalls Sänger – beginnt er bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht.

Zusätzlich lernt er mit acht Geige- und mit 14 Gitarrespielen. Von 1955 bis 1960 ist er Mitglied des Rudolf-Lamy-Kinderchors. Schon mit zwölf wird ihm das Leben zu Hause zu eng, er haut ab und träumt von einem Leben als "freier Dichter".

Neben seinem Philosophie- und Psychologiestudium bleibt Wecker Anfang der 70er noch genügend Zeit, die Rock-Soul-Band Zauberberg zu gründen. Er komponiert eigene Lieder und tritt in Künstlerkneipen auf.

Ab 1972 baut er sich ein zweites Standbein als Schauspieler auf. Tritt Wecker zunächst in Softpornos auf, folgen später anspruchsvollere Rollen wie die des Judas in "Jesus Christ Superstar" oder eine Rolle im Fernsehfilm "Die weiße Rose".

1973 ist Wecker kurzzeitig Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. In diesem Jahr erscheint sein erstes Album: "Die Sadopoetischen Gesänge Des Konstantin Amadeus Wecker", das allerdings noch nicht sonderlich erfolgreich ist.

1977 verleiht ihm das Mainzer Forum-Theater den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte "Chanson". Erst sein Album "Genug Ist Nicht Genug" beschert ihm dann den internationalen Durchbruch. Im folgenden Jahr erscheint neben "Eine Ganze Menge Leben" sein erstes Buch "Ich will noch eine ganze Menge Leben" mit Texten und Prosa.

Wecker erhält den Deutschen Schallplattenpreis, ein Jahr später den Ernst-Hofrichter-Preis der Stadt München. 1980 siedelt er in die Toskana über (was ihm seine Fans verübeln) und legt eine kurze künstlerische Pause ein (das verübeln sie ebenfalls). Von 1984 bis 1993 versucht er sein Glück als Wirt der Musik-Kneipe Kaffee Giesing in München.

In seinem Roman-Debüt "Uferlos" im Jahr 1992 bekennt sich der Künstler öffentlich zu seiner Kokainsucht. Ende 1995 kommt der Sänger wegen Kokainbesitzes in Untersuchungshaft. Er wird zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt, bleibt aber gegen Kaution auf freiem Fuß.

Die Bestätigung des Urteils erfolgt 1998 in einem Berufungsverfahren. Das wird ein Jahr später jedoch wieder aufgehoben, da eine "suchtbedingte Schuldunfähigkeit" nicht auszuschließen sei. Weckers Fall wird neu verhandelt.

Im Jahr 2000 ergeht das Urteil: Wecker bekommt in dritter Instanz eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten und eine Geldstrafe von 100.000 DM aufgebrummt. Später gibt der Künstler an, die Verhaftung habe sein Leben gerettet.

Konstantin Wecker - Wut Und Zärtlichkeit - Live
Konstantin Wecker Wut Und Zärtlichkeit - Live
Auch live bissig und sezierend, bis der allerletzte Pfeil sitzt.
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Konstantin Wecker engagiert sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere stets auch politisch. Er nimmt 1982 an der Konzertreihe "Künstler für den Frieden" teil. Seine bekannte Ballade "Willy" ist eine Hommage an einen Freund, der bei einer Schlägerei mit Rechtsradikalen ums Leben kam.

Der Liedermacher verkörpert das Bild des linken, ehrlichen und provokativen Künstlers, der den Auswirkungen des Kapitalismus skeptisch gegenübersteht. 1995 wird Konstantin Weckers Engagement für die Belange von Minderheiten mit dem Kurt-Tucholsky-Preis gewürdigt.

Anfang 2003 reist er mit der Gesellschaft "Kultur des Friedens" in den Irak, um so ein Zeichen gegen den drohenden Krieg zu setzen und den kulturellen Austausch mit dem stark isolierten Land zu fördern. Das Engagement gegen den (ersten) Irak-Krieg bringt ihn auch nach einem gemeinsamen Konzert anlässlich seines 60. Geburtstages zum zweiten Mal mit Hannes Wader und Reinhard Mey zusammen.

In seinem zweiten Roman "Der Klang der ungespielten Töne", seiner insgesamt bereits 19. Buchveröffentlichung, erzählt Wecker 2004 die Geschichte eines musikalischen Genies von den ersten Schmeicheleien des Ruhmes über Partys und falsche Freunde bis hin zur Nervenheilanstalt.

Mit Wader geht er in der Folge wiederholt auf Tour, auch zwei Live-Alben entstehen bei der Gelegenheit ("Was Für Eine Nacht", 2006; "Kein Ende In Sicht", 2010).

Zeigt der ein oder andere Künstler mit fortschreitendem Alter gelegentlich nachlassende Umtriebigkeit, ist derlei für Wecker kein Thema. Im Gegenteil, die Jahre 2010 bis 2012 sind voller Aktivität. Neben Konzerten absolviert er Gastauftritte in TV-Sendungen und Kinofilmen ("Die Trödelqueen", "Wunderkinder") komponiert Soundtracks ("Salto Vitale", "Dora Heldt: Kein Wort zu Papa") und nimmt eine Vielzahl an Auszeichnungen entgegen. Darunter finden sich der Ehrenpreis "Reif & Bekloppt" des Prix Pantheon sowie die Aufnahme in die Münchener Karl Valentin-Gesellschaft.

Politisch engagiert er sich im Zeichen der Eurokrise mit einem in Athen stattfindenden Solidaritätsauftritt für die griechische Bevölkerung. Ein Zusammentreffen mit Mikis Theodorakis rundet den Besuch ab. Die Kino-Dokumentation "Wader Wecker Vater Land" gibt Einblicke in das lebenslange Schaffen Weckers.

Im Oktober 2012 feiert das Musical "Aufstand - Die Sendlinger Mordweihnacht" Premiere, das acht Kompositionen des Musikers präsentiert. Bis Ende des Jahres touren Wecker und Band mit dem Album "Wut Und Zärtlichkeit" im Gepäck quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Konstantin Wecker inszeniert sich immer wieder neu als künstlerischer Tausendsassa mit wachsamem und kritischem Blick auf das Hier und Heute. Seine musikalische Sprache hat sich dabei längst unverwechselbar vom typischen Fundus eines 'Nur-Liedermachers' abgesetzt. Für ihn stellen Zirkuswalzer, Pop, Rock, klassische Klänge und auch Weltmusik kein fremdes Terrain dar.

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