Porträt

laut.de-Biographie

Grenouer

Auch wenn man in Europa davon nicht allzu viel mitbekommt, aber in Russland gibt es durchaus eine lebendige und aktive Metalszene. Der entstammen auch Shouter Andrey 'Ind' Merzlyakov, Gitarrist Igor Klimov, Basser Viatcheslav Koltchin und Drummer Sergey Lialin.

Das Quintett ruft Grenouer Ende '92 im heimischen Perm im westlichen Ural ins Leben und zockt anfangs noch recht traditionellen Death Metal mit leichtem Grindcore-Einschlag. Eine erste Kostprobe davon geben sie schon im folgenden Jahr mit dem Demo "The Death Of A Bite", mit dem sie in kurzer Zeit eine treue Fanschar aufbauen. Bis zu ihrem offiziellen Debüt namens "Border Of Misty Times" vergehen aber noch einmal drei Jahre.

Die Platte nehmen sie im Aria Studio in Moskau auf, wo eigentlich alle namhaften russischen Bands zu der Zeit ihre Scheiben einspielen. Inzwischen lassen sie auch ein paar Thrash-Elemente in ihren Sound einfließen, orientieren sich aber immer noch eher an Death Metal Bands aus Polen oder Tschechien. Das Album erscheint über Metal Agen Records und die ersten 5.000 Pressungen sind relativ schnell ausverkauft. Inzwischen haben sie deutlich mehr Möglichkeiten, live zu spielen und organisieren auch selbst eine ganze Reihe an kleineren Festivals, die Bands und Fans aus ganz Russland ziehen.

Bevor sie sich 1998 an die Aufnahmen zu "Gravehead" machen, wechseln sie Igor gegen Alexander Schatov aus. Wieder sind sie in den Aria Studios und öffnen sich auf ihren neuen Kompositionen auch diversen Black Metal-Klängen. Außerhalb Russlands interessiert das bislang zwar noch kaum jemanden, doch national entwickeln sie sich mehr und mehr zu einer festen Größe. Dabei schadet es natürlich nicht, dass auch die heimischen Medien langsam aber sicher auf das Quartett aufmerksam werden.

Alexander bleibt nicht lange bei Grenouer und gibt für das dritte Album "The Odour O' Folly" an seinen Namenskollegen Alexander 'Motor' Sokolov ab. Den Russen gelingt es mehr und mehr, eine gewisse Eingängigkeit in ihre Songs zu bringen und auch die Coverversion von A-Has "Take On Me" entwickelt sich schnell zum Livehit. Zum mastern schicken sie ihre Scheibe nach Finnland zu Anssi Kippo, der sich mit den Arbeiten für Children Of Bodom einen Namen gemacht hat. Eine Zeit lang haben sie mit Denis Davidoff live sogar einen zweiten Gitarristen dabei, doch das geht nicht lange gut.

Inzwischen haben Ind und Motor noch ein Nebenprojekt namens C.O.D. ins Leben gerufen, dass sich mehr mit Industrial-Klängen beschäftigt. Außerdem spielen Grenouer 2002 noch zwei Split-Scheiben mit Thron ein, die jedoch nur auf Tape erscheinen, und schieben im folgenden Jahr sogar noch eine weitere hinterher. Für "Presence With War" stehen sie also wieder als Quartett im Studio und lassen das Mastern dieses Mal in den Finnvox Studios erledigen. Mit der Scheibe touren sie ausgiebig durch die ehemalige UdSSR und siedeln anschließend geschlossen nach St. Petersburg über. Das scheint Drummer Sergey nicht wirklich zu schmecken, denn er steigt bei Grenouer aus und gibt seine Sticks an Ilja 'Grave' ab.

Nachdem sie 2005 eine EP namens "TRY" aufgenommen haben, wollen sie eigentlich in den Astia Studios in Finnland ihr nächsten Album einspielen. Allerdings vernichtet eine Brand in ihrem Proberaum sämtliches Equipment der Band, weshalb sich die Arbeiten deutlich verzögern. Dafür legt das russische Label Metalism das Debüt der Band nochmal neu auf und macht es auch international zugänglich. Nachdem sie sich wieder einigermaßen mit Instrumenten und Technik ausgestattet haben, geht es wieder an die Aufnahmen zu ihrem fünften Album, das ebenfalls den Namen "TRY" trägt, die drei Songs der EP beinhaltet und über Casket Records erscheint.

Mittlerweile habe sich auch bei Grenouer diverse Industrial-Elemente eingeschlichen, die ihren Sound in die Nähe von Bands wie Fear Factory und Meshuggah bringen. Vor allem Shouter Ind hat schwer an seinem Gesang gearbeitet, der inzwischen deutlich variabler ist als früher. In die Richtung gehen sie weiter und wollen mit ihrer nächsten Veröffentlichung vor allem den internationalen Markt knacken. Dazu treten sie mit diversen Labels in Verhandlung und unterzeichnen schließlich bei Locomotive Records. Dort erscheint Mitte Juni 2008 auch "Lifelong Days", zwei Monate später kommt die Scheibe auch in den USA auf den Markt.

Mit RT (Ex-Abortarium/Apokefale) haben Grenouer inzwischen wieder ein fünftes Bandmitglied, mit dem sie auch schon auf dem We Play You Die-Festival in Moskau aufgetreten sind und auch eine Support-Show für Testament abgeliefert haben.

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