Porträt

laut.de-Biographie

Lil B

"Lil B is the most influential artist of our time." Sagt Lil B.

Brandon McCartney, geboren im Jahr 1989, hat Provokation als PR-Maßnahme verinnerlicht wie wenige andere Rapper. Wie wenige andere Musiker überhaupt: Weder Fans noch Medien nehmen den Kalifornier aus Berkeley noch zwingend als Hip Hopper wahr. Dem Künstler selbst geht es vermutlich ähnlich: "Am I Even Really A Rapper Anymore?" heißt eine seiner bekannteren Videosingles.

Lil Bs Provokation dem Hip Hop gegenüber gründet in erster Linie auf seiner Weigerung, sich der Ästhetik und Qualitätsmerkmalen wie Punch, Flow und lyrische Kreativität unterzuordnen. Lieber parodiert McCartney, der unter Verfechtern ebenjener Standards als miserabler Rapper gilt, die Szene. Er inszeniert sich eben noch als BasedGod, dann als autogetunter Mainstream, um über Gabber-Rave-und rockige The Cure-Samples schließlich komplett mit stilistischen Kategorien zu brechen.

Anfangs sind für das damals 16-jährige Mitglied der Bay Area-Raptruppe The Pack (ihre "Based Boys"-LP erscheint 2007) Prince und 2Pac noch wichtige Wegweiser. Zum Ausklang der Nullerjahre wechselt der Exzentriker jedoch in die Solospur. Schneller als die meisten erkennt er die Potenziale des Social-Media-Marketing für sich. Via über 150 MySpace-Profile probiert sich Lil B an Soul, Stream-of-consciousness-Rap, Dubstep, Spoken Word und New Age aus, ohne künstlerischer Kohärenz Beachtung zu schenken.

2008 stößt er über MySpace auf die Arbeiten von Clams Casino. Mit Hilfe der verwaschenen Hypnagogic Hip Hop-Samples des damals noch unbekannten Produzenten avanciert Lil Bs früher Track "I'm God" zum Internethit. Der Amerikaner leckt Blut und erklärt sich kurzerhand zum BasedGod inklusive Based-Bewegung. Unter diesem Pseudonym erscheinen Jahre später eigene Alben und Mixtapes.

A propos Releasekalender: Allein zwischen 2009 und 2012 veröffentlicht Lil B sieben vollwertige Alben und weit über 30 Mixtapes, auf denen er gern PR-trächtig Celebrities wie Justin Bieber oder Charlie Sheen zum Thema macht. Außerdem findet der Rapper 2010 noch die Zeit, mit der alten The Pack-Crew ein zweites Album namens "Wolfpack Party" aufzunehmen.

Zeitgleich baut er seine Webkanäle auf Twitter, Tumblr und Co. immer weiter und immer schneller aus. Die eigene Musik veröffentlicht Lil B auf diesen Plattformen regelmäßig als Gratis-Download. So gewinnt er bald zahlreiche Fans, die häufig nicht aus dem klassischen Hip Hop-Metier kommen, sondern die Ironie hinter der bewusst unfertig klingenden Musik goutieren.

Auch die Presse findet Geschmack an diesem Alles-geht-Appeal. Das Kulturmagazin Slate rechnet Lil B "zur wachsenden Zahl der Weirdo-MCs" und nennt ihn einen "brillant verdrehten Post-Lil Wayne-Dekonstruktivisten". Vlog-Ikone Anthony Fantano begrüßt auf seinem YouTube-Channel Bs "Müll, der Spaß macht".

Für die Freiheit zu tun, wonach ihm der Sinn steht (und was der Ökonomie der Aufmerksamkeit folgt), nimmt Lil B sogar Todesdrohungen in Kauf. Die erhält er in Reaktion auf den Titel seines fünften Albums "I'm Gay". Außerdem tritt McCartney als Autor in Erscheinung. 2009 veröffentlicht er das Buch "Takin' Over by Imposing the Positive". Darin bringt er dem Leser den sogenannten "Based Lifestyle" näher, der auf Optimismus basieren soll.

Alben

Surftipps

  • Facebook

    Netzwerk.

    https://www.facebook.com/LILBTHEBASEDGOD
  • Based World

    Offiziell.

    http://www.basedworld.com/
  • Village Voice

    The complete guide to understanding Lil B.

    http://blogs.villagevoice.com/music/2013/04/complete_guide_understanding_lil_b.php

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