Porträt

laut.de-Biographie

Living Death

Living Death kann man wohl mit Fug und Recht als eine von Europas ersten Thrash Metal-Bands bezeichnen. Die Kelch Brüder Reiner (g) und Dieter (b) rufen die Combo Ende 1980 mit Frank Fricke (g), Thorsten Bergmann (voc) und Frank Schubring (dr) in Velbert ins Leben und spielen auch schon bald ihre ersten Gigs.

Zu einer Zeit, in der Destruction, Sodom oder Kreator noch vom ersten Plattendeal träumen, greifen Living Death einen Vertrag mit Earthshaker ab und veröffentlichen 1983 ihr Debüt "Vengeance Of Hell", das dank Geschwindigkeit und Power von vielen mit Acts wie Metallica, Anthrax oder auch Slayer verglichen wird. Zwar ist der Sound sehr dürftig und auch Sänger Thorsten muss noch einiges lernen, aber der Grundstein ist gelegt.

Frank steigt schnell wieder aus und auch sein Ersatz Harald Lutze ist nur vorrübergehend für ein paar Shows mit Warlock dabei. Erst Andreas Oberhoff steigt fest bei Living Death ein und ist somit sowohl auf der EP "Watchout", als auch auf dem zweiten Album "Metal Revolution" zu hören, die beide '85 erscheinen. Vor allem in Sachen Sound und Gesang ist ein deutlicher Fortschritt festzustellen, denn Thorsten ist mittlerweile viel selbstsicherer und variabler.

Erneut stellt sich das Drummer-Problem. Mit Atomic Steif (Guido Richter ) sitzt schon der dritte Drummer hinter den Kesseln. Seinen Einstand liefert er auf der EP "Back To The Weapons", das wegen seines recht krassen Covers mit einem Sticker zensiert wird. Zu dieser Zeit starten Rainer und Frank auch ihre Karriere bei den Techno Thrashern von Mekong Delta. Das weiß nur bis dahin keiner, denn sämtliche Musiker treten mit englischen Pseudonymen auf.

Mekong Delta Boss Ralph Hubert hat Living Death inzwischen auch auf seinem Aaarrg Label und in etwa zeitgleich mit dem Mekong Delta-Debüt erscheint auch "Protected From Reality". Die musikalische Leistung auf dem Album ist erneut erstklassig, aber Thorstens Gesang bedarf wieder einiger Gewöhnung. Doch auch dieses Album verkauft sich ganz anständig. Danach schieben sie kurzfristig eine Live-EP nach, die ursprünglich nur für den US-Markt bestimmt sein sollte.

Ende '88 erscheint mit "Worlds Neuroses" das vierte und beste Studioalbum. Die Band variiert das Tempo häufiger. Vor allem zeigt der Frontmann endlich, dass er ein tolle Stimme hat und diese auch zum singen und nicht nur zum kreischen einsetzen kann. Rainer und Frank sind inzwischen beide bei Mekong Delta ausgestiegen, doch besonders innheralb von Living Death kommt es zu großen Spannungen. Diese führen dazu, dass Sänger und Drummer rausfliegen und Platz für die beiden neuen Gerald Thelen (voc) und Frank Ullrich (dr) machen müssen.

Als kurz darauf auch Frank seinen Hut nehmen muss, schließt der sich wieder mit Thorsten und Atomic Steif zusammen und gründet die Band Sacred Chaos, die es aber nur auf ein Album '89 bringt und sich danach wieder auflöst. Doch auch die Geschichte von Living Death dauert nicht viel länger. Als Quartett veröffentlichen sie 1991 noch "Killing In Action", die wieder deutlich schneller, dafür aber auch weniger abweschlungsreich ist. Posthum erscheint '94 noch eine Compilation, doch danach ist leider Schluss mit einer der talentiertesten Bands Deutschlands.

Allein Atomic Steif bleibt dem Musicbiz längerfristig erhalten, denn er steigt zunächst bei Holy Moses ein und spielt bis 1995 bei Sodom.

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