Porträt

laut.de-Biographie

Little Venus

Originelle Konzepte werden auch in einer übersättigten Kulturlandschaft wahrgenommen und bei entsprechender Qualität setzen sie sich über kurz oder lang durch. Eher kurze Zeit brauchte Little Venus, um sich zunächst in der Schweizer Musikszene zu etablieren. Anfang des Jahres 1995 nehmen die drei Protagonisten ein erstes Demotape auf, Ende des Jahres setzen sie sich gegen 55 Konkurrenten durch und werden von einer unabhängigen Jurys aus Musikkritikern und Medienschaffenden zur "besten Rockband des Kantons Bern" gekrönt.

Kurz darauf erscheint das Debüt "Drops Of Inspiration". Das Medienecho überschüttet Little Venus mit Lorbeeren, das Schweizer Fernsehen empfiehlt die CD ebenso wie das Schweizer Radio. Radio DRS lizenziert sogar einen Titel für seine Compilation, die an 1000 Radiostationen verschickt wird, um das eidgenössische Musikschaffen weltweit zu vertreten.

Das eigenwillige Konzept von Little Venus funktioniert also von Anfang an. Warum? Weil eine Besetzung bestehend aus Cello, Gitarre und Stimme Aufsehen erregt. Besonders dann, wenn sie mit einem erstaunlichen kompositorischen Abwechslungsreichtum, künstlerischer Virtuosität und kreativem Mut einhergeht. Prägend für den speziellen Klang des Trios ist neben der fehlenden Rhythmus-Sektion natürlich das Cello. Andreas Kühnrich weiß seinem Instrument die unterschiedlichsten Klangfarben, Rhythmen, Spielweisen und Stilistiken zu entlocken. Mal rau, erdig und aggressiv wie die Mannen von Apocalyptica, mal liebevoll verträumt, mal sphärisch entrückt, je nachdem, was das abwechslungsreiche Songrepertoire verlangt.

Die stilistische Bandbreite von Sängerin Irina Simoneta, Gitarrist Marc Rossier und Cellist Andreas Kühnrich ist immens. Die Frontfrau trägt die Texte in englisch, französisch, italienisch, afrikanisch und Schwiizerdütsch vor. Ihre Stimme fesselt durch Intensität und Natürlichkeit. Der Gitarrist, der auch die meisten Songs schreibt, glänzt mit filigraner Virtuosität. Gemeinsam prägen sie ein erstaunlich schönes und extrem vielfältiges Klangbild.

Das demonstrieren sie eindrucksvoll auf ihren Veröffentlichungen. Noch in der Urbesetzung erscheint 1997 "A Letter For You". Unterstützt von TV-Auftritten und einer großen Tournee, deren Höhepunkt ein Auftritt beim legendären Berner Gurten-Festival markiert, wächst ihre Fangemeinde unaufhaltsam. 1999 folgt "Ithaka", in dessen Folge sie abermals auf ausgedehnte Tournee gehen. Der dichte Tourplan wird dieses Mal vom Multimedia-Spektakel 'Venus in Motion' gekrönt, das in Zusammenarbeit mit der Tanzkompanie Running Out und dem Fotographen Lukas Batt entsteht.

Um die Jahrtausendwende endet die Zusammenarbeit mit der Sängerin und dem Cellisten der Ursprungsbesetzung, Rusche Keusen und Nick Rechsteiner. Fest entschlossen, das Projekt weiterzuführen, macht sich Gitarrist Marc Rossier auf die Suche nach neuen Gefährten und komponiert fleißig weiter. In der Triester Sängerin Irina Simoneta und dem Cello spielenden Andreas Kühnrich findet er schließlich seine Traumbesetzung, die 2004 das Album "Florence Or Berne" einspielt. Gemeinsam gelingt es ihnen, die eidgenössischen Grenzen nachhaltig zu überwinden. Sie spielen etliche Konzerte im Ausland, kooperieren live mit Hank Shizzoe und eröffnen 2005 das internationale Freiburger Zeltfestival vor Aimee Mann.

2006 fügen sie ihrer Erfolgsleiter mit "Volcano" gewichtige Sprossen hinzu. Das Album wird europaweit vertrieben, erntet euphorische Kritiken und führt Little Venus abermals auf ausgedehnte Konzertreisen. Die dort gemachten Erfahrungen dokumentiert das Trio auf "Boots & Legs" (2008). Das CD/DVD-Set zeigt die Band, wie sie wirklich klingt: fantastisch! Wie schon auf "Volcano" strotzen die Musiker auch live vor Intensität, unbändiger Spielfreude, bunter Klangvielfalt und überbordendem Erfindungsreichtum.

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