Außerdem ab Freitag erhältlich: Vanessa Mai, Vona, Manuellsen, Blackmore's Night, DJ Hell, Foster the People, Avicii, Axwell ^ Ingrosso etc.

Konstanz (laut) - Breaking News: Albentitel sind alle. Oder den Zuständigen fällt einfach gar nichts mehr ein. Massiv zum Beispiel, der wechselt zwar alle naslang seine musikalische und inhaltliche Ausrichtung, lässt sich tätowieren und wieder blanklasern, verwendet mal Schimpfworte, mal nicht, er kehrt jedoch immer wieder zu "Blut Gegen Blut" zurück. Den vierten Teil der Reihe nennt er nun nicht "BGB 4", sondern "BGB X": Wenn schon inkonsequent, dann richtig.

Von Moses Pelham hätte man in einer solchen Release-Woche eigentlich die nächste Portion "Geteiltes Leid" erwartet. Der Rödelheimer Hartreimer präsentiert sich dann aber doch vergleichsweise originell. Naja, halb originell. Ein bisschen. Nein, stimmt, auch nicht besonders: Sein Album heißt, noch nie dagewesen, "Herz". Kollege Schmidt fasst sich ein solches und vermeldet nach Genuss der drei bisher ausgekoppelten Singles: "tiefsinnige Lyrik, Erinnerungen an die gute alte Rödelheimer Zeit, musikalisch gewohnt zwischen Glashaus-Piano und Onkelz-Brachial-Gitarrensound".

Damit wären wir schon beinahe im Schlager angekommen - und damit in den Gefilden, in denen man mit Vanessa Mai rechnen muss. Die kannte zwar vor ihrem Juryjob bei "Deutschland sucht den Superstar" außerhalb der Genre-Gemeinde kein Schwein, und sie dürfte nach dem Ende ihrer Castingjurorenamtszeit auch ziemlich schnell wieder vom Radar der meisten Schlagerverächter gekullert sein. Besonders viele scheint es davon hierzulande aber nicht zu geben, zeigt der Blick auf die Vorbestellerzahlen: Die Hardcore-Vanessa-Mai-Fangemeinde schreckt offenbar noch nicht einmal der Warnhinweis "Produziert von Dieter Bohlen", der auch "Regenbogen" wieder verbrochen hat.

Regenbögen liegen ganz offensichtlich schwer im Trend, weswegen auch Ke$ha ihr neues Machwerk so nennt: Ihr "Rainbow" steckt ebenfalls in einem pinkfarbenen Cover. Statt sich wie Vanessa Mai die Kamera zwischen die Beine halten zu lassen, zeigt diese Dame hier ihrem Publikum die kalte Schulter. Zusammen mit ihrer blanken Kehrseite. Zwar nur gezeichnet, das Artwork muss aber für prüde Betrachter wohl trotzdem mit einem strategisch platzierten Sticker entschärft werden. Wissen wir da auch schon etwas über den Inhalt? Oho! Ke$ha habe sich "von ihren wahren musikalischen Einflüssen inspirieren" lassen, sagt sie. So lange sich das in einer Beteiligung der Dap Kings manifestiert, der möglicherweise besten Backing-Band auf diesem Planeten, so lange bleiben wir zumindest vorsichtig optimistisch.

New Entries im Redaktionsradio laut.fm/eins:

Belle And Sebastian, Mile Me Deaf, Sparks, Casper, Wanda, Gisbert zu Knyphausen, Waxahatchee, Tricky, UNKLE, Nine Inch Nails, Wildhart etc. - täglich um 10, 13, 16 und 19 Uhr.

Alle Neuveröffentlichungen am 11. August:

