Porträt

laut.de-Biographie

Peter von Poehl

"We're all looking much younger than we are", singt Peter von Poehl auf seinem Debütalbum über sich und seine Freunde in "Tooth Fairy". Stimmt. Eine Indie-Schönheit mit deutschem Vater und schwedischer Mutter, goldenes Haar und modisch gekleidet. Jahrgang 1974. Gut gehalten hat er sich, weit herum gekommen ist er. In Schweden aufgewachsen, geht er später in Österreich zur Schule und studiert in Venezuela Marktstrukturen.

1998 kommt von Poehl nach Frankreich und gerät als umtriebiger Musiker schnell an den Produzent und Popstar Bertrand Burgalat, der auf seinem Label Tricatel mit Acts wie Ladytron für Furore sorgt und Air live am Bass begleitet hat.

Er nimmt von Poehl als Gitarrist unter Vertrag. So spielt dieser im Studio und auf Tourneen gemeinsam mit dem französischen Musiker Alain Chamfort, Bertrand Burgalat und dem Schriftsteller Michel Houellebecq. Hier sammelt er viele Erfahrungen und schreibt erste eigene Songs.

Als die Hintergrundband eines Tages beschließt, ihr eigenes Projekt AS Dragon zu gründen, geht von Poehl eigene, ruhigere Wege. Er will selber Musik machen. Bertrand Burgalat unterstützt ihn beim Schreiben und Komponieren, doch 2000 verwirft er unzufrieden ein schon fertiges Werk.

2004 der zweite Versuch: Von Poehl lebt mittlerweile in Berlin und arbeitet als Produzent für den Musiker Florian Horwath, der ebenfalls in Richtung Singer/Songwriter geht und bei Patrick Wagners Louisville Records unter Vertrag steht. Mit Horwarth gründet er auch das in Berlin ansässige, kleine Label Graeferecordings.

Nebenbei stellt er, teilweise in Schweden, teilweise in seiner Berliner Wohnung, sein Debütalbum "Going To Where The Tea Trees Are" fertig. Das wird diesmal auch veröffentlicht.

Vorab presst von Poehl die gleichnamige Single auf Vinyl, dann geht in Frankreich plötzlich alles ganz schnell: Radio Nova Paris spielt das Lied, der Bann ist gebrochen, das Telefon des Sender steht nicht mehr still, die Hörer wollen mehr erfahren. Über die Homepage des Musikers verkauft sich der Track ebenfalls sehr gut, via Mund- und Blogpropaganda verbreitet sich die Kunde.

Bis 2010 sein üppiger inszenierter Zweitling "May Day" erscheint, hält Peter von Poehl das ständige Touren von einem sesshaften Leben ab. Er bestreitet das Vorprogramm für Air, Phoenix, Ben Harper, Chris Isaak und Brian Wilson, die sein musikalisches Schaffen nachhaltig beeinflussen.

Seine wesentlichen Einflüsse seien aber schwedische Weihnachtslieder, sagt von Poehl. Angesichts der Erhabenheit, der warmen Melodik und der Liebe zum Detail, die seiner Musik bei sich verändernden Arrangements stets innewohnen, mag man ihm nicht widersprechen.

Alben

Peter Von Poehl - May Day: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2010 May Day

Kritik von Martin Leute

Raffinierter Mittelweg zwischen Singer/Songwritertum und Pop. (0 Kommentare)

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