Porträt

laut.de-Biographie

Perfect

Wie nur schafft es ein kleines österreichisches Independent-Label immer wieder, die aufstrebenden Stars der jamaikanischen Szene an Bord zu holen? Das wird wohl weiterhin Betriebsgeheimnis von DHF Records bleiben. Über das Resultat dieses Deals darf sich Europa allerdings freuen: Passend zu Haile Selassies Geburtstag am 23. Juli erscheint mit "Giddimani" das Album eines Singjays, der seinen Namen Perfect mit Stolz und zu Recht trägt.

Greg Rose kommt am 26. März 1979 im jamaikanischen Bamboo in der Nähe von St. Ann zur Welt. Als drittes von vier Kindern ist er unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen ausgesetzt. Der Vater besitzt mehrere Jukeboxen und verpasst dem Nachwuchs schon früh die akustische Breitseite. Peter Tosh, Toots Hibbert und natürlich Bob Marley werden zu Gregs Idolen.

Die ersten Auftritte absolviert Greg bereits im Alter von neun Jahren. Er singt bei Schulfeiern und hinterlässt ein beeindrucktes Publikum. Das ändert sich mit dem Übertritt an die York Castle High School keineswegs, im Gegenteil: Sein Ruf eilt ihm voraus. In der achten Klasse hat es Greg bereits zu beachtlichem Ruhm gebracht. Auch andere Schulen borgen sich den überaus begabten jungen Singjay bei verschiedenen Gelegenheiten aus. Seit dieser Zeit haftet ihm der Spitzname "Mr. Perfect" an.

Nach der Schule zieht es den jungen Chanter zunächst einmal in die Hauptstadt Kingston. Hier schnuppert er zum ersten Mal wirklich ins raue Musikgeschäft hinein. In diversten Studios, darunter Penthouse und King Jammy's, verfeinert er seine Technik. Die Heimat lässt Perfect allerdings nicht los. Nach St. Ann zurückgekehrt, nutzt er jede Gelegenheit, zum Mikrofon zu greifen und steigt rasch in den Status einer lokalen Berühmtheit auf.

Der gläubige Rastafarian rechnet sich (wie die Kollegen Anthony B, Sizzla, Junior Reid und Capleton) der Bobo Ashanti-Bewegung zu, einem Ableger der Rastafari-Religion, die Prince Emmanuel als schwarzen Messias verehrt. Perfects Glaube schlägt sich in seinen Texten nieder: Üblicherweise drehen sich seine Lyrics um die Liebe zu Jah, den Frauen und zum Weed, um Gewalt und Ungerechtigkeit. Roots-Riddims, ab und an mit einem Hauch von Dancehall, untermauern Perfects Singjay- und Lover-Style.

2001 nimmt er in Eigenregie die ersten Tunes auf. Das Resultat: sein Album "Sweet And Black". Etliche Hits, darunter "Empress Mi Love" und "Turn Him Down" tönen auch über zwei Jahre später mit ungebrochenem Charisma aus jamaikanischen Radiolautsprechern. Bei der von Irie FM ausgerufenen "Big Break Competition" im Oktober 2003 landet Perfect auf dem dritten Platz.

Den Durchbruch brachte allerdings 2004 die Single "Hand Cart Bwoy", die sich positiv und fröhlich in jedermanns Gehörgänge bohrt. Perfect weiß wohl, wovon er hier berichtet: Er war lange Zeit selbst als Obst- und Gemüseverkäufer mit einem Handkarren unterwegs. Der Erfolg des Tunes ebnet den Weg nach Europa.

Hier sieht sich Rayna Reuter von DHF Records über das italienische Soundsystem One Love Hi Power erstmals mit dem Jamaikaner konfrontiert. "Perfect überzeugte mich sofort. Ich wollte gar nicht nach vergleichbaren Sängern suchen, denn mit diesem Herren werden bald andere verglichen."

Ein gutes Jahr später, im Dezember 2005, kommt es in Wien zum ersten Treffen zwischen den beiden: ein durchschlagender Erfolg. Weniger begeistert dürfte Perfects Publikum reagiert haben. In Folge der ausufernden Gespräche über Reggae im Allgemeinen und Perfects nächsten Release im Besonderen tritt der Sänger knappe zwei Stunden zu spät zu seiner Bühnenshow an.

Die Entschädigung folgt im Juli 2006 mit "Giddimani", das Perfects bis dato erfolgreichste Singles zusammenfasst. Neben "Hand Cart Bwoy" finden sich da der Solid Ground-Tune "Eight Gangsters", "For Sure" sowie das Dancehall-lastige "Nuh Badda Mi", das mehrere Wochen lang die Spitzenposition der jamaikanischen Charts okkupiert.

Eine Rückkehr nach Europa steht im August 2006 auf dem Plan. Perfect spielt Shows in Österreich, Ungarn und Deutschland.

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