Porträt

laut.de-Biographie

Orange Juice

Sänger und Gitarrist Edwyn Collins gründet 1976 die Formation Nu Sonics, die ihren Namen später in Orange Juice ändern und somit als schottische Wegbereiter des Neo-Pop gelten wird: Das Gründungsdatum der "Glasgow School". Orange Juice klingen nach Garagenpunk, allerdings mit romantischen Allüren und ohne die in dieser Zeit typische wilde Auflehnung. Neben Collins gehören Gitarrist James Kirk, Bassist David McClymont und Schlagzeuger Steven Daly zum smarten New Wave-Indie-Quartett.

Auf dem schottischen Label Postcard (The Go Betweens, Josef K. und Aztec Camera), das dank Orange Juice zu den führenden Indie-Labels aufschließt, erscheinen die ersten Veröffentlichungen. Die Debüt-Single "Falling And Laughing" (1980) basteln sie mit weniger als 100 Pfund zusammen. Besonders in England erhalten Collins und Co. daraufhin einigen Zuspruch. nach einigen weiteren Singles hat man genügend Material für ein komplettes Album in der Hand, so dass 1981 das Debüt "Ostrich Churchyard" im Plattenladen steht.

Nachdem die Beatles in den 60ern ihre Hymne "You've Got To Hide Your Love Away" zum Besten geben, antworten Orange Juice darauf 1982 mit dem Albumtitel "You Can't Hide Your Love Forever". Longplayer Nummer zwei steckt voller Ideen und neuen genialen Neo-Punkrock-Melodien. Nach der Veröffentlichung gibt es zunächst einige Veränderungen innerhalb der Band. James Kirk und Steven Daly steigen aus, um sich ihrem Projekt Memphis intensiver zu widmen. Die Neueinsteiger sind Malcom Ross, der zuvor bei Josef K. Gitarre spielte, und der in Zimbabwe geborene Schlagzeuger Zeke Manyika.

Der neue Drummer wirkt offensichtlich sehr inspirierend auf Songwriter Collins. Die neue Muse bewirkt sogar, dass auf dem nächsten Album "Rip It Up" plötzlich zartschmelzender Popsoul dominiert. Obwohl sich Orange Juice mit Promotion und Live-Auftritten sehr zurückhalten, gelingt es ihnen damit, in England den ersten großen Erfolg einzufahren. Melancholisch-politische Fassungslosigkeit lässt eben niemanden kalt, außerdem steuert die britische Traurigkeit mit den New Wave-Helden The Smiths oder Morrissey ohnehin auf ihren Höhepunkt zu.

Nach "Rip It Up" kommt es zu Spannungen zwischen der Band und dem Label Polydor. Das Resultat: Malcom Ross und David McClymont verlassen Orange Juice. Ross spielt später bei Aztec Camera, Collins und Manyika versuchen es weiter als Duo. Sie engagieren den Reggae-Produzenten Dennis Bovell und bringen 1984 zunächst die EP "Texas Fever" heraus. Nach einer sehr kurzen Tour erscheint das letzte, auffallend düstere Orange Juice-Werk Ende desselben Jahres. Mit dem selbstbetitelten Album löst sich die Kultband endgültig auf. Edwyn Collins wird von Polydor gefeuert und startet seinen Alleingang durch die Musikszene.

Sein Solohit "A Girl Like You" Mitte der 90er-Jahre ist bis heute wohl jedem ein Begriff. Das Stück sorgt darüber hinaus für Aufmerksamkeit für die Orange Juice- Best Of "Casual Introduction". Neben seiner Karriere sorgt Collins auch als Produzent für frischen Indie-Wind. 2005 veröffentlicht die Plattenfirma Domino, der Retro-Bewegung sei Dank, den Sampler "The Glasgow School". Im selben Jahr wird Collings wegen einer Hirnblutung in ein Londoner Krankenhaus gebracht. Die Notoperation übersteht der Kultmusiker relativ gut. Gerüchte zufolge soll er bereits wieder an einem neuen Album arbeiten.

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