Porträt

laut.de-Biographie

Universal Gonzalez

Vielleicht sind es Chansons – vielleicht aber auch nicht. Die Musik von Universal Gonzalez ist jedoch zumindest eines: außergewöhnlich und interessant. Auf dem gleichnamigen Debutalbum geben Universal Gonzalez eine Mischung aus Chansons und Bossa Nova zum Besten – bis auf das Stück "Eu Sou Da Pesada" auf deutsch gesungen.

Herrlich skurril schöne Coverversionen von Serge Gainsbourg und Antonio Carlos Jobim sind darunter, die von Claudia Gonzalez gesungen werden. Die in Deutschland aufgewachsene Gonzalez macht mit ihrer Stimme einen nicht unerheblichen Teil des melancholischen Charmes von Universal Gonzalez aus.

Claudia Gonzalez ist keine Unbekannte im Hamburger Szene-Kosmos. In den 80er Jahren war sie mit Underground-Größen Rocko Schamoni und den Goldenen Zitronen unterwegs. Die Tochter chilenischer Flüchtlinge, selbst in der Hamburger Hafenstraße aktiv, hat zusätzlich einen nicht gänzlich unbekannten Bruder – Rod Gonzalez kennt man von den Ärzten.

Jacques Palminger schreibt die Texte. Es geht um schwule Liebe im Gefängnis, um alternde Nutten, zerstörte Träume und allerhand mehr Alltagsabsurditäten. Selbst war Palminger einstmals bei den Punkheroen Dackelblut am Schlagzeug aktiv. Für die Hammond-Klänge sorgt Reverend CH.D. und Chris Dietermann spielt Gitarre und Bass.

"Chic, theatralisch und mondän", bezeichnet die Zeit die melancholischen Stücke von Universal Gonzalez. Die Spuren der vier Musiker führen in die politisierten Hamburger Pop-Diskurs-Ecke – die Veröffentlichung beim PC-Label Trikont, bei dem auch Rocko Schamoni zuhause ist, ist wohl kein Zufall. Eine Strang der Hamburger Poplinken ist nun also beim selbst erschaffenen Genre des deutschen Chansons angekommen – eine wunderschöne Form der Verweigerung.

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare