Porträt

laut.de-Biographie

PF Squad

Es ist nicht lange her, da war Stuttgart nicht nur die Hauptstadt von Baden-Württemberg, sondern auch die Kapitale des Deutschraps: Freundeskreis, Afrob, die Massiven Töne, ... Kolchose eben, Brutstätte einiger Klassiker, die es im deutschen Hip Hop in nicht allzu großer Anzahl gibt. Doch im Jahr 2006 sind diese Zeiten definitiv vorbei. Nicht nur das Fanta 4-Label Four Music hat der Schwabenmetropole den Rücken gekehrt, auch sonst spielt sich deutscher Rap eher im Norden der Rapublik ab. Trotzdem ist der Süden nicht tot. Dafür sorgen einige wenige Motivierte, die sich emsig daran machen, das Feuer vergangener Zeiten wieder zum Lodern zu bringen.

So zum Beispiel die PF Squad. Bestehend aus Jokane, FlowTone, Max Farah und D-Mark, versuchen sie sich an diesem, nicht ganz einfachen Unterfangen. In Eigenregie stampfen sie 2002 ihr eigenes Label Plattform Records aus dem Boden und können stolz darauf sein, dass sie von der Produktion, über das Layout, bis hin zur Pressearbeit (fast) nichts aus den Händen geben. D-Mark und Jokane kümmern sich um die Labelarbeit, die befreundeten Drama Monks (Mad Skill und 5ive7even) sind für sämtliche Produktionen verantwortlich. Lediglich beim Vertrieb greift Sony/BMG der schwäbischen Wir-AG unter die Arme.

Die PF Squad unterscheidet sich in erster Linie vom anderen dank des Rappers Max Farah, der aus Frankreich stammt. Damit dürfen sie sich die erste deutsch-französische Rap-Crew der Republik nennen. Ansonsten klingt der Sound des Quartetts erstaunlich wenig nach dem kontemporären Rap des Landes. Vielmehr orientieren sich die Stuttgarter an der älteren Schule und haben sich dem Credo "Take it back to the real Hip Hop" verschrieben. Das machen ihre ersten Veröffentlichungen deutlich. Die "Verrückte Welt"-EP 2003 und das Debütalbum "Keine Träne" 2006 glänzen vor allem in Themengebieten, denen man um die Jahrtausendwende den Stempel Studentenrap aufdrückt.

Nach dem jähen Platzen der Deutschrap-Blase zu Beginn des Millenniums sieht jedoch alles anders aus. 2003 tourt die PF Squad sogar mit dem Wu-Tang-Mitglied Cappadonna und kann sich so erstmals einem größeren Publikum präsentieren. Wären die Jungs ein paar Jahre früher dran gewesen, wer weiß, ob sie diese Chance bekommen hätten.

Die Früchte ihrer harten Arbeit lassen aber weiter auf sich warten. Denn ein Erfolg, gemessen in Plattenverkäufen, stellt sich nicht ein. Immerhin kursiert der Name des hausinternen Produzenten-Teams Drama Monks durch einige Instrumentals für Sentino ("Sentinos Way II") in der Szene. Die Zusammenarbeit mit Sony/BMG und dessen Neo Vertrieb gibt der Crew jedoch neuen Auftrieb und genügend Motivation für den letzten Schliff des Debüts "Keine Träne", das im März 2006 in den Regalen steht. Von kleinen Erfolgen gepusht - sogar MTVIVA spielen das Video der PF Squad - geht die Arbeit des Quartetts weiter. Im Vergleich zu den Hochzeiten Stuttgarts ist der Erfolg natürlich nicht vergleichbar. Aber die Motivation ist ungebrochen.

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