Porträt

laut.de-Biographie

Mama Boom!

"I like to move the Krauts!" Wenn das mal kein Schlachtruf ist. MC Pascal "Der Dreckmann" Dreckmann lässt an seiner Mission keinen Zweifel. Es gilt, die träge Nation zu bewegen. Wenn dabei noch alle Beteiligten einen Heidenspaß haben, um so besser.

Seit 2003 rockt und groovt man bei Mama Boom! im Zeichen der musikalischen Völkerverständigung. Wo Hamburg und Berlin einen gemeinsamen Nenner finden, gelingt das auch verschiedensten Musikstilen. Rockgitarren und Reggae-Vibes beißen sich? Nicht unter den wachsamen Augen von Mama Boom! - hier teilen sich Dancehall und Rock'n'Roll, Hip Hop, Dub und eine anständige Portion Funk brüderlich die Spielwiese. In Ermangelung eines passenderen Etiketts tauft man das Baby Ragga'n'Roll.

Mama Boom! ist das Projekt zweier Männer. Pascal, "Der Dreckmann", entspringt als Sohn einer haitianischen Mutter karibischen Wurzeln. Der Herr Papa stammt aus dem hohen Norden, Pascal wächst in Hamburg auf. Im elterlichen Hause regiert die Begeisterung für Jazz. Da Kinder ohnehin grundsätzlich alles anders machen als ihre Altvorderen, nicht weiter verwunderlich, dass man sich einen Elvis-Fan heran zieht.

Musikalisch ist er auch, der Bub. Neben dem Gesang begeistert sich Pascal nach einem Umweg über das Saxophon für Drums und Percussions. Ein Studium der Kulturwissenschaften führt ihn nach Lüneburg, bevor ihn im September 2005 der Ruf der Großstadt ereilt.

"Berlin hat eine große Dichte an Kreativen, an Künstlern", erklärt Pascal seine Entscheidung auf multikulti.de. "Meine Freunde und ich sind dann einfach hergezogen, weil wir Bock drauf hatten. Wir hatten halt romantische Vorstellungen. Berlin da geht was, da ziehen wir mal hin, da gucken wir mal und jetzt checken wir das mal aus."

Zu diesem Zeitpunkt hat das Projekt Mama Boom!, bei dem Pascal gemeinsam mit seinem Kollegen, Gegenpart, Gitarristen und Melodica-Maestro Don DiNero die tragende Rolle spielt, längst erste Früchte getragen: Die EP "Mund Auf, Augen Zu!" erscheint bereits Anfang 2004. Humorvolle Texte setzen dem gnadenlosen Stilmix, der später trefflich als "Style-Gang-Bang" bezeichnet wird, die Krone auf.

Glaubt man der Legende, so zerstörte Don DiNero, der ebenfalls aus Hamburg stammt, bereits im zarten Alter von sechs Jahren seine erste Gitarre. Diverse mehr oder (häufiger) weniger erfolgreiche Musikprojekte treiben ihn in die Arme Mama Boom!s. Tatkräftige Unterstützung erhalten DiNero und Der Dreckmann von Steve LeMans (in dieser Schreibweise um so vieles cooler als Lehmann ...) an den Drums. Am Bass trifft Hotsteppa B-Low aka Kristof Behlau den richtigen Ton und das Zwerchfell.

Eine zweite EP erscheint im April 2006. Auf der bandeigenen Homepage urteilt man selbstverständlich ganz unvoreingenommen: "Mehr Kick, mehr Funk, mehr Lässigkeit." Bei der Messlatte, die man mit dem Debüt höchstselbst legt, eine beachtliche Leistung. Pascal, der Erfahrungen aus Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mitbringt, kümmert sich um das Booking seiner Truppe, die es bei einigen Auftritten auf beeindruckende Zuschauerzahlen bringt. Kleinere Crowds bedient man natürlich trotzdem noch gerne.

Schützenhilfe kommt von P. R. Kantate, der für die Nummer "Mehr" mit an den Start geht. Im Gegenzug leisten Mama Boom! bei der Release-Party von dessen Album "Dick In Jeschäft" im Juli 2007 Aufwärm-Arbeit. Auch beim dritten Streich, "Boom! Boom! Boom!", der im gleichen Jahr folgt, reicht es - verstehe das, wer will - nicht zum offiziellen Longplayer. Wieder bringen Mama Boom! eine EP im Eigenvertrieb unter die Leute.

Ein "richtiges" Album folgt erst im Herbst 2008. Das trägt als Entschädigung für die lange Wartezeit den Superlativ bereits im Titel: "Bestens". An der allem zugrunde liegenden Absicht hat sich über die Jahre nichts geändert. Bei Mama Boom! gilt: "I like to move the Krauts!"

Alben

Mama Boom! - Bestens: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Bestens

Kritik von Dani Fromm

Dance the Hall: Satte Bässe und üppige Bläsersätze. (0 Kommentare)

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