Porträt

laut.de-Biographie

Lena Malmborg

Es sind die einfachen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Das Haus im Schlafanzug verlassen, zum Beispiel. In ihrer Heimat Schweden schien Lena Malmborg dies wohl nicht möglich, bei ihrem Aufenthalt in Deutschlands Hauptstadt im Frühjahr 2010 hingegen schon. Das Nachthemdchen auch mal außerhalb des Bettes stilbewusst tragen zu können - es erweist sich als großes Glück für Lena.

Die Musikerin befindet sich zu dieser Zeit in einer Krise: das dritte Album will sich einfach nicht selbst beenden. Drei Monate in Berlin – und Inspiration und Motivation kehren zurück. "Mir hätte wahrscheinlich nichts Besseres passieren können", erklärt die zierliche Blonde. "Ich genoss einfach das Leben und dachte nicht so viel über meine Musik nach."

Es ist nicht nur die Lässigkeit der Hauptstädter, die Lena Malmborg zurück ins Studio lockt. Unterstützung erhält sie von der gefühlt halben schwedischen Indiefront. Mats Björke von Mando Diao tritt als Produzent in Erscheinung, Friska Viljor-Mitglied Daniel Johannson mixt die Scheibe, Carl Noren (Sugarplum Fairy) spielt Duettpartner und unter anderem Elin Sigvardsson liefert gesangliche Unterstützung. So erscheint Ende Oktober 2010 die Platte "Paris To Berlin", auf der sie ihrer Inspirationsquelle mit einem eigenen Song dankt: "Berlin - you give me time to think. Berlin - it's so damn close I surrender, start to sink, but I'll rise again."

"I have waited, I've searched. Now I found it: real love", heißt es auf ihrem zweiten Album "Real Love" aus dem Jahr 2009. Bei "Paris To Berlin" hingegen singt sie: "I don't believe in love, I don't believe in our love" - und spricht damit wahrscheinlich nicht über ihre Situation von 2010. Lena ist mit erwähntem Daniel Johannson liiert. Sie leben zusammen, arbeiten zusammen, touren zusammen. Und haben einen gemeinsamen Sohn, Olle, über den die Schwedin sagt, er sei "Världens Finaste Gosse" ("der schönste Junge der Welt").

All dies äußert die Sängerin mit einer wunderbar kratzigen Stimme. In poppigerAusführung, von Soul und Folk beeinflusst, mit Gospeleinlagen, bluesigen oder auch jazzigen Elementen versehen. Das kommt nicht von ungefähr: An ihrem neunten Geburtstag schenkt der ältere Bruder Anders Lena eine Platte von Muddy Waters. "Ich habe mich sofort darin verliebt", erklärt sie. "Ich hörte daraufhin auch viele Sachen von B.B. King und Robert Johnson. Das hat meinen Musikgeschmack auf jeden Fall beeinflusst. Mir gefallen besonders die Grundelemente und die Ideen des Blues."

Dementsprechend singt Lena Malmborg nicht nur von der Liebe und dem Glück, auch Mord, Selbstzweifel oder Suizid macht sie zum Thema. Es sind aber doch die einfachen Dinge des Lebens, die der Schwedin besonders gut zu gefallen scheinen: "Seems we're gonna have a good time, everything just feels so fine!"

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