5 Billion in Diamonds - 5 Billion in Diamonds
Ackroyd, Poppy - Sketches
Almanegretta - Ennenne Dub
Aliocha - Eleven Songs
And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Source Tags & Codes
Anita & Alexandra Hoffman - Hautkontakt
Atomic Rooster - In Hearing Of
Avicii - ​Avīci EP
Axwell ^ Ingrosso - More Than You Know
Beatles - The Decca Tapes (Vinyl)
Bebe Rexha - All Your Fault, Pt. 2
Benjamin Richter - Memory Lane
Black Moth - The Killing Jar (Vinyl)
Blackmore's Night - To The Moon And Back: 20 Years And Beyond
Blaze of Sorrow - Astri
Blood of Seklusion - Servants Of Chaos
Bonobo - One Offs Remixes & B-Sides (Vinyl)
Boots'n'All - Fill Ya Boots!
Buddy Guy - Blues Singer
Chip - League Of My Own II
Cloud Catcher - Trails Of Kozmic Dust
Cohen, Avishai - Almah
Coral - Roots & Echoes
Cribs - 24-7 Rock Star Shit
Damn Freaks - Damn Freaks
David Rawlings - Poor David's Allmanack
Dawn of Disease - Ascension Gate
Dead Memory - Welcome To My Fairytale
Def Leppard - Hysteria (Super Deluxe)
Demon Eye - Prohecies And Lies
Die Jungen Pseirer - Die Schönsten Tiroler Heimatlieder
DJ Hell - Car Car Car
DJ Khaled - Grateful (Vinyl)
Downtown Boys - Cost Of Living
Draper, Paul - Spooky Action
Farrow, Leon Francis - King Future
First Sings of Frost - The Shape Of Things to Come
FJ Mcmahon - Spirit Of The Golden...
Foster the People - Sacred Hearts Club (Vinyl)
Francobollo - Long Live Life
Giesinger, Max - Der Junge, Der Rennt (Vinyl)
Gimp Fist - Never Give Up On You
Girl Ray - Earl Grey
Gravdal - Kadaverin
Grenzgänger - Brot & Rosen
Golden Earring - Tits 'N Ass
Hattler - Bassball II
Hancock, Herbie - Mr. Funk
Hinder - The Reign
Henske, Judy - The Elektra Albums
Hoge, Will - Anchors
Howe, Steve - Anthology 2: Groups & Collaborations
Husten - Husten
Incentation - Profane Nexus
J Bernardt - Running Days
Jen Cloher - Jen Cloher
Joel Jerome - Cosmic Bear Jamboree
Kelly, Paul - Life Is Fine
Kesha - Rainbow
Kickin Valentina - Imaginary Creatures
Koletzki, Oliver - Großstadtmärchen (Vinyl)
Koto - Plays Synthesizer World Hits
Kookoon - Nightfall
Lesch, Sarah - Da Draußen
Lifeless - The Occult Mastery
Lindermann, Maggie - Pretty Girl
Lurking Fear - Out Of The Voiceless Grave
Mai, Vanessa - Regenbogen
Malo, Pia - Du Tust Mir Gut
Manntra - Meridian
Manuellsen - Der Löwe
Massiv - BGB X
Moore, Gary - Bad For You, Baby (Vinyl)
NASA Space Fox - NASA Space Fox
New Radicals - Maybe You've Been Brainwashed Too
No Use For A Name - Rarities Vol. 1 - The Covers
Nurse with Wound - Dark Fat
Olaf - Daumen Hoch
OST - Guardians Of The Galaxy Vol. 2: Awesome Mix Vol. 2 (Vinyl)
OST - The Music of Nashville Season 5, Vol. 3
OST - Wonder Woman
Pelham, Moses - Herz
Perry, Katy - Witness (Vinyl)
Pickett, Wilson - Sings Bobby Womack
The Prosecution - The Unfollowing
Powerwolf - Bible Of The Beast (Vinyl)
Raitt, Bonnie - Slipstream
Rawlings, David - Poor David's Almanach
Richter, Benjamin - Memory Lane
Riptide Movement - Ghosts
Rodach - Die Zeit Ist Rund
Running Wild - Under Jolly Roger (Expanded Version)
Running Wild - Port Royal (Expanded Version)
Schieder, Illo - Sieben Einsame Tage - 49 Große Erfolge
Schlönvoigt, Jörn - Tausend Wunder
Sheer Mag - Need To Feel your Love
Sinatra, Frank - In The Wee Small Hours
Sivu - Sweet Sweet Silent
Soup - Remedies
Stepfather Fred - Dummies, Dolls & Masters
These Streets - Unfinished Business
Thompson, Richard - Acoustic Classics II
Tubes - The A&M Years
Various - Kontor Summer Jam 2017
Venom Inc. - Avé
Vona - Alles Was Ich Hab
Von Eden - Wir Sind Hier
Weites Luftmeer - 37 48
Wiens No. 1 - Des Kaisers Neue Lieder
Will Hoge - Anchors
William The Conqueror - Proud Disturber Of The Peace
Zaine Griff - Ashes & Diamonds/Figures

9 Kommentare mit 8 Antworten

  • Vor 4 Monaten

    @icy

    Das erste EMEW ist in der Tat ein classic, spülte es doch für damalige Zeiten ein sehr hohes Niveau an Produktionstechnik und unverkrampfte (trotz allem medialen Aufbauschens) Holzhammerattitüde ins Deutschrapbecken

    Dies wurde jedoch schon in den Nachfolgern auf unbequeme Art überspitzt dargestellt und mit seltsamen Kreativentscheidungen untergraben, bis hin zur völligen Belanglosigkeit und endgültiger Selbstdemontage im weinerlich-pathetischen EMEW2. Das war auch die Zeit, in der er ankündigte von nun an auf Schimpfwörter zu verzichten und das zieht sich bis ins aktuelle Release

    Sicherlich hat sich das Soundbild die letzten 2 Jahre wieder zum Härteren gewandelt und er zieht das auch mit grimmiger Miene und ordentlich Druck in der Stimme wieder durch, doch die kleinen, fiesen Pointen einen früheren Massivs fehlen einfach

    Wo früher Redakteure an die Wände getackert wurden, stürmen nun einfach harmlose Kamele irgendwelche Parties oder er erzählt sedierte Geschichten über sein Sägewerk, anstatt den Fleischerhaken auszupacken

