Porträt

laut.de-Biographie

Ingrid Michaelson

"Ich hatte einen Drei-Jahres-Plan, und wir haben all die gesteckten Ziele in zehn Monaten erreicht", erläutert die 1979 in New York City geborene und lebende Singer/Songwriterin mit dem von ihr so bezeichneten Bibliothekarinnen-Chic rückblickend ihren Anspruch, mit ihrem zweiten Album "Girls And Boys" den musikalischen Durchbruch zu schaffen. 2005 steht sie mit ihrem Folkpop noch ohne Plattenvertrag da und entschließt sich, die Songs von "Girls & Boys" auf ihrer MySpace-Seite zu präsentieren.

Dass die Inhaberin einer US-Musik-Lizenzfirma auf ihre Lieder stößt, erweist sich als Glücksfall für Ingrid Michaelson. Bereits zwei Monate später läuft ihr Song "Breakable" in einer Episode der Serie "Grey's Anatomy", vier weitere schließen sich an und zementieren Michaelsons Erfolgsgeschichte und ihren Einstieg in das lukrative Musikbusiness.

Die Tochter eines Komponisten und einer Bildhauerin wächst in Staten Island in einem dementsprechenden musischen Umfeld auf, nimmt mit fünf Jahren Gitarren- und später Geigen- und Gesangsunterricht und bringt sich selbst das Gitarrespielen bei. Trotz ihrer Musikbegeisterung entscheidet sie sich vorerst für ein Theater-Studium, gibt den Traum einer Schauspieler-Karriere bald nach ihrem Abschluss auf und tourt stattdessen mit einem Ensemble, das Kinderstücke inszeniert, durch die USA. Währenddessen widmet sie sich zunehmend dem Songwriting, das im Kollegenkreis auf positive Resonanz stößt.

Anschließend tritt sie ab 2002 mit ihren Songs einmal wöchentlich in der Kaffee-Bar Muddy Cup in Stapleton auf. 2003 hat sie ihr erstes Album "Slow The Rain" produziert und in den USA 2005 auf ihrem eigenen Label Cabin 24 Records veröffentlicht. Dass der Weg zur erfolgreichen Musikerin kein leichter sein würde, hat Ingrid in jener Zeit erfahren: "Ich habe ziemlich schnell gelernt, dass an einem guten Ort aufzutreten nicht gleichbedeutend damit ist, dass auch Menschen kommen, um dir zuzuhören."

Die MySpace-Präsentation öffnet ihr schließlich alle Türen; Frau Michaelson erweist sich zudem als intelligente Geschäftsfrau, die einen ihrer Songs für einen Werbespot eines Modelabels verkauft, was sie ganz unsentimental rechtfertigt: "Die Leute denken, dass du als Musiker, sobald du eine MySpace-Seite hast, schon reich bist. Ich lebt in einem Apart mit Kakerlaken und Ratten, bevor der erste meiner Songs bei 'Grey's Anatomy' lief. Und solange man niemanden damit verletzt oder Sachen wie Wal-Mart unterstützt, finde ich das vollkommen in Ordnung."

Das Erfolgsalbum "Girls And Boys" (Cabin 24 Records) veröffentlicht sie erstmals 2006, 2007 schließt sich eine Wiederveröffentlichung an. In Deutschland kümmert sich Vertigo um ihre Belange und bringt das Werk Ende 2008 auf den Markt, dem sich ein Jahr später "Everybody" anschließt.

Mit "Be OK" (2008) setzt sie ihre Popularität kariakativ ein und stellt dieses Werk mit Cover- und Live-Versionen der Organisation "Stand Up For Cancer" zur Verfügung und komponiert gemeinsam mit Sara Bareilles das Stück "Winter Song" für ein weiteres Benefiz-Album.

Stilistisch hat sich Ingrid Michaelson einst an Künstlerinnen wie Fiona Apple und Tori Amos orientiert, textlich hat sie sich später von Regina Spektor oder Death Cab For Cutie beeinflussen lassen.

Mit ihrem mal melancholischen, mal mitreißenden Indie-Folkpop hat die New Yorkerin ihren Weg gefunden und ist dabei ganz sie selbst geblieben: "Ich versuche nur, authentisch zu sein. Ich habe einen außergewöhnlich intensiven Draht zu Menschen, besonders bei meinen Live-Shows. Und ich möchte diese Menschen mit meinen Liedern berühren."

Alben

Ingrid Michaelson - Everybody: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2009 Everybody

Kritik von Martin Leute

Der Bibliothekarinnen-Chic und der Indie-Charme sind weg. (0 Kommentare)

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