Porträt

laut.de-Biographie

Marcus Miller

Solokünstler, Studio-Musiker, Soundtrack-Komponist, Produzent und Multiinstrumentalist: Es gibt kaum einen musikalischen Schaffensprozess, an dem sich Marcus Miller nicht erfolgreich ausprobiert.

Marcus Miller bekommt das musikalische Talent bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater spielt leidenschaftlich Piano und Kirchenorgel, während sein Onkel, Wynton Kelly, als einer der begnadetsten Jazz-Pianisten der Welt gilt.

In Brooklyn aufgewachsen, ist Marcus noch keine zehn Jahre alt, als er sein näheres Umfeld mit beeindruckenden Fähigkeiten an der Blockflöte und der Klarinette begeistert.
Kurze Zeit später folgt der E-Bass, mit dem er in der Highschool-Zeit diversen Funkbands zu rhythmischer Stabilität verhilft.

Seine Begabung am Viersaiter macht schnell die Runde, und so begleitet er im Jahr 1975, gerade sechzehn geworden, die amerikanische Flötistin Barbara Ann 'Bobbi' Humphrey auf Tour. Zwei Jahre später nimmt ihn gar Lenny White unter seine Fittiche, ehe Marcus 1978 bei der Saturday Night Live-Band einsteigt.

Sein einzigartiges jazziges Bass-Spiel befördert ihn bereits in jungen Jahren in konkurrenzlose Gefilde. Inspiriert von Jaco Pastorius, Paul Chambers, Ron Carter, und Sam Jones kultiviert und perfektioniert der New Yorker die Slapping-Technik: "Als ich das erste Mal "Speak Like A Child" von Jaco hörte, waren da diese ungewöhnlichen Bass-Töne. Ich kam nicht mehr davon los, also setzte ich mich hin und versuchte sie nachzuspielen", erinnert sich Marcus an seine Anfänge.

In den Achtzigern entwickelt sich Marcus Miller zu einem international anerkannten und heißbegehrten Studio- und Session-Musiker. Namhafte Künstler wie Roberta Flack, Aretha Franklin, Luther Vandross, David Sanborn oder Jean Michel Jarre erfreuen sich an den Fähigkeiten des Bass-Virtuosen. Und auch Miles Davis nimmt sich der Qualitäten des New Yorkers an und präsentiert dessen Künste innerhalb seiner Live-Band.

Nebenher streckt Marcus seine kreativen Fühler weiter aus und versucht sich neben dem Bass-spielen als Produzent und Soundtrack-Komponist. Bei den letzten drei Davis-Outputs steht er alleinverantwortlich hinter den Reglern und spielt zudem noch alle Bassspuren ein.

Nach dem Tod der Jazz-Ikone konzentriert sich Marcus mehr und mehr auf die Arbeit als Solokünstler und feiert mit Werken wie "The Sun Don't Lie", "Tales" und "Live And More" große Erfolge in Szene-Kreisen. Mit seinem Album "M²" gewinnt er 2002 gar einen Grammy in der Kategorie "Best Contemporary Jazz Album".
Zwischendurch nimmt er sich aber immer auch Zeit für Anfragen von Kollegen, und so findet sich sein Bassspiel auf Alben von Mariah Carey, Elton John, Bryan Ferry und LL Cool J wieder.

Mit den Werken "Silver Rain", "Free", "Marcus" und "A Night In Monte Carlo" beschallt er im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends seine Anhängerschaft als Solointerpret, bevor er im Sommer 2011 mit "Tutu Revisited-Live" abermals seine Bühnen-Qualitäten auf Tonträger unter Beweis stellt.

Insgesamt findet man den Namen Marcus Miller auf über 600 musikalischen Werken, was den Protagonisten bisweilen selbst überrascht: "Natürlich ist es schwer den Überblick zu behalten, aber jeder einzelne Ton, der je von mir irgendwo eingespielt wurde, kam direkt aus meinem Herzen."

Alben

Marcus Miller - Silver Rain: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Silver Rain

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