Porträt

laut.de-Biographie

Hamlet

Die spanische Metalszene ist in Zentraleuropa eher weniger bekannt. So wundert es kaum, dass man mit Hamlet vornehmlich den Dänenprinzen aus Shakespeares gleichnamigem Stück verbindet.

Hamlet - La Puta Y El Diablo Aktuelles Album
Hamlet La Puta Y El Diablo
Die Südeuropäer ringen um treffsichere Hooks.

Das dürfte sich auch in Zukunft nicht ändern, doch als Metal-Fan könnte man wissen, dass Sänger J. Molly, die beiden Gitarristen Luis Tárraga und Pedro Sánchez, Basser Augusto Hernández und Drummer Javier Carluccio eine Band gleichen Namens 1987 in der spanischen Hauptstadt Madrid gründeten. Musikalisch konzentrieren sie sich anfangs noch auf klassischen Hardrock, gehen später aber in eine Mischung aus groovigem Metal und Hardcore über.

Nachdem die schlicht "Hamlet" benannte EP 1991 vom Sound her so mies klingt, dass sich selbst die Band schämt, stellen sie 1992 ihr Debüt "Peligroso" in die Läden. An den Drums sitzt mittlerweile Paco Sánchez, der Sound kommt bereits eine Spur härter. In Sachen Härte legen sie auch für den Nachfolger "Sanatorio De Muñecos", den sie in Florida in den legendären Morrisound Studios aufnehmen, deutlich drauf. Das Album markiert weitgehend den Sound von Hamlet, die in ihrer spanischen Muttersprache singen.

Nachdem sie für das folgende Album ebenfalls den Mix in Florida erledigen lassen, greifen Hamlet mit Colin Richardson (Kreator, Nevermore, Machine Head) auf einen weiteren Star-Produzenten zurück. Für das sechste, selbstbetitelte Album landen sie bei Locomotive Records, die 2003 auch die erste Doppel-Livescheibe "Directo" samt Live-DVD veröffentlichen. In Spanien ist das Quintett eine recht angesagt Nummer, muss sich mit dem schwer von Machine Head beeinflussten Sound im Rest Europas aber nach wie vor mit einem Underground-Status zufrieden geben.

Bassist Augusto bleibt im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben, Álvaro Tenorio übernimmt. In der neuen Besetzung spielen sie "Syberia" ein, auf dem die Spanier versuchen, sich deutlich radiotauglicher zu präsentieren. Der Versuch geht nach hinten los, weshalb man auf "Pura Vida" 2006 gleich mal wieder härtere Töne anschlägt und den Mix einmal mehr in die Hände von Colin Richardson legt.

Der internationale Durchbruch bleibt trotzdem aus, und es kriselt auch intern. Gitarrist Pedro macht sich davon und übergibt an Javier Rocarbeti. Doch auch mit dem Label geht es bergab, und Hamlet sind gezwungen, sich neu zu orientieren: Die neuen Songs werden von Logan Mader (Gojira, Cavalera Conspiracy, Divine Heresy) in Los Angeles abgemischt. Schließlich landet die Band einen Deal bei Roadrunner, die "La Puta Y El Diablo" Mitte Januar 2010 veröffentlichen. An der zweiten Gitarre ist inzwischen Alberto Marín dabei, Javier hat seinen Job wieder quittiert. Der darf auf den Europadates mit Sepultura im April zeigen, dass er zur Band passt.

In Spanien ist das Quintett längst eine recht angesagt Nummer, müht sich mit dem schwer von Machine Head beeinflussten Sound im Rest Europas aber nach wie vor, dem Underground-Status zu entkommen.

Alben

  • Hamlet@MySpace

    Slay my prince, it's MySpace.

    http://www.myspace.com/hamletirracional

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