Porträt

laut.de-Biographie

KC Rebell

"Kein Gangsta-Gelaber, ich brauch' auch keinen abzustechen, soll Massiv über seine Waffen rappen." KC Rebells Blog-Ankündigung vor dem Release des zweiten Langspielers "Rebellismuss" zeichnet schon ein akkurates Bild von Hüseyin Köksecen.

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Der Essener kurdischer Abstammung bedient sich seit Schultagen bei den aggressiven Stilmitteln des Gangstarap, setzt in seinen Texten aber auf weniger Pose und mehr Geschichte. Ob Frauen, Familie, Hass oder Liebe: KC präsentiert vorzugsweise moralingefärbte Inhalte statt Muskelbergschau.

Dabei liegt ihm das Thema Heimat besonders am Herzen. Mit dem mit orientalischen Gesängen untermalten "Kurdistan" macht er 2011 nachdrücklich auf sein Debüt-Soloalbum "Derdo Derdo" aufmerksam.

Als grundsätzlich politischen Rapper sieht er sich jedoch nicht, eher als "Rebell with a cause": "Ich habe eine Antihaltung. Ich bin kein Ja-Sager, ich bin ein Nein-Sager", verrät der '88er-Jahrgang im rap.de-Interview. "Wenn ich politischer Rebell wäre, würde ich das nicht mit meiner Musik machen, weil damit erreichst du nicht so viele Leute."

Wichtiger als Sendungsbewusstsein ist Rebell, sich raptechnisch kontinuierlich weiterzuentwickeln. Schon bevor er 2006 mit PA Sports das Gespann SAW (Schwarz auf Weiß) gründet, legt er dafür erste Grundlagen – in der Schulaula.

KC Rebell - Rebellution
KC Rebell Rebellution
Das Format Album stirbt? Vielleicht gar nicht so schlecht.
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Im Alter von sieben nach Deutschland gekommen und zunächst im ostdeutschen Magdeburg beheimatet ("Ich fühlte mich reingeschmissen, in diese neue Umgebung. Mein bester Freund war ein Nazi!") macht KC nach Essen rüber und besucht dort das Gymnasium.

Der Bruder bringt ihn mit Raphelden in Berührung: 2Pac, N.W.A., aber auch Bone Thugs-N-Harmony und Eminem steigen schnell zu persönlichen Idolen auf. "Ich hab' mir Instrumentals von Eminem runtergeladen und dann darüber gerappt", erinnert Rebell sich.

Er probt an ersten Disstracks über Lehrer, die sich an ihn erinnern, als die Abschiedsfeier für den scheidenden Schuldirektor ansteht. Köksecen schnappt sich das Mic und rappt der versammelten Schülerschaft ein Tribut. Der Knoten ist geplatzt, fortan weiß er: Er möchte im Hip Hop Karriere machen.

Nachdem er über einen Klassenkameraden Parham Vakili aka PA Sports kennenlernt, entschließen sich die beiden bald, besagte SAW ins Leben zu rufen. Hilfreich für die Entscheidung dürfte außerdem seine langwierige Rotsperre in einer U17-Fußballmannschaft sein: Nach einer angeblichen Beleidigung seitens des Schiedsrichters verprügelt er diesen und beendet seine bis dahin vielversprechende Sportlerlaufbahn vorzeitig. Er und sein Freund Mesut Özil, der es später bis in die deutsche Nationalmannschaft schaffen soll, gehen vorerst getrennte Wege.

Obwohl der Schmerz ein großes Leitmotiv in seinen Texten darstellt, nimmt KC Rebell das Leben abseits der Musik nicht immer auf die schwerste Schulter. "Für den Fußball hat mir ganz ehrlich auch etwas Disziplin gefehlt", gibt der BVB-Fan heute leicht wehmütig zu. "Aber Musik ist auch super."

Besonders, wenn sie Erfolg mit sich bringt: Nach "Rebellismuss" wechselt KC Rebell ins Label-Lager von Farid Bang, zu Banger Musik. Dass er mit diesem Schritt auch den Hype um den Kollegen und dessen Kollegah-Kollabo "Jung, Brutal, Gutaussehend 2" abgreifen will, gibt KC Rebell unumwunden zu. Der Plan geht auf: "Banger Rebellieren" erscheint 2013 und landet auf Platz zwei der Album-Charts.

Wenn er nicht selbst produziert oder wie Bushido in Doubletime Liebeslieder rappt, hört er am liebsten kurdische und türkische Musik: "Ich stehe auf den süßen Schmerz, Melancholie, nachdenkliche Sachen."

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KC Rebell - Rebellution: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2014 Rebellution

Kritik von Dani Fromm

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