Porträt

laut.de-Biographie

Kurt Vile

Als 14-jähriger Knabe wünscht sich Kurt Vile eigentlich nichts sehnlicher als eine Gitarre. Sein Vater, ein Bluegrass- und Folk-Fanatiker, erfüllt ihm diesen Wunsch nur so halb – und schenkt ihm ein Banjo. Der junge Kurt macht das Beste aus der Situation und spielt das Instrument kurzerhand so, als hielte er eine Klampfe in der Hand. Denn richtige Gitarrenmusik mag der 1980er-Jahrgang ohnehin viel lieber, versprühen doch seine Vorbilder Bruce Springsteen und Neil Young mehr Coolness, als alle Folk-Helden des Vaters zusammen.

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Das mit dem Gitarre spielen klappt inzwischen, und Kurt versucht sich schließlich Ende der Neunziger an seinen ersten Home-Recordings. Während er für Bands wie Beck und Pavement schwärmt, verdient er sich das nötige Kleingeld für Equipment und Lebensunterhalt als Gabelstapler-Fahrer. Schließlich reicht es ihm aber doch, Vile sehnt sich nach einem Tapetenwechsel und zieht vom heimischen Philadelphia nach Boston.

Der Umzug bleibt ein kurzes Intermezzo in der Vita des Musikers, der während den zwei Boston-Jahren weiter an seinem Songwriting feilt. Wieder zurück im heimischen Phillie trifft er 2003 auf den Gitarristen Adam Granduciel. Künstlerisch funkt es zwischen den Beiden, sie beginnen, an gemeinsamen Songs zu arbeiten. Aus den Stücken resultiert im Jahr 2005 die Gründung der Indie-Band The War On Drugs.

Weitere drei Jahre ziehen ins Land, bevor sie beim Label Secretly Canadian unterkommen und das Debüt "Wagonwheel Blues" veröffentlichen. Doch Vile bringt 2008, also noch im selben Jahr, sein Solo-Debüt "Constant Hitmaker" auf den Markt. Nach nur einem Album verlässt er die inzwischen auf vier Mitglieder angewachsenen The War On Drugs. Allein Songs zu schreiben reizt ihn seitdem mehr: "Als die War On Drugs-Platte rausgekommen war, ging ich mit der Band nach Europa, eröffnete die Shows aber als Kurt Vile. Zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung, mich auf mein eigenes Ding konzentrieren zu wollen."

Die übermäßig große kreative Potenz des Kurt Vile macht sich bald weiter bemerkbar. Im April 2009 kommt bereits der Nachfolger seines ersten Albums auf den Markt, der eine Sammlung seiner Heim-Aufnahmen seit 2003 darstellt. Damit ist schnell erklärt, warum es wiederum nur ein knappes halbes Jahr dauert, bis Album Nummer drei ansteht.

Kurt Vile - B'lieve I'm Going Down...
Kurt Vile B'lieve I'm Going Down...
Der Reiz der Platte liegt im Unscheinbaren.
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Mit "Childish Prodigy" scheint der endgültige Durchbruch geschafft. Denn für den Langspieler nimmt sich Matador Records seiner an und veröffentlicht die Platte. Es folgen eine Tour und Support-Shows für Dinosaur Jr. und Thurston Moore. Sonic Youth machen sowieso keinen Hehl aus ihrer Schwäche für den Langhaar-Liebhaber. In einem Interview erwidert Bassistin Kim Gordon auf die Frage, was denn ihr aktuelles Guilty Pleasure sei: "Kurt Viles aktuelle CD 'Childish Prodigy' anzuhören. Guilty, weil ich sie zu oft höre..."

Konsequent veröffentlicht Vile mit "Smoke Ring For My Halo" sein viertes Album innerhalb von gut drei Jahren Anfang 2011. Am Ende steht es in Pitchforks "Top 50 Albums of 2011" auf dem 16. Platz. Und damit weit vor dem zweiten Album seiner früheren Gefährten von The War On Drugs – auf dem er allerdings wieder als Gitarrist zu hören ist, ohne jedoch festes Mitglied zu sein. Als im April 2013 sein Fünftling "Wakin On A Pretty Daze" von den amerikanischen wie europäischen Kritikern gefeiert wird, könnte er sich längst zum Olymp des modernen Alternative-Rock zählen.

Doch Vile selbst gibt sich stets bescheiden und bremst die Euphorie um seine Person. Seine Karriere will er lieber langsam und stetig ausbauen: "Es ist, als würde man eine Leiter empor steigen. Ich mag es, sie langsam hochzuklettern. Ich könnte vielleicht auf der Stelle richtig professionell werden, aber ich mache lieber Baby-Schritte und finde meinen eigenen Weg."

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