Porträt

laut.de-Biographie

Slonesta

"Bin Slonesta, nenn' mich Entertainer. / Stell' mich auf die Bühne, so dass jeder mich seh'n kann. / Erzähl' die Geschichten, die jeder versteh'n kann. / Programmier' die Drums, auf die jeder abgehen kann."

Im Grunde umreißt Slonesta mit dem Intro zu seinem Mixtape "Guten Morgen Welt" seinen Daseinszweck umfassend. Wie allerdings kam ein Offenburger Knabe von der Crossover-Band über Rap zu Reggae und Dancehall?

Slonestas Homepage gibt Aufschluss: "Neulich hab ich mal ernsthaft drüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass Dr. Alban schuld sein muss! Der und Inner Circle. Und Snow. Und Ini Kamoze. Und Shaggy – also alles große 90er Radiogranaten, die überhaupt nicht so kredibil wie Bob Marley oder Peter Tosh sind. Sollte ich irgendwann meine Top 5 in der RIDDIM haben, bin ich im Arsch."

Letzteres könnte durchaus passieren: Die Leserschaft des Reggae-Magazins schätzt Slonesta sichtlich: 2009 küren sie ihn im Leserpoll zum "Hype des Jahres", nur um ihn im Jahr darauf als "Bester Newcomer national" abzufeiern. Doch wie begann die Geschichte denn nun wirklich?

Oliver Stenke wächst im badischen Offenburg auf. Eine sonnige Gegend zwar. Für Jugendliche heißt die Devise, wenn man hier etwas erleben will, jedoch: Selbermachen. Vom Skateboard zur eigenen Crossover-Combo: ein kleiner, ein logischer Schritt.

"1994 habe ich noch Rödelheim, Onyx und Ice T gehört", erinnert sich der Mann, der seinen Bühnennamen an die Luke Skywalker-Parodie aus "Space Balls" anlehnt, an Zeiten, in denen er sich außerdem - eher erfolglos - als Graffiti-Künstler versucht.

Zwei Jahre später, inzwischen mit dem Gebrauch von Plattenspielern, Sequenzer-Programmen und dem Mikrofon vertraut, verschieben sich die Vorlieben entschieden hin zu Rap und Jungle. Slonesta textet und produziert selbst. Mit seiner ersten Rap-Formation 365 Crew tourt er ab 2000 durch die nähere Umgebung. "Bekannter als wir war in unserem kleinen Universum sonst nur der Ur-MC aus Offenburg: P-Vers."

Ein Mixtape weckt das Interesse an jamaikanischen Sounds. Das Erweckungserlebnis stellt aber der Besuch des Summerjam-Festivals 1997 dar. Slonesta entdeckt den Dancehall: "Eigentlich wie Hip Hop, nur anders." Ein Reggae-besessener Vorgesetzter beim Zivildienst erledigt den Rest. Slonesta wird vom 7"-Sammler zum Selector.

2004 begegnet er bei den regelmäßigen Clubnächten, bei denen Slonesta auflegt, seinem Kollegen Don Parrang. Fortan rocken sie die Menge gemeinsam, erst als Buschwerk Soundsystem, das später zum Buschwerk Bouncesystem mutiert. Die Buschwerker touren durch die Lande, treten auch im benachbarten Ausland, in Frankreich und der Schweiz, auf.

Immer öfter greift Slonesta dabei zum Mikrofon. Zudem verstärkt er seine Aktivitäten als Produzent - was ihm die Aufmerksamkeit des umtriebigen Labels Rootdown Music einträgt. Dort nimmt man den Mann aus Baden nicht nur unter Vertrag und macht ihn mittels diverser Samplerbeiträge bekannt, sondern bringt ihn auch gleich mit Rojah Phad Full vom Bayreuther Hurricane Soundsystem in Kontakt.

Das frisch gebackene Dreamteam veröffentlicht 2010 das gemeinsame Album "Wer Zum?". Zum Jahresende 2011 legt Slonesta solo sein Mixtape "Guten Morgen Welt" nach, das sein Spektrum von Roots-Reggae über Dancehall bis hin zu Dubstep zeigt. Auf "Slomotion" findet sich eine Auswahl der an-, aber nicht ausgespielten Tunes dann noch einmal in voller Länge.

Slonesta beschreibt seine Mission selbst am treffendsten: "Jeder ist geladen, seinen Ranzen zu schwingen. Meine Aufgabe: Euch zum Tanzen zu bringen."

Alben

Slonesta - Slomotion: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Slomotion

Kritik von Dani Fromm

Unbändiger Feierwille mit Herzblut und dem extra bisschen Feuer. (0 Kommentare)

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