Porträt

laut.de-Biographie

Jacques Dutronc

Mit Ausnahme von Yves Montand gibt es wohl nur wenige Stars aus Frankreich, die sowohl im Film- als auch im Musikgeschäft eine bemerkenswerte Karriere hingelegt haben. Jacques Dutronc ist einer von ihnen. Spätestens seit seiner Hochzeit mit der Sängerin Francoise Hardy zählt er zu den berühmtesten Personen der Republik.

Es sind vor allem die späten 1960er Jahre, in denen sich der am 28. April 1943 in Paris geborene Dutronc seinen guten Ruf erarbeitet. Vier Jahre bevor 1966 sein unglaublich erfolgreiches Debütalbum "Et Moi, Et Moi, Et Moi" erscheint, gründet er die Band El Toro Et Les Cyclones. Dutronc steht auf die neue Rock'n'Roll-Welle und übt fleißig erste Songs auf der Gitarre. Einer seiner Bekannten, Johnny Halliday, schafft als "französischer Elvis" kurz darauf den nationalen Durchbruch.

Dutronc dagegen wird vom Militär einberufen und leistet seinen Wehrdienst in Deutschland ab. Kaum wieder zurück, stürzt er sich ins wilde Nachtleben von Paris. Über einen Gitarristenjob für Eddy Mitchell ergattert er schließlich einen Job als A&R und Songwriter für das Vogue-Label.

Dort ist er maßgeblich am Erfolg der aufstrebenden Sängerin Francoise Hardy beteiligt, der er einige Hits auf den Leib schreibt ("Va pas prendre un tambour", "C'est le temps de l'amour").

Doch bald schlägt Dutroncs eigene große Stunde: Auf 1965 datiert die schicksalshafte Begegnung mit dem Texteschreiber Jacques Lanzmann, mit dem Dutronc in den folgenden zehn Jahren die erfolgreichsten Songs seiner Karriere komponiert. Darunter auch der Klassiker "Il est cinq heures, Paris s'éveille" ("Es ist fünf Uhr, Paris erwacht"), der in einer französischen Umfrage Ende der 2000er Jahre zum "besten Song der letzten 40 Jahre" gewählt wird.

Mit den sieben Studioalben, die Dutronc bis 1975 veröffentlicht, und die 2009 im opulenten Boxset "Les Années Vogue" erneut erscheinen, wird er zum großen Beat- und Chanson-Idol.

Selbst US-Schauspieler Johnny Depp outet sich 2008 im Rolling Stone als glühender Dutronc-Fan: "1966 betrachtete man die Rolling Stones als gefährlich, aber erst wenn man heute Songs aus dieser Zeit hört, wird klar, wie subversiv die Sachen von Dutronc/Lanzmann waren. Für mich waren die beiden sowas wie die ersten Punks."

Selbst wenn Ehefrau und Dutronc-Liebhaberin Vanessa Paradis der Hollywood-Legende diese Lobpreisungen eingeflüstert haben sollte, sie treffen einen Kern. In ihren frühen Garage Rock-Songs verpacken Dutronc und Lanzmann Ironie, Sarkasmus und eine Prise Nihilismus. Der Sound erinnert dabei am ehesten an die British Beat-Vorreiter Kinks.

Dutronc selbst spielt die Rolle des provozierenden Playboy-Rebellen, der sich entgegen der aufkeimenden Hippie-Mode in feine Anzüge wirft und öffentliche Auftritte als Dandy mit Zigarre im Mundwinkel zelebriert.

In den 70er Jahren startet er eine Filmkarriere, die sein Schaffen als Musiker bald in den Schatten stellt. Er arbeitet mit einigen der größten Regisseure Frankreichs, darunter Michel Deville, Claude Chabrol und sein Cousin Claude Sautet und dreht mit Romy Schneider, Isabelle Huppert und Caterine Deneuve. 1992 erhält er den César als bester Hauptdarsteller in Maurice Pialats "Van Gogh".

Dutroncs düsteres, Trip Hop angehauchtes Studioalbum "Madame L'Existence" wird 2003 zur letzten gemeinsamen Arbeit mit seinem langjährigen Songwriting-Partner Lanzmann. Drei Jahre später stirbt der Texter. Dutronc lebt mit seiner Frau Francoise Hardy abwechselnd in Paris und auf Korsika. 2010 absolviert er seine erste große Tournee seit 1993 mit Konzerten in Frankreich, der Schweiz und Belgien.

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