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Es gibt Menschen, die sich unerhörten Strapazen unterziehen, um vor laufender Kamera eine Platte zu veröffentlichen, ihr Privatleben zu verlieren und von Kritikern in den Mülleimer geschoben zu werden. Andere arbeiten von ihren Wohnzimmer aus, kümmern sich nicht um ihr Image und müssen sich plötzlich mit Angeboten und Interviewanfragen auseinander setzen. Sam Beam ist ein Mensch der zweiten Sorte.
In Columbia, South Carolina geboren, studiert er Filmkunst in Virginia und Florida. Nach dem Abschluss zieht er nach Miami, wo er mit Frau und Kindern wohnt und Filmkunde an der Florida State University unterrichtet. Eine Biografie, die zu seinem Erscheinungsbild passt.
In seiner Freizeit zieht er sich jedoch ins Wohnzimmer zurück und nimmt mit spärlicher Eigenbegleitung selbst geschriebene Lieder auf. Eines seiner Stücke landet auf dem Sampler einer Zeitschrift aus Seattle und macht Jonathan Poneman, den Plattenchef von Sub Pop, auf ihn aufmerksam. "Die schönste und verführerischte Musik, die ich in den letzten Jahren gehört habe", urteilt er, und fordert mehr.
"Nachdem wir ihn monatelang genervt hatten, schickte er uns zwei CDs voller Material", erinnert sich Poneman, der immerhin schon Nirvana im Katalog hatte. Eine Auswahl erscheint auf dem Debütalbum "The Creek Drank The Cradle" (2002) und der EP "The Sea & the Rhythm ". Beide erhalten sehr gute Kritiken und bringen Beam Vergleiche mit Nick Drake, Leonard Cohen und Neil Young ein.
"Jeder fragt mich, wie es sich anfühlt, so etwas wie ein Rockstar zu sein. Ehrlich gesagt, kann ich keinen Unterschied feststellen", erklärt Beam in einem Interview. Eine unspektakuläre Sicht der Dinge, die sich auch in seinem Bandnamen widerspiegelt. "Ich arbeitete an einem Film für die Uni und betrat einen Laden für landwirtschaftlichen Bedarf. Dort gab es ein Proteinzusatz namens 'Beef, Iron, and Wine'. Eine interessante Wortkombination, wenn man das 'Beef' weglässt", erklärt er den Ursprung.
Während der vorlesungsfreien Zeit begibt sich Beam auf US-Tour und macht sich in einschlägigen Kreisen landesweit einen Namen. Mit seiner Liveband, der auch seine Schwester Sara angehört, nimmt er anschließend sein zweites Album "Our Endless Numbered Days" (2004) auf. Wieder aus eigenem Material zusammen gesetzt, entsteht es sowohl im eigenen Wohnzimmer als auch im Studio unter der Führung des Produzenten Brian Deck.
Nach einem Beitrag zur Komödie "In Good Company" (2004) veröffentlicht Beam 2005 eine EP mit dem Titel "In The Reins" in Begleitung von Calexico. 2007 erscheint sein drittes Album "The Sheperd's Dog", das rockiger ausfällt als seine Vorgänger.
Nach einer kreativen Pause kommt 2009 die Raritätensammlung "Around The Well" auf den Markt. Neues Material findet man dann Anfang 2011 auf seinem vierten Album "Kiss Each Other Clean".
Der Longplayer zeigt Beams musikalische Ausdifferenzierung sehr deutlich. Weniger geradliniger Folk, sondern mehr Mut zu Experimenten mit Beats und Synthesizern. Auch genreübergreifende Einflüsse finden ihren Weg in das Album.
The Sheperd's Dog (2007)
The Sea & the Rhythm (EP) (2003), The Creek Drank The Cradle (2002)
Einfach gestaltet, mit Bildern, Tourdaten und vereinzelten Downloads.
http://www.ironandwine.com
Pressemeldungen und Konzerttermine auf seinem Profil bei 4AD.
http://www.4ad.com/iron-and-wine/profile/
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