Porträt

laut.de-Biographie

Kid 606

Der aus Venezuala stammende Miguel Manuel De Pedro, wie Kid 606 bis ins Teenageralter hinein heißt, gilt als Musikbesessener par excellence. Aufgewachsen im kalifornischen San Diego, später dann in die Hippie-Metropole San Francisco gezogen, verbringt Kid 606 Stunden und Tage in seinem Heimstudio, wo er seine Vorliebe für Hip Hop, Punk, Techno und Breakbeat auslebt. Heraus kommen anfangs harte Tracks, auf denen Kid 606 seine prägenden Einflüsse zu einem explosiven Mix fusioniert.

Kid 606 - Pretty Girls Make Raves
Kid 606 Pretty Girls Make Raves
Techno mit four-to-the-floor-Attitüde.
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Atari Teenage Riot könnten bei den frühen Tracks von Kid 606 Pate gestanden haben, und auch bei seinen späteren Releases schlägt sein Hang zur Dekonstruktion immer wieder durch. 1998 debütiert Kid 606 mit "Don't Sweat The Technics" auf dem südkalifornischen Label Vinyl Communication. Ironisch tiefsinnige Titel und ein Hang zur wilden Klangcollage macht sich Kid 606 bereits bei seinem ersten Release zu eigen. Eine Konstante, die sich bei aller stilistischer Vielfalt in allen weiteren Produktionen wiederfinden lässt.

Der respektlose Umgang mit seinen musikalischen Vorbildern findet bei Ipecac-Boss Mike Patton natürlich Gefallen, und so signt er Kid 606 2000 für sein Label, auf dem im selben Jahr der zweite Longplayer des Kid "Down With The Scene" erscheint. Patton selbst gibt ein kurzes Gastspiel. An Radikalität dem Vorgänger ebenbürtig nimmt Kid 606 mit Titeln wie "Luke Vibert Can Kiss My Indie-Punk Whiteboy Ass" kein Blatt vor den Mund und fährt musikalisch im Fahrwasser experimenteller Electro-Punk-Acts, wie sie bei Mille Plateaux oder Chrome Records eine Heimat finden.

In Frankfurt, wo oben genannte Labels ihr Zuhause haben, macht Kid 606 mit seinem nächsten Album Zwischenstation. Die beiden Longplayer "Ps I Love You" und "Ps You Love Me" werden vom renommierten Experimental-Label Mille Plateaux verlegt und geben sich ein wenig zahmer als die ersten Kid 606 Releases. Dubbige Electro-Beats, die sich oftmals zu straighten Technogrooves aufschaukeln, weisen Kid 606 auf "Ps I Love You" als talentierten Produzenten mit einem Hand zum Minimalismus aus. "Ps You Love Me" wartet mit Remixen von Rechenzentrum, Matmos und Pan American auf.

Die Alben auf Mille Plateaux machen Kid 606 auch in Europa zu einer festen Größe in der Electro-Szene. Und auch als Remixer geht es 2001 für den Kalifornier steil bergauf. Peaches lässt den Track "Set It Off" von ihrem Debütalbum "Fuck The Pain Away" von Kid 606 überarbeiten, und auch den Depeche Mode Song "Dream On" poliert er im selben Jahr auf. Mit "Kill Sound Before Sound Kills You" kehrt De Pedro 2003 wieder zu den Breakbeat-Orgien früherer Album zurück. Eine Konstante, die auch "Who Still Kill Sound?", das ein Jahr später erscheint, fortführt und mit einem Hauch Dancehall anreichert.

Der Dancehall wird auf seinem nächsten Werk "Resilience" weiter ausgebaut. Ruhig und entspannt wie selten zuvor zeigt sich das Kind hier mit Songs, die bis jetzt auf keinem seiner anderen unzähligen Releases ihren Platz gefunden hatten.

Mit "Pretty Girls Make Raves" wendet sich De Pedro dem Dancefloor zu mit lupenreinem four-to-the-floor-Techno. Das Album entsteht unter der Prämisse, einfach mal Spaß zu haben. Sinngemäß tobt sich Kid 606 ausnahmsweise mal mit geraden Beats aus.

Alben

Kid 606 - Resilience: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2005 Resilience

Kritik von Philipp Schiedel

Behäbige Songs zwischen Dub, Dancehall und Elektro. (0 Kommentare)

  • Kid 606@brainwashed.com

    Schlichte, aber stylische Seite des Kid.

    http://www.brainwashed.com/kid606
  • MySpace

    'In your face' ist auch hier das Motto von Kid 606.

    http://www.myspace.com/kid606

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