Porträt

laut.de-Biographie

Slut

Aus Ingolstadt kommen nicht nur Autos, auch musikalisch hat die Stadt in Bayern seit Mitte der 90er eine Band, die langsam zum Aushängeschild wird: Slut.

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1995 gründeten Christian (Gesang und Gitarre) und Matthias Neuburger (Schlagzeug), Rainer Schaller (Gitarre) und Gerd Rosenacker (Bass) Slut und unterschrieben einige Monate später beim Independent-Label "Stickman-Records".

Mario Thaler nimmt mit ihnen in den Uphon-Studios in Weilheim ihr Debüt auf, was der Platte deutlich anzuhören ist. "For Exercise And Amusement" hat streckenweise sehr viel von der Notwist'schen Melancholie.

Mit der Platte geht es auf Tour, Slut erspielen sich einen kleinen, aber feinen Fankreis. 1997 mieten sie sich ein Schloss in der Nähe von Ingolstadt und richten dort ein Studio ein, um ungestört aufnehmen zu können.

Zu den Mitbewohnern gehören auch Pelzig, die andere Band von René Arbeithuber, der mittlerweile die Keys bei Slut drückt und Rainer. "Interference" entsteht 1998, und durch die neue Umgebung kann an den Songs ruhiger und sorgfältiger gearbeitet werden.

Slut - Alienation
Slut Alienation
Gefangen im Schattenreich der Polyvalenz.
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Als in 2000 Hans-Christian Schmidts Film "Crazy" in die Kinos kommt, steuern Slut zwei Songs zum Soundtrack bei. Mit "Welcome" verschaffen sie sich endlich mehr Gehör. Der Stil ihrer Musik verändert sich, mehr und mehr poppig wird der Sound, jedoch ohne Anbiederung an einen Mainstream.

Im März 2001 ist es dann soweit, Sluts Majordebüt bei EMI/Virgin erscheint: "Lookbook". Vorab gibt's die Ohrwurm-Single "It Was Easier", die auf sämtlichen Kanälen Heavy Rotation erfährt.

Mit dem neuen Album tourt die Band ausgiebig durch die Republik und nimmt im Sommer 2001 selbstredend auch die Festivalsaison mit. Mit ihrem zweiten Major-Album "Nothing Will Go Wrong" kehren sie nach der EP "Teardrops" wieder zu ihrem ganz eigenen Sound zurück.

Die rauen, gitarrenlastigen Songs klingen nicht mehr nach Schülerband, statt dessen herrschen Experimentierfreudigkeit und Ausgefeiltheit und Melodien, die runtergehen wie heiße Schokolade an einem Wintertag.

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Slut "'Slut' ist einfach ein Wort mit vier Buchstaben"
Christian Neuburger über die aktuelle Tour und konservative Fans.
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Das Animationsvideo zur Single "Time Is Not A Remedy" lassen Slut von einer französischen Künstlergruppe drehen, die schon für Console ("14 Zero Zero"), Tocotronic ("Freiburg V 3.0") und Notwist ("Pick Up The Phone") gearbeitet hat.

Sie bekommt lediglich die Vorgabe, Poster und Platten von Slut und Pelzig ins Video zu integrieren. Das tut sie dann auch, zusammen mit Scheiben von u.a. Depeche Mode und den Rolling Stones.

Mit "All We Need Is Silence" melden sich Slut im Herbst 2004 zurück und beweisen, dass sie mittlerweile einen festen Platz im deutschen Alternative-Bereich inne haben. Das Album wirkt noch reifer und anspruchsvoller als seine Vorgänger.

2005 ereilt die Band der Ruf des Theaters in Ingolstadt. Der Auftrag lautet, die musikalische Gestaltung der Dreigroschenoper zu übernehmen. Die Aufführungen sind ein durschlagender Erfolg, so dass sich die Band entschließt, die Songs auf einem kompletten Album zu veröffentlichen.

Als die fertigen CDs schon im Lager auf ihre Auslieferung warten, kommt überraschend ein Einwand der Kurt Weill Foundation aus New York, die den Musikern verbietet, ein Album mit Weill-Songs zu veröffentlichen.

Lediglich fünf Stücke finden die Gnade der Weill-Erben. So erscheint "Die Kleine Dreigroschenoper" im Sommer 2006. Gut ein Jahr später erfolgt die Rückkehr zum Pop: Das Album "StillNo1" wird in Berlin Kreuzberg im Studio Wong aufgenommen.

Es erscheint Ende Januar 2008 und wirft den Minimalismus des Vorgängers leichter Hand über Bord. Slut zeigen sich auf diesem Tonträger ungebremst innovativ, die Rückkehr zum Pop ist ihnen gelungen.

Anschließend kooperieren Slut mit der Autorin Juli Zeh auf einer Lesereise und produzieren zusammen "Corpus Delicti", eine Mischung aus Lesung, Musik und Theater. Danach wird es längere Zeit ruhig um die Ingolstädter, bis sie 2013 wieder auf der Bildfläche erscheinen - mit "Alienation" im Gepäck.

Unter den deutschen Indiebands nehmen Slut inzwischen eine gewisse Sonderstellung ein, weil sie weiterhin ihr spezielles Süppchen kochen, und natürlich nur altiv werden, wenn sie Lust darauf haben.

Interviews

Slut: Von Ingolstadt nach Abbey Road

Mai 2001 Von Ingolstadt nach Abbey Road

Interview von Joachim Gauger

Spätestens seit dem großartigen "Lookbook"-Album sind Slut die Lieblings-Newcomer der LAUT-Redaktion. Anlässlich ihres Tourauftaktes in Konstanz fragten wir die Ingolstädter Band nach ihren Erfahrungen in den berühmten Abbey-Road Studios, dem überraschenden Support von Robbie Williams und dem Preis des Ruhmes. (0 Kommentare)

News

Alben

Slut - StillNo1: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 StillNo1

Kritik von Mathias Möller

Die Ingolstädter suchen das Neue im Pop. (0 Kommentare)

Videos

Broke My Backbone
Remote Controlled
Next Big Thing
It Was Easier

Fotogalerien

Live in Regensburg 2008 Die bayerischen Helden der Alternative-Szene am im März 2008 in Regensburg.

Die bayerischen Helden der Alternative-Szene am im März 2008 in Regensburg., Live in Regensburg 2008 | © Laut.de (Fotograf: Veronika Achatz) Die bayerischen Helden der Alternative-Szene am im März 2008 in Regensburg., Live in Regensburg 2008 | © Laut.de (Fotograf: Veronika Achatz) Die bayerischen Helden der Alternative-Szene am im März 2008 in Regensburg., Live in Regensburg 2008 | © Laut.de (Fotograf: Veronika Achatz) Die bayerischen Helden der Alternative-Szene am im März 2008 in Regensburg., Live in Regensburg 2008 | © Laut.de (Fotograf: Veronika Achatz)

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