Porträt

laut.de-Biographie

Martinez

Klingt auf Anhieb nicht gerade nordländisch. Martinez, das Alter Ego von Martin Swanstein, einem in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen sesshaften DJ und House-Produzenten. 1981 geboren, stammt er ursprünglich aus dem südlichsten Zipfel Schwedens. Bereits im jungen Alter entdeckt Swanstein zunächst Techno, später dann House.

Darüber hinaus spielt er Keyboard, Gitarre und auch Flöte. Von daher ist der nächste Schritt nicht weit, zuhause am Computer elektronische Dance-Tracks zu produzieren. Zusätzlich legt er sich zwei Decks zu und fängt an Platten zu sammeln. Da Swanstein zu dieser Zeit aufgrund seines Alters der Eintritt in Clubs verwehrt bleibt, organisiert er einfach seine eigenen Parties am Strand, bei denen er nicht selten selbst hinter den Plattentellern steht.

Dank eines Demotapes bekommt Swanstein ein paar Jahre später die Möglichkeit, im Stockholmer Wrong Steps-Studio seine Fähigkeiten und Kenntnisse als (Co-) Produzent zu vertiefen. Mit Unterstützung des Franzosen Manuel Perez entstehen dort in den Schulferien eigene Tracks, wovon "Late Night Groove" als Swansteins Single-Debüt unter dem Alias Martinez auf dem schwedischen Label Deeplay Music erscheint.

Für die damaligen Deeplay-Stallgefährten Physics fertigt er zudem einen Remix zu "Don't Deny Me Love", der bei Publikum, Kritik und DJs gleichermaßen gut ankommt. Sein Können als DJ spricht sich sogar soweit herum, dass er an seinem 18. Geburtstag die Abschlussparty des Stockholmer Filmfestivals neben Jori Hulkkonen, Llorca und Elegia beschallen darf.

Im Jahr 2000 siedelt er nach Kopenhagen über. Ein für ihn nicht nur geografisch naheliegender Entschluss, schließlich kauft er dort auch seine Platten ein. In der Kapitale Dänemarks findet er beste Voraussetzungen, sich richtig in Musik und Produktion zu vertiefen. Bald darauf zieht Swanstein einen Deal mit Guidance Recordings in Chicago an Land. Die Macher dort veröffentlichen von ihm unter anderen die im Deephouse/Broken Beat-Stil gehaltene EP "Laidback Grooves".

Es folgen Remix-Anfragen unter anderen von Silicone Soul, Jussi-Pekka oder Spiro Projecto. Neben Auftritten in vielen dänischen und schwedischen Clubs legt Martinez auch auf dem Roskilde-Festival 2002 auf. Zudem spielt er in London und Barcelona. Auch Sender wie Radio Nova in Paris oder das staatliche Radio Dänemark haben ihn und seine Musik im Programm.

Drei Jahre nach seinem Umzug wandelt sich auch der Sound. Zuvor eher jazzig und deep, klingt dieser zum einen experimentierfreudiger und technoider. Andererseits orientiert sich Martinez verstärkt an einer musikalischen Richtung, die er selbst als 'Cosmic House' bezeichnet. Ein melodiös-atmosphärischer Space-House-Sound, wohl in Anlehnung an die italienische Cosmic-Welle in den Achtzigern, an der sich auch die norwegische Discofraktion um Linstrom & Co. in gewisser Weise orientiert.

Daraufhin bekommt Martinez von Steve Bug das Angebot, bei Dessous Recordings zu veröffentlichen. Hier erscheint die "Skywalker"-EP. Im Anschluss an deren erfolgreiches Durchstarten gründet er Out Of Orbit Recordings, auf dem neben diversen Martinez-EPs auch Releases befreundeter Kollegen wie Jussi-Pekka, Zvukbroda und Trentemøller erscheinen. Letzterer feiert mit Katalognummer drei "Beta Boy" einen großen Erfolg.

Darüber hinaus klopft das Booka Shade-Label Get Physical Music an. Und für das Frühjahr 2006 ist von Martinez die Mix-Compilation "Audiomatique Vol. 1" für Audiomatique Recordings angekündigt. Caramba.

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