Porträt

laut.de-Biographie

Zwang

"Das kaputte Umfeld hat sehr großen Einfluss auf meine Musik." Zwangs "kaputtes Umfeld" ist in Steglitz zu verorten - unübersehbar grüßt der Bierpinsel, das Wahrzeichen des Südberliner Stadtteils, vom Cover seines Debüt-Albums. Schreiben als Selbsttherapie? Rap als Methode, um den Kopf frei zu kriegen? Ein weiterer Vertreter der harten Gangart aus der Hauptstadt?

Zwang betritt die Manege des Berliner Hip Hop-Zirkus mit 16 Jahren. Aufgewachsen in Steglitz, gerät er Anfang der 90er in die Fänge der Rap-Musik. Inspiriert von Interpreten wie Nas, Notorious B.I.G. und den Fugees beginnt er, eigene Texte zu verfassen. Seine Herkunft und sein Selbstverständnis als Kind der Großstadt sind dabei stets präsent. Ab etwa 1998 rappt Zwang im Keller zu Ami-Beats vom Plattenteller.

Das kann selbstverständlich keine Dauerlösung sein: Irgendwann muss jeder 'raus und auf die Bühne. Zwang lernt Mik-Star kennen, der ihn mit den ersten selbstproduzierten Beats versorgt. Im Team mit Wire Oner, der später einen Großteil der Produktion seines Album-Debüts übernehmen wird, bestreitet Zwang die ersten Freestyle-Sessions.

Kurz darauf trifft Zwang auf Serk, die Chemie stimmt. Die beiden arbeiten zusammen an Songs und beginnen 2001 in den Night Records Studios mit gemeinsamen Aufnahmen. Ein Jahr später zieht Zwang die Produktion einer eigenen EP in Erwägung; erste Veröffentlichungen erfolgen allerdings in anderem Rahmen. Zwang taucht gleich dreimal auf Serks Debüt "Serkulation" von 2003 auf. Auf dem Maintheme-Labelsampler "Code: Rap" ist er - wieder gemeinsam mit Serk – mit "Von Club Zu Club" dabei.

Spätestens jetzt hat sich Zwang fest in der Maintheme-Posse etabliert. Er tritt auf She-Raws "Beauty And The Beats" (2005) in Erscheinung, absolviert daneben aber auch im Umfeld von King Orgasmus One und Godsilla seine Gastauftritte. Sowohl auf "Orgipörnchen 2" ("Bist Du Auch Ein Berliner") als auch auf "Schmutzige Euros" (zusammen mit Bass Sultan Hengzt in "Hardcore Rap") ist Zwang vertreten. Seine Berlinhymne "Bist Du Auch Ein Berliner" ist darüber hinaus auf "41 Karat", der Compilation zur VIVA-Serie "Unser Block", zu hören.

Neben all dem arbeitet Zwang an seinem Solo-Debüt. "Die Straßen Der Haupstadt" erscheint im November 2005 - bei Maintheme, wo sonst. Klar, dass die komplette Riege der Labelgenossen mit an der Start geht. Neben She-Raw (ausgesprochen soulig in "Wenn...") sind Serk und Versatile mit von der Partie. Daneben leisten Esko, die Youngstaz, DJ Three-D sowie der türkischsprachige Rapper Kades Schützenhilfe.

Zwang lässt sich auf keine der üblichen Schubladen - Battlerapper, Party-MC, Storyteller - reduzieren. Er verbindet die Bilder der Straße mit einer Portion Consciousness. Zwang handelt in "Es Ist Rap" seine Liebe zum Hip Hop ab, die positiven und negativen Aspekte des Musikerdaseins inklusive. Battlestyles gibt es in "Ich Trag Dick Dickst Auf". Der Titeltrack basiert auf der Melodie zu "Die Straßen Von San Francisco". Rap aus Berlin ist Thema Nummer 1. Zwang profiliert sich in diesem Umfeld; frauenfeidliche Tiraden hat er dazu überhaupt nicht nötig.

Alben

  • Maintheme Records

    Homepage des Berliner Labels mit Bild- und Tonmaterial.

    http://www.maintheme.de

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