Porträt

laut.de-Biographie

The October

Eine nach der anderen, eine lange Mähne glänzender als die andere, ein Blick sticht den nächsten in Sexiness gnadenlos aus: Die MySpace-Präsenz von The October vereint ein Heer von schönen Frauen, die sich per Kommentar dort verewigen. Was zieht sie nur zu den vier Herren?

Die möchten ja tatsächlich ein Refugium, ein Fluchtraum sein: für die Sinne, die von der Überpräsenz der Medien für Musik desensibilisiert wurden. Ein hehres und wohlklingendes Anliegen eint die US-amerikanische Gruppe da. Sänger Dustin Burnett und Drummer Aaron Spraggs führt das Bedürfnis Musik zu machen bereits früher zusammen. Beide stammen aus Kleinstädten im Bundesstaat Kentucky. Eher für karohemdlastige Kernigkeiten wie Whisky und Country bekannt, ist es vermutlich ihre Heimat, die sie antreibt, musikalisch über den Ozean zu steuern: Richtung Britpop.

Groß und prächtig sollen sie sein, die Gitarren und Gesänge, tanzbar die Drums und Bässe. So sollen die Konzerte auch "britischen Tanz-Partys" ähneln, so sagt es der Promotext. Was sich der gemeine US-Amerikaner darunter vorstellt, kann dann auf einem ihrer Gigs, auf deren Quanti- und Qualität die Band gleichermaßen Wert legt, selbst eruiert werden.

Angereichert wird dieser kontinentale Crossover mit dem Besten aus den Achtzigern – namentlich New Wave. So verewigen sich The October auch große Vorbilder in der Bandbiographie: Sowohl Oasis und Echo And The Bunnymen, als auch die - Ausrufezeichen – alten U2, The Cure und New Order. Dabei betonen sie stets, dass sie dennoch leidenschaftlich ihr eigenes, 2000er-Ding machen. 2004 ist dies dann zum ersten Mal in Langform zu hören, allerdings nicht in Deutschland.

Mittlerweile erweitert um Gitarrist Ryan Cain und Bassist Michael Lloyd, ebenfalls Kleinstädter mit dem Hang zu großen Melodien, veröffentlichen The October "Push Me Off the Side of the Earth". Mit ihrem zweiten Werk "Bye Bye Beautiful" gelangen die Klänge schließlich im Januar 2007 auch nach Österreich, in die Schweiz und nach Deutschland. Endlich hat die Band ein Label gefunden, das gleich beide Longplayer, das Debüt und seinen pressfrischen Nachfolger gleichzeitig dem deutschen Hörer zu Gute kommen lässt. Wieder errichten The October bedeutungsvolle Säulen in ihren Songs, um die herum sich Lyrics und Musik ranken: Liebe, Geburt, Leben, Verletzlichkeit, Vertrauen und "Das Ende".

Dass ein solcher Anspruch nur eine besonders atmosphärische Live-Präsentation nach sich ziehen kann, ist ein Gesetz der Glaubwürdigkeit. So dürfen die Musiker bereits ein Häkchen hinter "Sundance Festival bespielen" setzen. Das mittlerweile hoch bekannte Independent-Filmfestival mit seinem Initiator Robert Redford belebt jährlich Utah, ein ebenfalls mitten in der USA, nur westlich (nicht wie Kentucky östlich) gelegener Bundesstaat – ein perfekter Spielplatz für eine Band mit den Ambtionen, aber auch der Herkunft The Octobers. Und vielleicht ist es auch diese Mischung aus bodenständigem Rockercharme und intellektueller Sphärik, welche die jungen Damen ihre Zuneigung so zahlreich virtuell bekunden lassen.

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