Porträt

laut.de-Biographie

Terence Trent D'Arby

Raten mit LAUT: ist der Vater in den USA Reverend und ehemaliger Gitarrenspieler und die Mutter Gospelsängerin, was kommt dann zu 99% auf den Sohn zu? Natürlich, der Kirchenchor. Weltliche Musik sollte allerdings nicht an des Jungens Ohren dringen, so dass Terence die Stones und Marvin Gaye heimlich übers geliehene Transistorradio hören musste. Schlagzeug lernen durfte er allerdings schon mit 6 Jahren, also 1968.

Die D'Arbys wohnen nicht lange in Manhattan und schleppen ihren kleinen Musikus nach Florida, New Jersey und Chicago, wo er u.a. eine Schule für Höherbegabte besucht. Auf Druck der Eltern geht Terence später aufs College und studiert Journalismus, bis er Anfang der Achtziger zur Army nach Deutschland kommt. Wie es der Zufall (?) will, wird er ins legendäre hessische Regiment abkommandiert, in dem schon Elvis Presley 1958 in seinen Schlafsack kroch.

Erst nach 18 Monaten verlässt er die strenge Ausbildung und hat außer Regeln des Gehorsams auch Erfahrungen in der neunköpfigen Soul- und Funkband The Touch gesammelt. 1986 sattelt er nach London um, nachdem Columbia Records an seinen Demotapes Interesse zeigt und 1987 passiert es: "Introducing The Hardline According To T.T.D'Arby". Ein Album wie ein Steinschlag. Die Soulszene erzittert. Acht Millionen verkaufte Exemplare weltweit, davon allein zwei in England. New Prince of Pop. Auch der Künstler selbst ist beeindruckt: "Mein Album ist besser als das 'Sgt. Pepper'-Album der Beatles".

Nicht zuletzt dank der Singles "Sign Your Name", "If You Let Me Stay" und dem Crossover-Hit "Wishing Well" ziert D'Arby als erster Afro-Amerikaner seit Jimi Hendrix eine Rolling Stone-Titelstory mit einem Debutalbum. Das Nachfolge-Werk "Neither Fish Nor Flesh" schneidet 1989 dagegen wenig bahnbrechend ab. Kritiker monieren den lauen Aufguss alter Erfolgsrezepte. Nach einer dreieinhalbjährigen Pause, in der D'Arby ein eigenes Studo in LA einrichtete, erscheint sein drittes Album, das in seiner Stilvielfalt auch beim Publikum wieder besser abschneidet. Vor allem die Hitsingle "Delicate" mit Des'ree dürfte viele Käufer mobilisiert haben.

1995 erscheint das zugleich rockige und soulfunkige Werk "Terence Trent D'Arby's Vibrator". Die satirische Single "Supermodel Sandwich", auf der D'Arby die narzistische Welt der Supermodels aufs Korn nimmt, erscheint folgerichtig auf dem Soundtrack des themenverwandten Modestreifens "Pret-A-Porter" von Robert Altman. Kurios: auf dem TTD-Album ist außerdem ein gewisser Luke Goss, ehemals Bros, als einer der Drummer vermerkt! Da das Album erneut wenig Zuhörer findet, hat Sony die Nase schließlich voll und sagt dem Songwriter leise Servus.

Terence unterschreibt daraufhin bei dem kleinen LA-Label Java, veröffentlicht aber nichts. Ein angeblich aufgenommenes Album "The Solar Return Of TTD" erscheint auch nicht. Dafür nennt sich Terence 1998 plötzlich Sananda Maitreya. Grund dafür ist nicht etwa eine Konvertierung, sondern: "Terence Trent D'Arby ist das Vehikel, durch das Sananda ihr/sein Licht scheinen lässt." (TTD auf dem Java Records Message Board) Der Maitreya Mythos beruht nach einer alten spirituellen Lehre auf einem Weltenlehrer, der eines Tages auf die Erde zurück kehrt, um allen Menschen bei der Rettung globaler Probleme zu helfen. Im selben Jahr sieht man D'Arby außerdem mit INXS als Ersatz für den verstorbenen Michael Hutchence auf einer Bühne in Sydney.

"Wildcard", D'Arbys erstes Album als Sananda wird 2001 ausschließlich im Internet veröffentlicht. Erst nachdem Plattenfirmen wieder Interesse anmelden, gibt es "Wildcard" auch auf Silberling. Allerdings vorerst nur in Deutschland. In Teilen Europas ist D'Arby im November/Dezember 2001 als Vorgruppe der Reggae-Oldies UB40 zu sehen.

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