Porträt

laut.de-Biographie

Virus Syndicate

Reggae? Von Jamaika!
Country? Aus Nashville, Tennessee!
Grime? Aus East London!

Virus Syndicate - The Work Related Illness Aktuelles Album
Virus Syndicate The Work Related Illness
Der Director's Cut des Grime-Monsters.

Mööp! Falsch! Oft genug passen die eingefahrenen Gedankengänge, zuweilen führen sie aber doch meilenweit in die Irre. Im Fall Virus Syndicate dürfte man mit der Antwort "London" an die 200 Meilen daneben liegen: Diese Crew stammt - der Akzent verrät es - aus dem Nordwesten, das Syndikat hat seinen Sitz in Manchester.

Virus Syndicate entwickeln sich aus einem Kollektiv von DJs und MCs, dem sich neben Plasticman und einigen anderen auch Mark One, JSD, Goldfinger und Nika D zugehörig fühlen. DJ und Produzent Mark One (der seinen Namen später in M.R.K. 1 ändert) bewegt sich zunächst in der Drum'n'Bass-Szene, bevor er mehr und mehr in die Strömung hineingerät, der aus Mangel an besseren Alternativen das Etikett "Grime" aufgeklebt wird.

Mark One veröffentlicht im Mai 2004 gemeinsam mit Plasticman und Slaughter Mob auf Rephlex den Sampler "Grime". Sein eigenes Album "One Way" folgt im August. In diesem Zusammenhang ziehen die MCs vom Virus Syndicate erstmals das Augenmerk einer breiteren Öffentlichkeit auf sich. Ebenso wie ihr Produzent kommen Virus Syndicate beim IDM-Label Planet Mu unter. Mark One beschreibt den Output der Truppe als "irgendetwas zwischen Garage, Breakbeat, Dubstep, Techstep, Drum'n'Bass, Breakstep und was einem sonst noch so alles einfällt". Ah, ja. Wir bleiben der Einfachkeit halber bei Grime.

"The Work Related Illness" (Mai 2005) bildet, obwohl fernab von der Basis London entstanden, ein wegweisendes Album für das junge Eintopf-Genre. Mark Ones Produktionen und die irrwitzigen Hochgeschwindigkeits-Flows der Herren an den Mikrofonen könnten typischer nicht sein, die Texte lassen allerdings deutliche Einflüsse aus dem Hip Hop erkennen. Drogen, Gewalt und Sex liefern die Storys für den düsteren Film, der dank einer satten Ladung Wahnsinn und Humor trotzdem nicht deprimierend gerät.

Auf stumpfes Gedisse anderer verzichten Nika D, Goldfinger und JSD; statt dessen fassen sie sich an die eigenen Nasen. Das Coverartwork unterstreicht den comichaften, überzeichneten Charakter. In der Eröffnungsnummer "Slow Down" kontrastiert eine extrem verlangsamte Hookline die rasenden Rap-Salven der drei MCs. Neben Jammer und Ears aus dem Neckle Camp und Fallacy absolviert Trim von den Londoner Grime-Pionieren Roll Deep einen Gastauftritt in "Major List MCs". Nicht wenige Kritiker sehen in "The Work Related Illness" das Grime-Album des Jahres.

Virus Syndicate beschallen zahlreiche Sidewinder-Raves, bestreiten Radio-Shows auf Rinse FM und schwingen sich zu musikalischen Repräsentanten des britischen Nordwestens auf. Für alle, an denen ihr Debüt-Album spurlos vorüberzog (was aufgrund des knappen Promo-Budgets nicht wenige waren), servieren sie im Mai 2006 eine um etliche Tracks erweiterte Neuauflage. Den Appetit hierauf schürt im April die gemeinsame Auskopplung von "Ready To Learn" und "Major List MCs": im zweiten Anlauf ab ins Rampenlicht.

Alben

  • Planet Mu Records

    Homepage des Labels für IDM und andere Späße. Hörproben hier.

    http://www.planet-mu.com

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