Porträt

laut.de-Biographie

Kitaro

Kitaro bedeutet in der Übersetzung ungefähr 'geachteter Mann mit vielen Freunden'. Genau so harmonisch und weise entwirft Masanori Takahashi auch seine zahllosen Kompositionen. Diese fließen entspannt dahin wie ein japanisches Bächlein im Frühling.

Obwohl Kitaro ursprünglich einer ärmlichen Bauernfamilie der Insel Honshu entstammt, zieht es den Japaner schon früh zu den Künsten. Speziell die Musik hat es ihm angetan. Beseelt von der Idee, Ost und West kulturell zu vereinen, reist er Anfang der 70er Jahre mit der "Far East Family Band" nach und durch Europa.

Auf der Tour lernt er Elektroguru und Tangerine Dream Mitbegründer Klaus Schulze kennen. Zwischen beiden entwickelt sich schnell eine freundschaftliche Verbindung. Schulze ist eine Schlüsselfigur für den weiteren Werdegang des Japaners. Er produziert zwei Alben der Band und weiht Kitaro gern in die tiefen Geheimnisse des noch jungen Synthesizerinstruments ein.

Das Keyboard lässt Herrn Takahashi fortan nicht mehr los. Endlich hat der ursprüngliche Gitarrist das rechte Handwerkszeug für seine Mission gefunden. Also kehrt er 1977 in seine Heimat zurück und startet eine erfolgreiche Solokarriere unter seinem Spitznamen.

Das viele Reisen und Studium der ostasiatischen und indischen Klangräume kommt ihm dabei sehr zugute. Shintō, Buddhismus und ein wenig Esoterik bilden die Grundlage für die sehr meditativen und melodischen Alben. Hier präsentiert sich der mittlerweile Wahlamerikaner als Wanderer zwischen den Welten, der im Leben wie in der Kunst seine Mitte gleichermaßen im Westen wie im Osten findet.

Zusammen mit Vangelis darf man Kitaro mit Fug und recht als Erfinder des viel geschmähten Genres New Age bezeichnen. Doch für das schlechte Image dieses Genres darf man ihn nicht verantwortlich machen. Kitaro steht für die Verwendung authentischer asiatischer Kompositionsmuster wie für großartige Guest-Vocals und wabernde Synthies gleiermaßen.

Die Hochwertigkeit seines Klangkosmos' findet bei so unterschiedlichen Kollegen wie Grateful Dead, Mike Oldfield oder Yes Anerkennung. Ebenso gelingt es dem Klangkünstler scheinbar mühelos, einen Fuß in die Tür großer Soundtrack-Kunst zu zwängen. Das Repertoire reicht von urasiatischen Soundscapes für weltweit erfolgreiche Dokumentarfilme, "Silk Road I und II", bis hin zu dramatischen Themen für Hollywoodschinken wie z.B. Oliver Stones "Heaven and Earth".

Ende Februar 2010 meldet sich Kitaro nach einer mehrjährigen künstlerischen Auszeit eindrucksvoll zurück mit dem Spätwerk "Impressions Of The West Lake". Das Album bündelt alle kompositorischen und melodischen Stärken Kitaros zu einer kurzweiligen Reise ins gute alte Kopfkino. Ein großer Schritt in die verfolgte Richtung: "Ich fand es immer spannend, typisch westliche Musik in einen asiatischen Rahmen zu stellen und umgekehrt. Daran halte ich fest."

Alben

Ki (1982)

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