Porträt

laut.de-Biographie

Kansas

"Ich habe Kansas erst ziemlich spät kennen gelernt. Gleich habe ich erkannt, was ich bis dahin verpasst hatte. Seitdem liebe ich die Band und den Song", schreibt Yngwie Malmsteen zu "Carry On Wayward Son", das 1996 sein Cover-Album "Inspiration" eröffnet. Dem großen Publikum sind Kansas vor allem wegen dieses Titels sowie "Dust In The Wind" bekannt. Progressiven Kollegen wie Dream Theater oder auch Malmsteen gelten sie aber als Vorbilder.

Was vielleicht auch daran liegt, dass sich die Geschichte von Kansas in viele Schaffensphasen mit unzähligen Mitgliederwechseln aufteilt. Eine Band dieses Namens gibt es bereits 1970, doch sie benennt sich in der Anfangsphase mehrmals um. Drei Jahre später besteht sie aus Kerry Livgren (Gitarren, Keyboards), Steve Walsh (Gesang, Gitarre, Keyboards), Rich Williams (Gitarre), Robby Steinhardt (Geige), Phil Ehart (Schlagzeug) und Dave Hope (Bass). Die Prog-Rock-Combo tauft sich nach dem Staat, in dem sich ihre Heimatstadt Topeka befindet.

1974 erscheint das selbstbetitelte Debütalbum, das wie die Nachfolger "Song Of America" und Masque" (beide 1975) Elemente der britischen Bands Genesis und Emerson, Lake & Palmer mit Rock US-amerikanischer Prägung verbindet. Der Erfolg hält sich zunächst noch in Grenzen, doch dank beharrlichem Touren machen sich Kansas national einen Namen.

1976 erscheint "Leftoverture" mit der Single "Carry On Wayward Son", das es in die Top Ten schafft. Ihren größten Erfolg feiern Kansas mit dem Folgealbum "Point Of No Return" (1977) und der existentialistischen Ballade "Dust In The Wind", die bis auf Position fünf der Singlecharts klettert. Das Album "Two For The Show" (1978) dokumentiert diese Schaffensperiode, die ihre produktivste ist.

Zu Beginn der 80er Jahre wird Livgren als Christ wiedergeboren und drückt der Band seine Erleuchtung auf. Walsh zieht von dannen, ersetzt durch den ebenfalls stark gläubigen John Elefante. Die Ausrichtung des Duos zum Mainstream vergrätzt auch den prägenden Geigenspieler Steinhardt, der die Band 1983 verlässt. Nach einer Best Of ist 1984 vorübergehend Schluss.

1985 erfolgt die erste von vielen Teilreunions. Diese geht von Walsh aus, der Gitarrist Steve Morse verpflichtet (später Ersatzmann von Ritchie Blackmore bei Deep Purple). Ab 1990 raufen sich die meisten Mitglieder von 1974 (Steinhardt inklusive) für verschiedene Touren wieder zusammen, auch wenn selten alle gemeinsam beisammen sind. Ausnahmen sind die Alben "Always Never The Same" (1997, mit dem London Symphony Orchestra) und "Somewhere To Elsewhere" (2000), die aber beide kein großes Interesse erzeugen.

Kansas sind nach wie vor regelmäßig auf Tour, wenn auch ohne Geiger Steinhardt, der 2006 aussteigt. Neben der klassischen Line-Up von 1974 (Insider-Bezeichnung: Kansas III) besteht auch noch eine Truppe, die neben Livgren aus Mitgliedern einer vorigen Inkarnation (Insider-Bezeichnung: Kansas II) besteht, die 2002 ein Album mit dem Titel "Early Recordings from Kansas 1971-1973" herausbringt. Um juristischen Ärger zu vermeiden, laufen diese und spätere Studiomühen unter dem Namen Proto-Kaw. Bei Liveauftritten 2004 verwenden Livgren und Co. aber das attraktivere Kansas – was dazu führt, dass zwei Bands mit demselben Namen gleichzeitig auf Tour sind.

Eine Entwicklung, die Kansas in "Wayward Son" bereits vorausgesehen hatten. "Mach weiter so, mein launischer Sohn. Du wirst Frieden finden, wenn du dein Ziel erreicht hast. Lege dein Haupt zur Ruhe und weine nicht mehr", heißt es im Refrain. Ob den damals Beteiligten das noch einmal gemeinsam gelingt, ist allerdings fraglich.

Alben

Videos

Dust in the Wind
Point of Know Return
Reason to Be
Away from You

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