Porträt

laut.de-Biographie

Jaysus

Deutschrap kann harte Arbeit sein. 1982 geboren und aufgewachsen im beschaulichen Friedrichshafen am Bodensee, braucht Jaysus etwas länger als andere, um sich im Hip Hop zu finden. Früh erkennt der Sohn mit griechischer Abstammung aber, dass eine Jugend im migrantisch geprägten Stadtteil nicht alles sein kann: "Ich wollte ins Rampenlicht. Wollte die Aufmerksamkeit der Menschen um mich herum."

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Jaysus nimmt 1996 erstmals ein Mikro in die Hand. Fünf Jahre später gründet er zusammen mit Kay One aus dem nahe gelegenen Ravensburg die Rapcrew Chablife. Royal Bunker-Boss und Musikjournalist Marcus Staiger begeistert sich nach Kool Savas' Empfehlung für das Gespann, dem auch noch Scandaliz angehört, und nimmt Chablife unter Vertrag. Zwischen 2001 und 2005 steigt die Gruppe zu vielversprechenden Szene-Newcomern auf.

Jener Teil seiner Laufbahn im leicht profilneurotischen Jaysus-Zitat: "Erzähl' mir nicht, dass du damals in der Rapszene nichts von uns gehört hast. Jeder wusste, wer wir waren. Ein paar Auszeichnungen zur Single des Monats, dem meist erwarteten Album 2004 und Auftritte auf VIVA, N-tv, diversen anderen TV-Sendern und vielen sehr großen Bühnen wie dem Splash."

Dann jedoch brechen Kay One und der Friedrichshafener miteinander. Chablife gehen in die Annalen ein, und auch Royal Bunker verzichtet künftig auf Jaysus' Beiträge. Der gibt sich aber ungebrochen und startet in Nordrhein-Westfalen eine Solokarriere. 2006 erscheint die LP "König Im Süden" bei Shrazy Records. Das Magazin Juice krönt sie zum Streetalbum des Monats.

Weitere Alben folgen in schöner Regelmäßigkeit, während Sound und Image manch radikalen Wandel mitmachen: Mal setzt Jaysus auf Clubsounds, mal markiert er den Gangster, mal parodiert er dieses Image. Hier rappt er Doubletime, dort gibt er den Storyteller. So lässt er sich etwa in einem Musikvideo scheinbar von der Polizei verhaften, um im nächsten Clip den Promostunt als Persiflage auf aufgesetztes Gangstatum zu offenbaren.

Zurück im Schwabenland, ruft Jaysus 2009 gemeinsam mit seinem Bruder Costa in Stuttgart sein eigenes Label MACHT Rap ins Leben. 2013 tütet er damit einen Majorlabel-Vertriebsdeal mit Warner Music ein. Solo läuft es unterdessen – zumindest im Vergleich zum alten Weggefährten Kay One – nur zweidrittelgut.

Während Kay One nämlich bei Bushidos Ersguterjunge Erfolge einfährt, sucht sein ehemaliger bester Freund viele Jahre nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck. "Ich wollte immer irgendwas aufbauen", sagt er selbst dazu. "Ich bin Rapper, Mann, ich bin gar kein Gangster." Im Interview mit Ex-Boss Staiger beweist Jaysus 2011, dass er auf dem Weg der Selbstfindung einige Schritte nach vorne gekommen ist.

Die Krise liegt hinter ihm, die Zukunft leuchtet hell. Neben weiteren Soloreleases macht der große Haftbefehl-Anhänger fortan auch unter dem Namen MRG mit den MACHT Rap-Signings Musiyelago und Rapsta gemeinsame Sache. An Selbstbewusstsein fehlte es Jaysus (im Gegensatz zu hiebfesten Formulierungen) ohnehin nie, denn: "Was ich am Mikrofon abliefere, bringt sowieso jeden Rapper in Verlegenheit."

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