Porträt

laut.de-Biographie

The Blues Brothers

"Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen" stellt Elwood fest. "Auf geht's", antwortet Jake. Mit den Einnahmen eines triumphalen Auftritts düsen die Geschwister in die Großstadt, um das Waisenhaus zu retten, in dem sie aufgewachsen sind, verfolgt von einer biblischen Schar an Polizeiautos, die unterwegs auf der Strecke bleiben.

"The Blues Brothers" (1980) ist ein Klassiker der Filmgeschichte. Musikalisch ist er auch relevant, denn er gab einem Genre und einer Reihe an Künstlern Aufwind, die unter Punk und Disco arg zu leiden hatten. Außerdem lancierte es international zwei Komiker, die mit diesem Auftritt den Höhepunkt ihrer Popularität feiern: John Belushi und Dan Aykroyd.

Die Zusammenarbeit beginnt 1976 in der US-Comedy-Show Saturday Night Live. Aykroyd betreibt in Chicago nebenbei eine Bar, in dessen Jukebox viel Rhythm And Blues läuft. Er beginnt, das Drehbuch zum Film zu schreiben. 1978 verpflichten Aykroyd und Belushi eine Schar an Musikern, zu denen neben Saxophonisten Tom Malone und Blue Lou Marini aus der Hausband von Saturday Night Live auch die Genregroßen Steve Cropper (Gitarre) und Duck Dunn (Bass, beide Booker T & The M.G.s) sowie Matt Murphy (Sessiongitarrist vieler bekannter Acts) gehören. Mit schwarzen Anzügen, Sonnenbrillen und Hut bestreiten sie 1978 ihren ersten Auftritt als The Blues Brothers.

Das Projekt sprengt die Grenzen des Fernsehens und verwandelt sich in eine Band aus Fleisch und Blut. 1978 kommt ihr Debüt "Briefcase Full Of Blues" auf den Markt und erreicht Platz eins der US-Charts. Der Film folgt zwei Jahre später. Die recht simple Handlung – zwei schräge Vögel versprechen einer Nonne, auf ehrliche Weise 5000 US$ aufzutreiben, um ein Waisenhaus zu retten, - lebt nicht nur von den Gags, sondern vor allem von der musikalischen Untermalung: Zu den Komödianten gesellen sich Aretha Franklin, Cab Calloway, James Brown, John Lee Hooker und Ray Charles.

Der Erfolg im In- und Ausland ist riesig, so dass sich die Band auf eine triumphale Tour begibt, von der "Made In America" (1980) ein Zeugnis abliefert. Das Märchen endet jedoch tragisch: Im März 1982 setzt sich der seit Jahren schwer süchtige Belushi einen zu starken Schuss und stirbt in einem Luxushotel in Los Angeles an einer Überdosis Heroin und Kokain.

Die Band überlebt den Schlag, wenn auch mit ständig wechselnden Besetzungen und Sängern. Ende des Jahrtausends finden die meisten Originalmitglieder inklusive Aykroyd wieder zusammen, um die Fortsetzung "Blues Brothers 2000" zu drehen. Trotz des Partypotentials der gelegentlichen Auftritte ist jedoch klar: Ohne Belushi hören sich "Soul Man","Gimme Some Lovin'" oder "Everybody Needs Somebody To Love" lange nicht so mitreißend an.

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