Porträt

laut.de-Biographie

Heavy Blanket

Eine Tuba als Bong zu missbrauchen, gefiel dem Leiter der örtlichen Blaskapelle wohl nicht so gut. Er schmiss Johnny Pancake und Pete Cougar kurzerhand raus. Also gründeten die beiden in Amherst, Massachusetts ansässigen Musiker selbst eine Band.

Die bestand zunächst nur aus Rhythmussektion. Bis 1984 Gitarrist J Mascis gelangweilt vom Hardcore seiner damaligen Formation Deep Wound war und etwas Neues ausprobieren wollte. Er erinnerte sich an die beiden Kiffer aus Highschoolzeiten, die er damals aufgrund ihrer "who gives a shit"-Attitüde bewunderte. Mit genau diesen Typen wollte er Musik machen.

Schnell entstanden sechs Songs, und Heavy Blanket fassten einen Studiotermin ins Auge. Doch stieß sich Johnny beim Schwimmen in einem alten Steinbruch den Kopf und ertrank beinahe. Die Genesung ging schleppend voran, das Bassspiel musste Pancake aufgeben. Er wurde zum Einsiedler und zog sich in den Keller seiner Großmutter zurück. Pete Cougar wanderte nach Ohio aus, um dort im Second Hand-Shop seines Onkels zu arbeiten und verbrachte einige Zeit wegen gefälschter Rechnungen im Gefängnis. Mascis gründete Dinosaur Jr.

Nachdem sich das Trio jahrelang aus den Augen verloren hatte, kam es 2011 zu einem unverhofften Wiedersehen. Beim Skifahren in Stowe trifft Mascis auf Johnny, der dort als Pistenpfleger sein Geld verdiente. Davon überzeugt, die Intriganten bei Pearl Jam hätten seinen damaligen Unfall verursacht, bettelte er Mascis an, ihre alte Band wiederzubeleben. Es sei die einzige Möglichkeit ihnen eins auszuwischen.

Einen kurzen Blick in die Gefängnisakten von Ohio später war auch Pete gefunden. Der holte sich die Genehmigung seines Bewährungshelfers ein, enterte einen Greyhound und düste mit einer Kasette im Schlepptau (der einzigen existierenden Aufnahme der Heavy Blanket-Tracks) los.

2012 erblickt dann tatsächlich "Heavy Blanket" das schummrige Licht der Plattenladenwelt. Sechs Tracks mit dröhnendem Rhythmusfundament und Mascis psychedelischer Saitenvirtuosität. Letzterer schließt sich im selben Jahr unter dem Namen Heavy Blanket mit Earthless zusammen und zelebriert auf dem Roadburn Festival einen einstündigen Jam. Dieser erscheint zwei Jahre darauf als das zweite Heavy Blanket-Release unter dem Namen "In A Dutch Haze". Heavy Blanket sind so lebendig wie nie zuvor.

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