Porträt

laut.de-Biographie

Nina Nastasia

"Ich habe die allergrößten Schwierigkeiten, zu erklären, warum oder wie ich Dinge tue oder nicht, weil ich immer das Gefühl habe, dass das böse enden wird - zum Beispiel den Namen meines neuen Albums zu deuten. Deswegen würde ich es lieber nicht tun", erklärt Nina Nastasia recht umständlich zu Beginn eines Interviews. Zwar verfasst die Singer/Songwriterin eloquente Texte, direkt befragt erscheint sie jedoch schüchtern und gibt kaum etwas über ihr Leben preis. Sie lässt lieber ihre Musik reden.

In Los Angeles geboren und aufgewachsen, verschlägt es sie zu Beginn er Neunzigerjahre erst nach Seattle, dann nach New York. Nachdem sie als Kind das Klavier spielen lernt, steigt sie auf dem Weg nach Osten auf die Gitarre um. Zunächst denkt sie nicht an eine Karriere als Musikerin, ihr Job als Bedienung in einem Lokal macht sie aber so unglücklich, dass sie ihren Frust durch Lieder schreiben abarbeitet.

Mit Auftritten in Lokalen wie dem Sin-é oder der Mercury Lounge fasst sie Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Mit der Unterstützung ihres Lebensgefährten Kennan Gudjonsson nimmt sie ein Demotape ihres Materials auf und schickt es an Steve Albini, einem der bekanntesten Produzenten der Indie-Rock-Szene (u.a. Pixies, Breeders und Helmet). Der ist so angetan, dass er sie 1999 in sein Studio nach Chicago einlädt.

2000 erscheint ihr Debütalbum "Dogs". "Es ist eines meiner Lieblingsalben", erzählt Albini Jahre später. Das Album ist gleichzeitig so bescheiden und grandios, dass ich stolz bin, daran mitgewirkt zu haben." Neben klassischen Singer-Songwriter-Stücken mit Gitarre und Stimme enthält es auch elektrische Soli, Streichereinlagen und eine Säge.

Auf dem Kleinlabel Socialist Records erschienen, verkauft Nastasia die 2000 aufwändig gestalteten CDs binnen kurzer Zeit bei ihren Konzerten. Ein Exemplar gelangt bis nach England in die Hände des DJs John Peel, der die Lieder in seiner BBC-Sendung bringt und Nastasia mit Band 2002 in sein Studio einlädt, um ihre Stücke live einzuspielen.

Zu diesem Zeitpunkt hat Nastasia einen Plattenvertrag mit Touch & Go in der Tasche und bereits zwei Nachfolgealben aufgenommen, "Run To Ruin" und "The Blackened Air", das 2003 erscheint. Die Nachfrage nach "Dogs" bleibt allerdings so hoch, das ihr neues Label es 2004 mit überarbeiteter Gestaltung wieder auf den Markt bringt.

Die folgenden zwei Jahre verbringt Nastasia damit, in Europa und den USA zu touren. In Großbritannien und Island tritt sie mit der sibirischen Formation Huun-Huur-Tu auf. Anschließend wechselt sie zum englischen Label Fat Cat und begibt sich wieder mit Albini und ihrer Liveband - Dylan Willemsa (Viola), Steven Beck (Klavier), Jim White und Jay Bellerose (beide Schlagzeug) - ins Studio. Das Ergebnis erscheint im September 2006 und trägt den Titel "On Leaving".

Alben

Nina Nastasia - Dogs: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 Dogs

Kritik von Giuliano Benassi

Gleichzeitig so bescheiden und grandios. (0 Kommentare)

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