Porträt

laut.de-Biographie

James Dean Bradfield

James Dean Bradfield wird am 21. Februar 1969 in Pontypool, Blackwood, Wales geboren. Schon während der Schulzeit gilt er als introvertiert und wirkt fast noch sonderbarer als Woody Allen. Sein Vater will ihn tatsächlich als Clint Eastwood Bradfield taufen, doch seine Mutter kann das gerade noch verhindern und lässt James Dean, ein weiterer Lieblingsschauspieler des Papas, gerade mal durchgehen. Mit diesem Namen steht der Popstarkarriere wohl kaum was im Wege.

Anfangs träumt er noch von einer politischen Laufbahn. Doch sehr bald entdeckt er seine größere Vorliebe für den Punkrock. The Clash gehört zu seinen ersten Lauschangriffen, "London Calling" zählt zu seinen Favoriten. Kurze Zeit später lernt er anhand von Guns'n Roses-Songs das Gitarrenspiel. Als Straßenmusiker bekommt er die erste Aufmerksamkeit. Jeden Samstag spielt er in den Straßen von Cardiff, und so entsteht auch der Name seiner späteren Band. Ein alter Landstreicher sieht und hört ihn jedes Mal und nennt ihn schlicht "The Manic Street Preacher".

In London starten die Manic Street Preachers Anfang der 90er Jahre ihre Karriere. Sie nisten sich eine ganze Weile bei ihrem Freund und Mentor Phillip Hall ein. Anfangs noch gehasst und auf der Bühne mit Bierflaschen beworfen, entwickeln sie sich im Laufe der Jahre zu mehr als einer anerkannten Kultband. Nach 15 Jahren Erfolgsgeschichte, neun Longplayern, Höhen- und Tiefen, Freude und Schmerz, ist und bleibt Sänger und Gitarrist James Dean Bradfield der Workaholic der Manics und sieht sich lieber 18 Monate im Studio, als auf dem Golfplatz.

Immer wieder redet die Presse von Trennungsgerüchten, aber James, Nicky Wire und Sean Moore fühlen sich nach wie vor wie eine Jugendclub-Band. Nach "Lifeblood" (2004) sind sie bereit für ein neues Studioalbum. Zunächst wollen sie sich aber endlich einmal an ein Versprechen halten. Nach beinahe zwei Jahrzehnten des Erfolges, des Kummers, der Verwirrungen und Inspirationen werden die Fans eine Weile Ruhe vor ihren geliebten Rockmelancholikern haben.

Die Manic Street Preaches legen eine Pause ein, kein Grund allerdings für Sänger und Gitarrist James Dean Bradfield die Hände in den Schoß zu legen. Musik gehört zu seinem Leben. Irgendwann packt jeder mal seine Koffer, um endlich das zu machen, was er schon immer machen wollte. Zum Beispiel einen Alleingang durch die Weiten der Pop- und Rockgeschichte. Während der zweijährigen Bandpause veröffentlicht der Waliser sein Solodebüt "The Great Western" und fühlt sich in der Rolle des einsamen Cowboys hörbar wohl.

Für die Aufnahmen zieht er sich in ein kleines Studio im Londoner Stadtteil Hoxton zurück, in Cardiff werden weitere Parts aufgenommen, dem selben Studio, wo bereits die Manics "The Holy Bible" (1994) produzieren. "The Great Western" ist eine ganz persönliche Offenbarung, die neben der gewohnten Melancholie vor allem den 70er Jahre Rocksound durchschimmern lässt. Seine stets offene Art, Erlebnisse in Songs zu verarbeiten, hört man bereits in der hoch gelobten Single "Ocean Spray" (2001), die sich mit dem Tod seiner Mutter auseinandersetzt.

Inspiration, sowohl inhaltlich als auch musikalisch, findet James bei Künstlern, die ebenfalls einen Alleingang wagen. Bei John Cales "Paris 1919" gefällt ihm besonders der düstere Ton, Melodien, in denen man sich verlieren kann. Egal, was er macht, es klingt immer walisisch. Ein weiterer Einfluss ist die Melancholie in Badfinger-Frontmann Pete Hams Solowerk. Mit zahlreichen Künstlern arbeitet Bradfield zusammen. Zum Beispiel für Tom Jones "Reload"-Album, Kylie Minogues "Impossible Princess", für Massive Attack fertigt einen Remix an ("Inertia Creeps").

Für "The Great Western" pendelt James zwischen London und Cardiff, während der Zugfahrten entstehen die meisten Songideen. Zu Beginn fühlt sich sein Alleingang wie ein Seitensprung an. Manics Kollege Sean Moore soll ein paar Schlagzeugpassagen beisteuern, doch die Bandpause nutzt er lieber für sein neugeborenes Kind. James spielt alle Gitarren, Bassspuren und Keyboard Sounds selbst ein. Sein "Baby" platziert sich gut in der Kritik, die Premiere der Single "That's No Way To Tell A Lie" läuft auf Janice Longs Show, Radio 2, bemerkenswert an.

Manic Street Preacher-Fans schließen Mr. Bradfield auch solo sofort in ihr Herz. Und spätestens mit dem letzten Song auf der Platte "Which Way To Kyffin", der im übrigen dem englischen Landschaftsmaler Kyffin Williams gewidmet ist, wartet es sich auch leichter auf das nächste Bandalbum. Denn keine Panik, eine Auflösung der Band ist nicht in Planung. Die Britrock-Helden melden sich sehr bald im Dreierpack wieder!

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