Porträt

laut.de-Biographie

Jochen Distelmeyer

"Jeder Jeck ist anders", lautet ein Zitat von Jochen Distelmeyer, der Kopf der Hamburger Band Blumfeld. Aus dem Rheinland kommt der allerdings nicht. Er wird 1967 in Bielefeld geboren und wächst später im idyllischen Bad Salzuflen auf. Hier schließt er sich 1987 dem Fast Weltweit-Label an und spielt in verschiedenen Bands, u.a. Die Bienenjäger.

Das Kassetten-Label wird 1981 von jungen Menschen aus Herford, Bielefeld und Bad Salzuflen ins Leben gerufen. Die Aufnahmen sind sehr rar. Insgesamt werden nur ein Sampler, fünf Singles und zwei Kassetten veröffentlicht. Neben Jochen Distelmeyer gehören auch Bernd Begemann, Frank Spilker von den Sternen und Bernadette La Hengst zu diesem Vorläufer der so genannten Hamburger Schule.

Richtig bekannt wird der Sänger und Texter erst 1990 mit seiner Band Blumfeld. Für die einen schreiben Blumfeld pathetische Volkslieder, für die anderen wichtige Lebenshymnen für den Alltag. Distelmeyer schreibt zuletzt Lieder über den Apfelmann und weiß im laut.de-Interview selber nicht, wie er auf solche Textideen kommt: "Ich schreibe alles auf, was mir so einfällt. Ich spiele zu Hause meine Songs, mit denen ich dann in den Proberaum gehe. Ja und dann spielen wir halt so drauf los und sehen, wo wir damit ankommen."

Neben seiner Blumfeld-Karriere stellt sich Jochen häufig für andere popkulturelle Projekte zur Verfügung. Er spielt Trompete in Stücken von den Goldenen Zitronen und Cpt. Kirk oder singt im Background bei den Lassie Singers. Für einige Blumfeld-Videos übernimmt er die Regiearbeit und zeigt sein Talent für fesselnde Inszenierungen. Dazu gehören "Tausend Tränen Tief" mit Helmut Berger, "Graue Wolken" und "Die Diktatur der Angepassten".

Jochens Texte befassen sich mit der Liebe, aber beschäftigen sich auch oft und gerne mit politischen Themen. Die WM 2006 empfindet er als Gipfel der Unverschämtheit: "Eine sehr unangenehme Situation. Wer auch immer sich da jetzt bemalt oder mit der Flagge wedelt, ob es jetzt Party oder das Widererstarken eines längst verlorenen und unmöglich geglaubten Normalzustands ist, ist mir vollkommen schnurz. Das Ergebnis ist dasselbe. Nur den Leuten scheint nicht klar zu sein, dass zu dem warmen Schoß der nationalen Identität, der scheinbar einzig noch verlässlichen Größe, die den Leuten ein Zusammengehörigkeitgefühl glaubhaft vermittelt, Armeen und Kriege ganz ursächlich und zwangsläufig dazugehören."

Tränen fließen, als Blumfeld 2007 ihre Trennung bekanntgeben. In Freundschaft geht die insbesondere von Intellektuellen geliebte Formation auseinander, um sich anderen künstlerischen Tätigkeiten zu widmen. "Wir waren Blumfeld", sind die letzten Worte von Jochen. Doch bereits im Sommer 2008 geht ein erleichterndes Raunen durch die Republik.

Jochen meldet sich zurück - als Musiker und Schauspieler. Er unterschreibt einen Vertrag bei Columbia Berlin (Sony), die Jochen Distelmeyer als einen der besten deutschen Sänger und Songschreiber titulieren. Zudem soll er seine schauspielerischen Fähigkeiten in der beliebten Krimiserie Tatort unter Beweis stellen, wo er die Rolle eines Lehrers übernimmt. Am Ende sind sich Fans und Presse einig: "Schön, dass er wieder da ist!"

Interviews

Alben

Jochen Distelmeyer - Heavy: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Heavy

Kritik von Matthias von Viereck

Jochen, der alte Knochen ... (0 Kommentare)

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