    Wenn man sich die Lieder seit 2015 (und er ging ja schon letztes Jahr mit Raubtier wieder einen soundmäßig düstereren Weg) an, dann wirkt das bisweilen total gezwungen. Ein "will aber kann nicht". Wie Hardcore predigen, wenn man ständig auf die Wortwahl achten muss. Das wirkt verkrampft und für mich als unhörbare Selbstzensur

    Nicht falsch verstehen, ich brauche auch bei einem Massiv nicht konsequent jedesmal Gewaltabenteurer (er hat auch einige feine Ruhepole in seiner Liste) wie sie in seiner BGB-Serie zu finden sind, aber man kann sich nicht hinstellen und sagen: BGB steht für das krasseste und härteste im Deutschrap und dann für Teil 4 zwar das Soundgefüge dahingehend einzustellen aber weiterhin dieseruntergeschraubte Lyrik an den tag legen. Damit verschandelt er das ganze Bild der Reihe

    Und ja, es ist ja eigentlich löblich, dass er so handelt, gerade im Hinblick auf seine zumeist junge Fanbase. Auch dass man ein harten Sound ohne Gewaltfantasien darstellen kann ist nett gemeint, aber dann darf er es nicht BGB X nennen, Artwork, Cover alles ist drin und gut gemacht und doch bekomme ich nur Massiv light

    und zum Thema BGB X: alle bisher gehörten Tracks haben mir wenig gefallen. Banale Texte und ziemlich trübe Groschenbeats, die klingen als seien sie Abfallprodukte früherer Releases. Passt aber dann auch wieder irgendwie ins Bild

    • Vor 4 Monaten

      Kann ich soweit alles gut nachvollziehen, danke dafür. Dass diese Selbstzensur deine Vorfreude und wohl auch dein Hörvergnügen gerade bei einem BGB-Teil erheblich beeinträchtigt, wundert mich auch nicht groß, da es im gesamten Deutschrap-Kosmos kaum ein paradoxeres Vorhaben geben kann als einen cleanen BGB-Teil.

      Ich finde es eigentlich dennoch beachtlich, dass Massiv das schon seit immerhin bald drei Alben durchzieht und sich damit eines seiner wesentlichen Alleinstellungsmerkmale beraubt hat. Das zeigt ja, dass es ihm tatsächlich damit ernst war und es nicht nur eine fixe Promo-Idee war (wobei man auch sagen muss, dass er es sich sehr schwer gemacht da wieder zurückzuschwenken, ohne als Wendehals par excellence dazustehen).

      Und als heutzutage recht uneingenommener Hörer mit Außensicht finde ich es tatsächlich einfach mal spannend, wie er das bei einem BGB-Teil umsetzen wird, also wo er da die Grenzen ziehen wird. Klar, die Beats, die Stimme und die Verpackung können problemlos an die vorherigen Teile anknüpfen, aber ganz unblutig darf es nicht zugehen, wenn das kein dreister Etikettenschwindel werden soll. Wird daher wohl das erste Release seit BGB3 werden, das ich mir von ihm wieder anhöre. Interessiert mich momentan jedenfalls mehr als "Der Löwe".

    • Vor 4 Monaten

      Er ist einfach so unverschämt inkonsequent konsequent. Zuvor wechseln sich Gewalteskapaden mit rührseligen Tunes in bewährter Manier ab, nur um in den Turnus des sanften Riesen zu münden, der seidengleiche Reinheit in seinen Texten predigt. Und dann fällt ihm auf einmal ein, dass es ja noch diese lukrative BGB Serie gibt..wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen? Indem man von Horrorcore auf McFit-Sound umsteigt

    • Vor 4 Monaten

      Okay, höre gerade rein und vermisse Lines à la "Pumpguns schieb' ich in dein' Arsch, bis er nach oben flattert / Der deine Mutter rattert, Motherfucker, what's up?", "Ich mach's wie Saddam und fick' deine Frau zur Hochzeitsnacht / Ich entjungfer' alle Frauen, ich zerfick' das Hurenpack" und "Luzifer, du Hurensohn, ich peitsch' dich mit 'ner Königskette" schon ein wenig. Raptechnisch hat er sich im Vergleich aber nochmal gesteigert und flext z. B. auf "Turbo" richtig los und die Beats und Stimme knallen auch noch immer. Mal sehen.

    • Vor 4 Monaten

      Muss übrigens zugeben, dass ich die Lyrics bei Massiv oft nur zu einem guten Teil verstehe, wenn ich nicht aufmerksam zuhöre oder bei Rap Genius reingucke. :D

  • Vor 4 Monaten

    moses mit neuem release!? anwalt, bitte übernehmen sie :D

  • Vor 4 Monaten

    Kommt zwar erst ab 18.8. raus, kann aber schon vorbestellt werden: Live-Video bzw. Audio von Future Of The Left in London (nur Download).

    Bis 25.8. kann man aber auch die Anfassversion bestellen.

    Einen Vorgeschmack gibt's hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=3HBDDgDElto

    und hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=1-Tz5iGKiyg