Porträt

laut.de-Biographie

The Airborne Toxic Event

Die Geschichte von Airborne Toxic Event beginnt mit den Leiden des jungen Mikel Jollet. Das Schicksal spielt dem angehenden Schriftsteller innerhalb einer Märzwoche im Jahr 2006 gleich drei mal ganz übel mit. Innerhalb von sieben Tagen wird bei Jollets Mutter Krebs diagnostiziert, verlässt ihn seine langjährige Freundin und erfährt er bei einer Routineuntersuchung, dass er an einer seltenen Autoimmunkrankheit leidet, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist.

Durch einen gesunden Lebensstil kann man den Symptomen der Krankheit jedoch vorbeugen. Ärzte empfehlen in der Regel viel Schlaf, Obst und Gemüse sowie eine stressfreie Umgebung. Das allerletzte, was sie ihren Patienten dagegen raten, ist die Gründung einer Rockband. Ein straffer Tourplan und schlaflose Nächte sind einem entspannungsbedürftigen Organismus nicht eben zuträglich.

Aber Jollet hat nichts mehr zu verlieren: "I was like, 'FUCKING SHIT!!' This all happened in a matter of days! I just didn't care anymore. I thought, maybe I'll pay my rent, maybe I won’t, but what I am going to do is start a fucking rock band." Also vereint er sich im kalifornischen Los Feliz mit Steven Chen (Gitarre und Keyboard), Noah Harmon (Bass), Daren Taylor (Drums) und Anna Bulbrook (Violine und Keyboard) zu The Airborne Toxic Event.

Das gleichnamige Kapitel aus John DeLillos Roman "White Noise" inspiriert ihn zu dem Bandnamen und könnte passender nicht gewählt sein. Werden die Protagonisten im Buch doch auch aus heiterem Himmel durch einen Chemieunfall aus ihrem Alltagstrott gerissen und gezwungen, sich ihrer Sterblichkeit bewusst zu werden.

TATE setzen die biografische Disposition ihres Frontmanns musikalisch kongenial um, indem sie beide Extreme aus Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt in ihr Stimmungsbarometer integrieren.

Gerade mal einen Monat nach der ersten Probe folgt die Konzertpremiere im benachbarten Los Angeles. 2008 werden sie von der internationalen Musikpresse über den grünen Klee gelobt und vom Rolling Stone zu einer der 25 Top Bands auf MySpace gekürt. 2009 zahlen The Airborne Toxic Event ihre Plantage an Vorschußlorbeeren schließlich mit einem furiosen Debütalbum auf Heller und Pfennig zurück.

Ähnlich wie Arcade Fire bringt das Quintett das Kunststück fertig, überschäumende Euphorie mit dunkler Melancholie zu einer unwiderstehlichen Melange zu fusionieren. Dieses orchestrale Elexier aus Akkordfolgen, Streichern, griffigen Melodiebögen und mitreißender Gesangsoperformance gießen sie in edelste Indierock Songjuwelen, die unerwartet direkt in die Tanzbeine fahren.
TATE agieren dabei vergleichbar temperamentvoll wie Modest Mouse, denen ob fiebriger Hyperaktivität auch gerne mal die Pferde durchgehen.

Von seinen einschneidenden Erfahrungen geprägt, zeigt Mikel Jollet eine selten nüchterne Einstellung zum Rockbusiness. Statt dem obligatorischen Triumvirat aus Ruhm, Koks und Groupies ist der Sänger vor allem um die Gesundheit seiner Bandkollegen bemüht. "Ich hoffe, dass niemand krank wird. Ich hoffe, dass sich niemand eine abscheuliche Krankheit einfängt. Ich hoffe, dass niemand einen Autounfall hat. Wenn jemand in eine Bar geht, hoffe ich, dass er heil nach Hause kommt. Ich bin nur darum besorgt, alle beisammen zu halten."

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The Airborne Toxic Event - All At Once: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2011 All At Once

Kritik von Erich Renz

Die Kalifornier konservieren das Erbe von Springsteen. (0 Kommentare)

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