Porträt

laut.de-Biographie

Toots and the Maytals

Frederick "Toots" Hibbert ist eine Legende. Obwohl er nie Bob Marleys Popularität erreichte, ist er unbestritten einer der größten Ska & Reggae-Entertainer, der, obwohl mittlerweile im rüstigen Alter, noch immer die Strapazen weltweiter Tourneen auf sich nimmt.

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Angefangen hat mal wieder alles in Kingston, Jamaika, wo er 1962 mit den zwei Kumpels Nathaniel "Jerry" McCarthy und Henry "Raleigh" Gordon The Maytals gründet. Der 2004 verstorbene Sir Coxsone Dodd, der Steve Albini des 60er-Ska, produzierte die ersten Singles in den berühmten Studio One-Studios, darunter "Hallelujah" und "Six And Seven Books Of Moses". Die Titel lassen es schon erahnen, Toots verstand sich von Anbeginn seiner Karriere als Prediger, der seine spirituellen Texte mit dem Soul eines Otis Redding ins gospelige Skagewand kleidete.

1965, im Veröffentlichungsjahr ihrer zweiten Langspielplatte "The Sensational Maytals", arbeiten die Maytals mit den nicht minder hochklassigen Produzenten Byron Lee und Prince Buster zusammen. 1966 gewinnt das Trio ein Jamaican Song Festival mit "Bam Bam", doch anstatt Weltruhm gibt's erstmal ein halbes Jahr (!) Knast für Sänger Toots: der arme Kerl wurde mit Marihuana erwischt. Harter Tobak, im wahrsten Sinne ...

Doch der Hit an der Geschichte: Toots komponiert während seiner Auszeit einen ebensolchen, der neben "Monkey Man" zum größten Erfolg der Band aufsteigt: "54-46 That's My Number". Natürlich geht's darin nicht um eine Telefonnummer, sondern um die Nummer seiner Gefängnisuniform!

Als der Ska um 1967/68 etwas an Tempo einbüßt, veröffentlicht die Band die Single "Do The Reggay", auf der Toots nebenbei noch den Begriff für die gesamte Stilrichtung aus dem Ärmel schüttelt. Der '72er Smash-Soundtrack "The Harder They Come" featuret gleich zwei Songs der Band, die sich etwas später in Toots And The Maytals umbenennt. Mittlerweile dank des "Funky Kingston"-Albums, das 1975 bei Island Records erscheint, auch in Europa ein Begriff, eröffnen die Maytals u.a. Konzerte für The Who. Die Rockfans teilen jedoch augenscheinlich nicht Pete Townshends musikalische Vorlieben und buhen die Insulaner fast allerorts von der Bühne.

1980 stellt die Band einen Weltrekord auf: "Live" ist das schnellstveröffentlichte Livealbum in der Musikgeschichte. Weniger als 24 Stunden nachdem das Konzert am 29. September 1980 im Londoner Hammersmith Palais über die Bühne geht, liegt die Scheibe schon in den Läden. Was für eine Leistung am Fan. In den 80ern tourt Toots zwar noch mit der Band, arbeitet im Studio aber alleine. Das von Sly & Robbie produzierte Coveralbum "Toots In Memphis" erfährt 1988 eine Grammy-Nominierung für das Reggae-Album des Jahres. Dasselbe schafft Toots zehn Jahre darauf mit "Skafather", auf dem er u.a. den Kinks-Klassiker "You Really Got Me" in die Reggae-Mühle wirft.

Toots & The Maytals - Roots Reggae
Toots & The Maytals Roots Reggae
Wo wäre Bob Marley ohne Toots? Nun, äh, keine Ahnung!
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Weitere Erfolgsobskuritäten gefällig?
Das Album "Knock Out" erhält Gold in Neuseeland, die Single-Auskopplung "Beautiful Woman" gar Platin. In Philadelphia gibt es außerdem zu Ehren seiner musikalischen Errungenschaften einen Toots Hibbert Day, und zwar am 20. Oktober!

Im Mai 2004 veröffentlicht der gealterte Star mit seiner Band eigene Klassiker, zu deren Interpretation er sich hochkarätige Gäste eingeladen hat. Willie Nelson, Ben Harper, Eric Clapton, Ryan Adams, No Doubt, Keith Richards und viele mehr zollen der Reggae-Legende den verdienten Tribut. Ende des Jahres erhält "True Love" eine Grammy-Nominierung in der Kategorie "Bestes Reggae-Album".

Die Anfänge der Kultband illustriert 2005 die 6-CD-Box "Roots Reggae", die die ersten sechs jamaikanischen Albumveröffentlichungen abzüglich des Debüts zusammen bringt. Kurz zuvor profitiert Toots erneut von seinem guten Draht zu Keith Richards: Nach drei Shows in Holland im Jahr 2003 supporten seine Maytals erneut die großen Rolling Stones, diesmal in San Diego und Anaheim.

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Toots And The Maytals - True Love: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2004 True Love

Kritik von Michael Schuh

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