Porträt

laut.de-Biographie

Joan Osborne

Internationale Bekanntheit erlangt die amerikanische Singer/Songwriterin Mitte der 90er Jahre mit ihrem bislang einzigen großen Hit "One Of Us". Der Stil der Sängerin enthält neben den üblichen Folk-Elementen viele Soul-Einflüsse. Dies zeigt sich an vielen Coverversionen von Künstlern wie Billie Holiday, Etta James und Ray Charles. Nicht nur in den Songs, sondern auch abseits der Bühne vermittelt sie, wie viele andere Künstler des Genres, Botschaften. So tritt sie vor allem für die Rechte der Frau ein, was sich zum Beispiel in ihrem Engagement für die Vereinigung Planned Parenthood Board Of Advocates, die für die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs eintritt, offenbart.

Joan Osborne wird am 8. Julie 1962 in Kentucky geboren. Ihre Karriere nimmt ihren Anfang bei "Open-Mic Nights" in New Yorker Clubs. In die Metropole an der Ostküste kommt sie, da sie zunächst an der New Yorker Filmhochschule studieren möchte. Auch aus Geldmangel versucht sie dann als Sängerin, etwas nebenher zu verdienen. Die meiste Anerkennung erhält sie für eine Interpretation des Billie Holiday-Klassikers "God Bless The Child". Anstatt einen Vertrag bei einem großen Label anzustreben, gründet die Sängerin lieber ihre eigene Plattenfirma "Womanly Hips" auf dem 1992 ihr erstes Album "Soul Show" erscheint, auf dem Live-Aufnahmen mit Eigenkompositionen und Coversongs zu hören sind. Im selben Jahr folgt die EP "Blue Million Miles", bevor sie dann doch beim Majorlabel Mercury unterschreibt. Erst 1995 veröffentlich sie ihre zweite CD "Relish". Die Platte loben die Kritiker zwar in höchsten Tönen, doch vom Publikum wird sie zunächst nicht wahrgenommen. Erst als gegen Ende des Jahres die Plattenfirma das Stück "One Of Us" als Single auskoppelt, schafft sie es bis in die MTV-Rotation. Im März 1996 führt der Titel sogar für zwei Wochen die US-Charts an. Dieser plötzliche Erfolg zieht die Auszeichnung "Platte des Jahres" von Weekly Entertainment und mehrere Grammy-Nominierungen in den Jahren 1996 und 1997 nach sich.

Im Zuge der Nominierungen kommt es zu Protesten von einigen religiösen Gruppen, die in dem Lied "One Of Us" den Ausdruck einer anti-religiösen Haltung sehen. So stößt man sich beispielsweise an der Frage "What if god was one of us?". Komischer Weise interpretieren andere Glaubensrichtungen den Text genau in umgekehrter Weise.

1997 macht sie in den USA viele Auftritte, unter anderem bei der Lilith Fair Package-Tour. Bei einem Auftritt in Texas tritt sie mit einem T-Shirt der Planned Parenthood-Vereinigung auf, da diese rechtliche Probleme in dem Staat hat. Ihre Parteinahme für Familienplanung bei dem Konzert krönt sie mit dem Ausspruch: "Texas, ich bin das Gesicht von Pro-Choice." Diese Stellungnahme zieht 1998 bei einem Auftritt die Blockade der Bühne durch Abtreibungsgegner nach sich.

Bereits 1998 ist ihre nächste Scheibe fertig, doch Mercury Records verschiebt die Veröffentlichung immer wieder. Zum einen ist dem Label wohl der Stil der neuen Lieder zu rockig und kompromisslos und zum anderen ist den Musikmanagern vielleicht das politische Auftreten der Sängerin zu provokativ. Ende 1999 wird der Vertrag aufgelöst und im Jahr 2000 erscheint bei Interscope Records endlich das Album "Righteous", das sich aber nicht sehr gut verkauft. Während der zwei Jahre bis die CD erscheint, arbeitet sie entweder als Produzentin, zum Beispiel für die Holmes Brothers, schreibt Soundtracks oder erhält Einladungen als Gastmusikerin von Leuten wie Isaac Hayes oder Bob Dylan.

Im Jahr 2001 befindet sie sich hauptsächlich auf Tournee, nachdem die Single "Love Is Alive" doch relativ erfolgreich ist. 2002 erscheint das Album "How Sweet Is This" bei der Compendia Music Group, wobei sie ihr eigenes Label Womanly Hips mit einbindet. So hat sie die Möglichkeit, unabhängiger zu agieren. Auf der CD singt sie ausschließlich alte Soul-Klassiker. So etwas ist immer ein riskantes Unterfangen und sie erklärt dazu: Sie hätte nicht die Stücke besser spielen wollen als die Originale, sondern nur anders und zeitgemäß.

Im Jahr 2003 befindet sie sich wieder auf Tournee. Zunächst einmal kurz mit den Funk Brothers (die Studiomusiker des Motown Labels), als Opener für The Other Ones und mit The Dead (den Nachfolgern von The Grateful Dead).

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