Porträt

laut.de-Biographie

The Great Bertholinis

Gerade im Show-Biz ist längst nicht alles so, wie es zunächst scheint. Das gilt sogar für die (vermeintliche) Nationalität mancher Künstler. So entstammen The Great Bertholinis angeblich einem kleinen ungarischen Dorf, und Mitgliedernamen wie János, László oder Gábor lassen eigentlich keine Zweifel aufkommen.

Doch dahinter steckt ein kalkulierter Fake, ähnlich den frankophilen Mannheimern von Mini Moustache. Denn die achtköpfige Formation entstammt dem Frankfurter Musik-Umfeld. Als musikalisches Genre geben die Musiker einen "Mix aus Indie-Rock und osteuropäischer Blasmusik-Polka, mit Hang zur Melancholie" an, und streuen so weiterhin zielbewusst Verwirrung.

Dazu gehört die weitgehend im Dunkeln liegende Biographie. Praktisch wie aus dem Nichts erscheint 2009 der Debüt-Longplayer "Planting A Tree Next To A Book", der sich herkömmlichen Hörgewohnheiten oft entzieht, und bei Kritikern begeistertes Lob hervorruft. Vergleiche mit Kaizers Orchestra, Dresden Dolls oder Tom Waits werden angestellt.

Parallel dazu geben The Great Bertholinis europaweit umjubelte Konzerte. Dazu zählen Auftritte bei den Wiener Ungarn-Tagen, den Salzburger Festspielen und dem Fusion-Festival. Als Kontrast dazu stehen Örtlichkeiten wie kleine Punk- und Rock-Clubs. Einen großen Erfolg feiert die Formation mit dem Gewinn des International Balcony TV Awards als "Best New Act 2009". Das Video dazu entsteht bei einem Auftritt im Hamburger Ableger des Formats.

Gern wird The Great Bertholinis eine schräg-britische Verschrobenheit attestiert. Doch auch aus derartiger Festzurrung befreit sich die Band mit der Anmerkung, sie klänge "ungefähr so unbritisch britisch, als wäre Manchester eine ungarische Provinz, und Bela Lugosi Leadsänger der Monkees". Und bringen damit weiterhin verschmitzt nicht sonderlich erhellendes Zuordnungs-Licht in einen Klangkosmos zwischen Pauken und Trompeten, Klezmer, Rock, Britpop, Zirkus-Beats und Puszta-Seligkeit.

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