Porträt

laut.de-Biographie

Uncut

Fünf Buchstaben und eine Idee. Mehr braucht es erst mal nicht, um eine Band an den Start zu bringen. Im Falle von Uncut aus dem kanadischen Toronto steckt hinter den fünf Lettern die Idee, Technoides und Rockmusik miteinander zu verschmelzen. Die zwei Köpfe, die sich das ausdenken, hören auf die Namen Ian Worang und Jake Fairley.

Uncut - Those Who Were Hung Hang Here Aktuelles Album
Uncut Those Who Were Hung Hang Here
Das nennt man hypnotischen Rhythmus-Sport.

2001 heben die beiden ihr gemeinsames Projekt eher als Jux aus der Taufe. Die Initialzündung kommt, als sie zur Mission Techno-Night in ihrer Heimatstadt auftreten sollen. Fairley ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein stadtbekannter DJ. Mit einer Drum-Machine bewaffnet, stehen sie kurze Zeit später auf der Bühne und geben Iggy Pops "I Wanna Be Your Dog" zum Besten. Und das anscheinend gar nicht einmal so schlecht, obwohl Jake lediglich für diesen Auftritt einen Crashkurs in Sachen Gitarre verpasst bekommt.

Die Wurzeln des Duos liegen tief im Punk. Diesen versuchen sie nach weiteren Proben mit Unterstützung elektronischer Elemente, auf die Bühne zu bringen, was ihnen immer besser gelingt. Jeremy P. Caulfield, Eigentümer von Dumb-Unit Records, gibt ihnen einen Deal und 2002 steht die Debüt-EP "Understanding The New Violence" in den Läden.

Jetzt scheint der Weg für Uncut geebnet, denn der Song lässt aufhorchen. Nach dem Release verabschiedet sich Jake für einige Zeit nach Deutschland, wo er sein Debüt-Album "Crisis" auf dem Label Sender veröffentlicht. Dort sorgt ver zuvor schon mit dem Track "CN Tower" für Furore. Was eigentlich als Stipvisite den Sommer über angedacht war, hat Folgen. Fairley bricht seine Zelte in Kanada ab und siedelt nach Deutschland über, wo er sich in Berlin nieder lässt.

Dieser Schritt schockt Ian im ersten Moment, Uncut scheinen damit gestorben zu sein. Jakes Blick war aber immer in erster Linie auf seine künstlerische Entfaltung als DJ und Soundproduzent gerichtet. So mutet das Auswandern nach Deutschland im Nachhinein als ein logischer Schritt an. Fairleys Ausscheiden tangiert die Männerfreundschaft der beiden indes in keinster Weise.

Nach einer sehr kurzen Phase der Lähmung reißt sich Ian zusammen. Von Freunden bekommt er nämlich eingeflüstert, dass er mit Uncut auf jeden Fall weiter machen muss, da die Anfänge schon so vielversprechend klingen. Gesagt getan. Und so holt sich Worang mit Jon Drew (Schlagzeug), Samuel Goldberg (Gitarre, Gesang)und Derek Tokar (Bass) die benötigte Verstärkung ins Boot. Die Besetzung deutet es an: Hier vollzieht sich eine stilistische Wende.

War der Ursprung von Uncut noch auf ein Zwitterdasein zwischen Elektro und Rock ausgerichtet, tendiert die Band jetzt geradewegs in Richtung analoger Sounds. Dabei lehnen sich die Kanadier ordentlich an alte Heroen der Marke Joy Division und deren Nachfolger New Order an. Dynamische, treibende Rhythmen paaren sich mit einer Gitarren-Arbeit, die meterhohe Wände empor zieht. Ian und Co. nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkiten, um eine dunkle und gleichzeitig faszinierende Melange aus den verschiedensten Spielarten des Indierock zu kredenzen.

Elektrifizierte Einflüsse fallen fast gänzlich weg, tauchen höchstens sporadisch als kleine Farbtupfer im energischen Rock des Quartetts auf. Live sorgen Uncut für erhebliche Begeisterung, so dass der Vertrag mit Paperbag Records nur noch Formsache ist. Dort erscheint im Oktober 2004 das Debüt "Those Who Were Hung Hang Here". Europa muss noch ein Jahr warten, ehe das sehr gelungene Album auch hier erscheint.

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