Porträt

laut.de-Biographie

Midas Fall

Die mythische Figur des König Midas soll ja bekannt für ihre Gier und ihre Dummheit gewesen sein. So ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich die schottische Band Midas Fall nach eben jener Erzählung benannt hat, in der Midas von Apollon die Ohren zu Eselsohren langgezogen bekommt, weil er bei einem Wettstreit für Pan und gegen den eigentlichen Sieger Apollon entscheidet.

Die Geschichte geht natürlich noch weiter. Der Barbier entdeckt die Eselsohren des Königs, erzählt die Wahrheit aber nicht weiter und ruft sie stattdessen in ein Erdloch am Flussufer: "König Midas hat Eselsohren". Doch der Schilf hat mitgehört und trägt es über Binsengräser weiter, bis es am Ende doch die ganze Welt erfährt. Daher auch der Begriff Binsenweisheit, zu dem auch Musikjournalisten gerne greifen.

Bei Midas Fall ist der Mythos weniger kompliziert. Die Band gründet sich 2008 in Edinburgh, nachdem Gitarrist Rowan Burn Sängerin Elizabeth Heaton aus einer anderen Band abwirbt. Man beginnt zusammen an Songs zu schreiben, die mal nach großformatigen Soundlandschaften klingen sollen, aber auch ruhigere Piano-Momente und elektronische Elemente zulassen sollen.

"Unsere Songs sind von Post-Rock beeinflusst, haben Prog-Strukturen und die Stimme einer großen Lady", sagt Rowan in einem Interview nicht ohne Stolz. Tatsächlich dauert es nicht lange, dass nach einigen Lineup-Wechseln und ersten vielversprechenden Konzerten lobende Vergleiche mit Beth Gibbons von Portishead und Natasha Khan von Bat For Lashes gezogen werden. Stimmen aus anderer Ecke werfen aber auch den Namen der Nu Metal-Band Evanescence in den Ring.

Das ist aufgrund des raumgreifenden pathetischen Gesangs und der tiefgestimmten Gitarren zwar nicht völlig abwegig, Midas Fall klingen auf ihrem 2010er Debütalbum "Eleven. Return and Revert" jedoch weitaus ausdifferenzierter. Progressive Pop an der Schnittstelle von Radiohead und Björk, Shoegaze-Gothic, sich auf die Hinterbeine stellender Mogwai-Krach – Midas Fall sind ein ernsthafter Geheimtipp für Fans alternativer Rockmusik, die keine Scheuklappen tragen.

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