Porträt

laut.de-Biographie

Sue Garner

An Ideen mangelt es der quirligen Frau mit der Stupsnase beileibe nicht. Im Hauptberuf Musikerin mit einer Vorliebe für lyrische Songtexte, versteht sich Sue Garner auch bestens darauf, Inneneinrichtungen mit dem Pinsel zu gestalten. Die künstlerische Ader wird Sue Garner bei ihrer Geburt mit in die Wiege gelegt. Diese steht in Cave Spring im US-Bundesstaat Georgia. Einige Meilen von Zuhause entfernt, studiert Garner später in Atlanta Kunst und macht im nahegelegenen Athens erstmals auf sich aufmerksam.

Die schmucke Kleinstadt beherbergt über Jahre eine aktive Szene aus Musikern, bildenden Künstlern, Dichtern und Schauspielern, die den späteren Superstars R.E.M. genauso als Sprungbrett für eine internationale Karriere dient, wie dem Saddle Creek-Act Azure Ray oder Sue Garner, die es alsbald nach New York City verschlägt, wo sie in die örtliche Indierock- und Alternative-Szene eintaucht.

Hier nimmt Garner schnell die Rolle einer Mentorin ein, bringt unzählige Acts auf den Weg und macht sich in vielerlei Gestalt um die Musiker-Gemeinde der City verdient. Ende der 70er ruft sie die No Wave-Band Vietnam ins Leben, deren Angst-Pop im Umfeld von Suicide und Sonic Youth bestens gedeiht. Bei The Last Round Up und The Shams steht Garner neben ausschließlich weiblichen Bandmitgliedern ebenfalls auf der Bühne und würzt deren Indie-Rock-Songs mit einer zarten Brise südlichem Country-Feeling.

Zusätzliche Engagements in den Bands Fish And Roses und Run On, an der Seite ihres Ehemannes Rick Brown, lassen keine Langeweile aufkommen. Neben ihren zahlreichen Bandaktivitäten setzt sich Garner auch alleine mit der Gitarre hin und komponiert Solo-Stücke, die über Umwege in die Hände der Thrill Jockey-Macher gelangen und 1998 im ersten Solo-Release "To Run More Smoothly" auf dem Chicagoer Kult-Label münden.

Dort erscheint 2000 auch ihr zweiter Streich "Smooth", der sich deutlicher als der Vorgänger von ihrer Arbeit bei Fish And Roses und Run On löst und Garner als begabte Songwriterin aufs Tableau hieft. Die beiden Releases auf Thrill Jockey machen sie bei einer neuen Generation von Musikenthusiasten bekannt.

2004 tut sich Garner mit Angel Dean, einer alten Weggefährtin aus Round Up-Zeiten zusammen, die inzwischen den Horror-Schriftsteller Jonathan Thomas zum Mann hat und dessen dunkle Visionen von Zeit zu Zeit in Musik überträgt. So erschafft "Pot Liquor", die Kollabo von Dean und Garner, denn auch eine düstere, von allerlei Schamanen und Geistern durchzogene Atmosphäre auf einem soliden Country-und Bluegrass-Fundament.

Alben

Angel Dean & Sue Garner - Pot Liquor: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2005 Pot Liquor

Kritik von Daniel Straub

Schamanische Trommeln und beseelte Naturgeister. (0 Kommentare)

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