Porträt

laut.de-Biographie

Sway

Endlich einmal nicht das Londoner East End! Nach den mutig-innovativen musikalischen Großtaten von Dizzee Rascal, Kano und Lady Souvereign wackelt das Monopol des Londoner East End-Viertels in Sachen Anzucht von Grime/UK-Rap-Newcomern. Schuld daran: Sway Dasafo, Geburtsjahr 1982, aufgewachsen in Ghana und den Straßen von Hornsey, North London. Dort, wo man eigentlich den Tottenham Hotspurs zujubelt, wird Sway nicht vom runden Leder sozialisiert, sondern vom schwarzen Vinyl.

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Es weihnachtet sehr: Die 257ers laden zum Wichteln. Kay One und Bushido legen noch etwas Beef auf den Grill. Nur dem Sido, dem stinkts.

Bereits mit elf Jahren sitzt der Londoner mit den afrikanischen Wurzeln vor dem Computer und programmiert Beats. Rappen will er zu dieser Zeit eigentlich gar nicht, aber seinen Freunden gefällt seine Stimme. Na dann. Sway rappt und, welch Wunder, Sway ist ein Naturtalent. Die einsame Zeit am Rechner ist also vorbei, denn der ambitionierte Sway will Bühnen rocken. So nimmt er an zahlreichen Battles in der Stadt teil, gewinnt dort zwar nie den ersten Platz, macht sich aber mit seiner Style-Vielfalt einen Namen.

Er schließt sich mit der Phynix-Crew zusammen und gründet das Kollektiv ONE, das bald darauf das zehn Track starke Debüt "Onederful World" aus dem Kofferraum verkauft. Neben seinen Raps steuert Sway die Hälfte der Produktionen auf dem Album bei und verleiht der Crew seinen musikalischen Stempel. Ohne professionelle Hilfe verkaufen sich über 2000 Stück, die Platte landet bei dem führenden englischen Radio-DJ Tim Westwood, was zumindest einmal Sways Motivation einen gehörigen Schub verpasst. Jedoch nicht bei seinen Rap-Kollegen, denen Sway daraufhin den Rücken kehrt, um sich auf seine Solo-Karriere zu konzentrieren.

Nach der Jahrtausendwende festigt sich die Londoner-Szene, die technisch versierte Rapper auf elektronische Klänge loslässt. Wenig später kulminiert diese Entwicklung im so genannten Grime, ganz England schüttelt sich in den Clubs zu 2Step- bzw. Drum'n'Bass-Beats, auf denen hungrige Rapper spitten. Sway, dessen Cousin als bekannter D'n'B-Plattendreher DJ Ink durchs Land zieht, muss auf diesen Zug gar nicht aufspringen, weil er seine musikalische Vorlieben bereits genau hierin gefunden hat.

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Sway This Is My Demo
Englands Rap-Nachwuchs gewinnt 4:1. Mindestens.

Ohne außergewöhnliche Hilfe eines Major-Labels, auf seinem eigens gegründeten Selfmade-Label Dcypha veröffentlicht er zwei Mixtapes unter dem Namen "This Is My Promo" und setzt sich mit seiner Fähigkeit, seinen Style zu wechseln wie die Tempi seiner Beats, öffentlichkeitswirksam in Szene. Mit Erfolg. 2005 schnappt er den amerikanischen Superstars 50 Cent und The Game den renommierten MOBO-Award für "Best Hip Hop Act" vor der Nase weg, noch vor dem Release seines eigentlichen Debüts. Das kommt schließlich Anfang 2006 in die Läden und unterstreicht erneut die Versatilität, die Sways Rap-Talent auszeichnet.

Auch auf "This Is My Demo" geht ein Großteil der Produktionen auf die Kappe des Jungspunds, die sich im Gegensatz zu der Konkurrenz weniger in elektronischen Spinnereien überschlagen. Sways Debüt zeigt der Insel und dem Rest der Welt vor allem eines: Wie im Fußball braucht sich England auch musikalisch keine Sorgen um den Nachwuchs machen.

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    Nett aufgemacht, aber leider nicht ganz so viel dahinter.

    http://www.swaydasafo.com/

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