Porträt

laut.de-Biographie

Reflection Eternal

Das Geschäft mit dem Hip Hop ist schnelllebig. Talente kommen und gehen, Platten erscheinen und geraten in Vergessenheit, Kollaborationen gelingen und scheitern. Nur selten bleibt etwas für die Ewigkeit zurück. Nämlich dann, wenn ein Rapper auf einen Produzenten trifft, die Chemie sofort stimmt und das Ergebnis mehr ist als nur die Summe seiner Teile. Dann, wenn zum Beispiel Talib Kweli mit Hi-Tek arbeitet.

1995 fand dieser – aus Sicht des Hip Hops – Glücksmoment erstmals statt. Fünf Jahre später verewigen sich die beiden in den Annalen der noch jungen Bewegung. "Train Of Thought" steigt rasch in die Riege der jüngeren Klassiker auf, vielleicht auch, weil sich das Duo danach trennt. Zehn Jahre soll es dauern, bis mit "Revolution Per Minute" das nächste Reflection Eternal-Album in den Läden steht.

Die Zusammenarbeit stellen Hi-Tek und Kweli nicht ein. Auf nahezu jedem Solo-Album der beiden ist der jeweils andere als Gast vertreten. Zu eng sind die Bande der Freundschaft über die Jahren verwachsen.

Vor "Train Of Thought" stehen bereits gemeinsame Arbeiten an einem Hi-Tek-Mixtape sowie mit Mood, einem Projekt des Produzenten, in den Läden. Auf der legendären Compilation "Soundbombing", einer Zusammenstellung der Arbeiten der nicht weniger legendären Rawkus Records, erscheint ein Titel erstmals unter dem Namen Reflection Eternal.

Und dann ist da noch Black Star, ein weiteres Projekt mit Klassikerstatus. Im Trio mit Mos Def sorgen Hi-Tek und Talib Kweli schon drei Jahre vor ihrem Debüt für Aufregung innerhalb der Szene. Soul-haltige, dynamische Beats mit tiefen Bässen auf der einen Seite, zwei der anerkannt besten und sozialkritischsten Rapper auf der anderen Seite. Die Headz sind verzückt.

Um so erstaunlicher, dass der Rückblick des Duos auf ihr gemeinsames Debüt unterschiedlicher kaum ausfallen könnte. Über den erfolgreichsten RE-Titel "Move Something" sagt Kweli gute sieben Jahre später gegenüber MTV: "Verdammt, ich bin Lichtjahre über diesen Reimstil hinaus, ich bin so viel besser geworden seit damals."

Hi-Tek bewertet das komplette Album bei HHG anders: "Ich liebe es. Ich versuche immer, die Energie dieser Zeit einzufangen. Dieses Album befriedigt all meine Bemühungen seit ich angefangen habe, Beats zu machen. Das ist Teks state-of-the-art."

Tatsächlich erreicht er mit seiner Solo-Scheibe "Hi-Teknology 2" ein paar Jahre später eine ähnliche Klasse. Dass Kweli auf der Scheibe selbstredend als Featuregast auftritt, beruhigt die nach einer Reflection Eternal-Fortsetzung lechzenden Fans nicht.

Jahrelang halten Kweli und Hi-Tek die Anhänger hin, verweisen auf regelmäßige Kollaborationen, betonen aber auch, dass das Projekt Reflection Eternal nicht gestorben sei. Erst 2010 soll es so weit sein. Seither wartet das Publikum auf die nächste Reunion. Black Star haben schließlich auch nur ein Album veröffentlicht – und das Geschäft mit dem Hip Hop ist trotz Legendenstatus' schnelllebig.

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