Porträt

laut.de-Biographie

Thao Nguyen

Die Musik der gebürtigen Vietnamesin lässt schnell den Schluss zu, sie sei ein Hippie-Kind. Country-Einflüsse, schräge Stimme und irgendwo dazwischen schwingt auch immer dieses Kollektiv-Gefühl mit. Aber weit gefehlt.

Thao Ngyuen wächst im beschaulichen Falls Church, Virginia auf und verbringt dort die meiste Zeit in Mutters Waschsalon. Ihr Vater verabschiedet sich von der Familie als Thao zwölf Jahre ist.

Da sie in der vornehmlich weißen Nachbarschaft nur schwer Anschluss findet, flüchtet sie sich in die Welt des Fernsehens und bringt sich das Gitarrespielen bei. Dabei fühlt sie sich besonders dem perkussiven Gitarrenstil der Bluegrass- und Country-Musik zugetan.

Auf dem William and Mary College in Williamsburg, Virginia schreibt sich Thao für Soziologie und Women's Studies (Teil der Gender Studies) ein und lernt auf dem Campus den Schlagzeuger Willie Thompson kennen. Dieser hat bereits in einigen Bands gespielt, während sich hauptsächlich allein beschäftigt und bereits eine Solo-EP aufgenommen hat.

Trotzdem lässt sich der bekennende Kontroll-Freak überreden, mit Willie zukünftig als Duo Konzerte zu geben. Bald darauf entsteht eine komplette Band: Adam Thompson am Bass und Frank Stewart an der Gitarre stoßen hinzu. Letzterer produziert im Jahr 2005 das Debüt "Like The Linen" der Band namens "Thao Ngyuen And The Get Down Stay Down.

Thao schickt die Platte an Slim Moon vom legendären Kill Rock Stars-Label (u.a. Bikini Kill und Deerhoof). Moon hört sich das Demo tatsächlich an, ist begeistert und verschafft Thao einen kleinen Auftritt auf der Kill Rock Stars Compilation "The Sound The Hare Heard".

Danach geht es Schlag auf Schlag. Thao tourt solo mit Laura Veirs durch Europa, während Slim Moon mit Tucker Martine (der zuvor Größen wie die Decemberists, Mudhoney oder Sufjan Stevens produziert) die Vorbereitungen trifft, um das zweite Album mit dem sperrigen Namen "We Brave Bee Stings And All" aufzunehmen.

Die Platte erscheint im Februar 2008. Thao verknüpft charmant hre Einflüsse von Country mit neuen Formen der amerikanischen Folk-Weirdness. Entsprechend spielt sie ihre Gitarre schon mal mit der Zahnbürste. Vergleiche mit Bright Eyes und Konsorten fallen deshalb nicht nur einmal in den Lobeshymnen auf ihr zweites Album.

Auch das Thema Frontfrau findet in der Presse große Beachtung. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die inzwischen nach San Francisco übergesiedelte Dame auch in ihren Texten sehr geschlechtspolitisch verhält.

Trotz Songs über die Abartigkeit von Wet T-Shirts-Contests lässt sie sich darauf aber nicht festnageln und vermeidet eine zu starke politische Meinung. "Daran hängt eine große Verantwortung, an der ich kein Interesse habe", lautet die klare Antwort.

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