Porträt

laut.de-Biographie

Saint Lu

Diese rabenschwarze, kräftige und ausdrucksvolle Stimme lässt sofort aufhorchen. Doch sie stammt nicht aus den USA oder England - nein, Soul- und Rock-Sängerin Saint Lu ist gebürtige Österreicherin.

Sie kommt am 27. Juni 1984 in dem kleinen Dorf Steinhaus bei Wels zur Welt. Bereits als Kind pflegt sie ihren Spaß am Singen und tritt im Alter von 14 erstmals vor Publikum in Erscheinung. In diesen Teenie-Jahren sammelt sie erste Erfahrungen in Schülerbands verschiedenster Stilrichtungen.

Nach dem Abitur geht es als Au-Pair-Mädchen ins texanische Austin. Bereits in dieser Zeit reist sie durchs Land, um Stimmungen und Eindrücke für ihre Art des Musikmachens zu sammeln. Nach dem Aufenthalt bei der Gastfamilie lebt Saint Lu für längere Zeit in New York. Dort knüpft sie rasch Kontakte zu verschiedensten Künstlern und Musikern, mit denen sie an eigenen Songs feilt.

Doch nach der Rückkehr nach Österreich schiebt Lu die Musik zunächst auf ein Nebengleis, zugunsten der Ausbildung an einer Schauspielschule, wo sie aber nicht sonderlich glücklich wird. Ihre markanten Stimmbänder entwickeln sich zum Zankapfel: "Die wollten mich sowieso schon im ersten Jahr wegen meiner 'nicht normalen' Stimme raushauen."

Dennoch zieht die junge Frau ihr Ding durch - bis sie kurz vor der Abschlussprüfung alles stehen und liegen lässt und sich ausschließlich für die Musik entscheidet. Mit ihrer Band erarbeitet sie ein auf eigene Kosten aufgenommenes Demoband, das sie verschiedenen Produzenten anbietet. Lu findet auf Anhieb Gehör.

Ihre Entscheidung fällt zugunsten Patrik Majers aus, der bereits Riesenerfolge mit Wir Sind Helden vorweist. Die Musikerin bleibt weiterhin eine Frau der raschen und konsequenten Entschlüsse: Gleich nach dem ersten Zusammentreffen mit Majer in Berlin hat sie ein gutes Gefühl und zieht 2007 in die Hauptstadt.

Lu, ihre Band und der Produzent lassen sich Zeit mit der Entstehung des ersten Albums, die rund ein Jahr in Anspruch nimmt. Die Newcomerin überzeugt auf Anhieb gestandene Profis der Musikszene, die sofort ihre Mitwirkung am Einspielen der Songs zusagen. Darunter finden sich Drummer Marlon Browden (Norah Jones, Vernon Reid), Keyboarder Christian Lohr (Joss Stone) oder Produzent Peter Weihe (Chaka Khan, Eric Clapton). Abgerundet wird die Produktion in den Londoner Abbey Road-Studios.

Im November 2009 erscheint das schlicht "Saint Lu" betitelte Debüt der Künstlerin. Zeitnah zum Erscheinen des Albums "2" nimmt Lu 2013 für Deutschland am Vorentscheid des Eurovision Song Contest teil.

Mit dem oft handelsüblichen, chartskompatibel glattgebügelten R'n'B haben Sängerin und Band nichts am Hut. Sie setzen auf erdig-handgemachten Sound, der seine Wurzeln besonders in den Soul-Sixties und beginnenden Siebzigern hat. Das besondere Sahnehäubchen dabei ist Lus kraftvolle, energisch-dynamische Stimme. Als eins ihrer persönlichen Vorbilder nennt die Österreicherin Janis Joplin.

Aber wie kommt man als Österreicherin zu einem derartig schwarzen Organ? Saint Lu hält eine bodenständige Erklärung parat: "Ich bin auf dem Land, auf einem Bauernhof aufgewachsen. Weit und breit keine Nachbarn. Wenn man jemandem was sagen wollte, hat man einfach mal losgeschrien: 'EEEEEEsssssssssseeeennn kooooommmmmmmen' oder 'Teeeeeellllleeeeefoooooonnn'! Ganze Konversationen wurden so abgewickelt. Ich bin überzeugt, dass das meine Stimme geprägt hat!"

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Saint Lu - 2: Album-Cover
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2013 2

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Diese Soulstimme hätte uns auch in Malmö gut vertreten. (0 Kommentare)

Saint Lu - Saint Lu: Album-Cover
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