Porträt

laut.de-Biographie

Turin Brakes

Turin Brakes ist ein seltsamer Name für eine Band, die aus England stammt und mit Italien und FIAT nichts am Hut hat. Wie die Beteiligten auf den Namen kamen, ist in den Dünsten eines alkoholgeschwängerten Wochenendes verpufft, dennoch hat sich das junge Duo schon mit seinem ersten Album "The Optimist LP" (2001) nicht nur im Heimatland England einen guten Ruf erspielt.

Olly Knights und Gale Paridjanian beginnen ihre gemeinsame Karriere 1999 an der Uni in London, wo sie den Soundtrack zu "Knights" zusammenstellen. Aus dem Streifen wird zwar nichts, dafür begeistern sie ein kleines Label für sich, das eine EP mit ihren Liedern herausbringt. Zunächst nur in der näheren Umgebung bekannt, überzeugen sie mit ihren Liveauftritten die englische Musikpresse. Einen Plattenvertrag erhalten sie aber bei Source in Frankreich und veröffentlichen 2001 ihr erstes Album.

Dank Knights warmer, sinnlicher und gleichzeitig etwas rauer Stimme sowie Paridjianians Folk-Gitarre mausert sich "The Optimist LP" zum Überraschungserfolg und verkauft allein in England 200.000 Einheiten. Die Kritiker sind begeistert, Vergleiche mit namhaften Songwritern werden angestellt, sie erhalten das Etikett "Folk Radiohead". Es folgen ausgiebige Tourneen, darunter mit David Gray in England sowie Travis und Sting in Deutschland.

Das Nachfolgealbum "Ether Song" erscheint 2003. Erwartungsvoll mit Lorbeeren überschüttet, ist es aufwändiger produziert und von einer gefestigten Fünf-Mann-Band in Los Angeles eingespielt. Die Mühe lohnt sich: Die Platte erreicht Platz vier in den britischen Charts, die Single "Pain Killer" bringt es auf Position fünf.

Dennoch ist das Führungsduo nicht ganz zufrieden. Es war eine gute Erfahrung, erinnert sich Knights, aber "subtile Dinge werden zu sehr aufgeblasen, wenn zu viele Menschen involviert sind. Wir haben gelernt, dass unsere Musik, wenn sie nicht mehr in einem völlig isolierten Rahmen entsteht, am Ende nach mehr klingt als nach der Summe ihrer Teile".

Für das dritte Studioalbum gehen Turin Brakes einen Zwischenweg. Sie richten sich in einem Londoner Keller ein Aufnahmestudio ein, stopfen es mit einem Sammelsurium an Instrumenten voll und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Das selbst geschriebene, eingespielte und produzierte "JackInABox" erscheint 2005, ohne jedoch den kommerziellen Erfolg des Vorgängers zu wiederholen.

Auf "Dark On Fire" (2007) orientieren sie sich neu. Zum ersten Mal gehen sie mit ihrer Liveband ins Studio, schlagen ungewohnt rockige Töne an und toben sich mit Elektrogitarren aus. Auch diesmal wird kaum mehr als ein Achtungserfolg daraus, weshalb Knights und Paridjanian auf "Outbursts" (2010) wieder folkige Töne anschlagen.

2011 feiern sie das zehnte Jubiläums ihres Debütalbums "The Optimist LP" mit einer Tour, auf der sie das gesamte Werk darbieten. 2012 veröffentlicht Olly Knights ein Soloalbum mit dem Titel "If Not Now When" auf dem bandeigenen Label The Complete Atomic, 2013 folgt Turin Brakes' sechstes Studioalbum "We Were Here".

Auch diesmal legt sich die Band ein neues Soundgewand zu. "Jeder von uns hat seine eigenen Einfüsse mitgebracht, von Jazz über Hip Hop und Ambient bis hin zu Pink Floyd." Zwar sind Folk-Elemente vorhanden, doch das Album klingt rockiger als die meisten ihrer Werke davor.

Interviews

Alben

Turin Brakes - JackInABox: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2005 JackInABox

Kritik von Giuliano Benassi

Das britische Duo kann nach wie vor Großes erreichen. (0 Kommentare)

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