Porträt

laut.de-Biographie

Gotye

Hinter dem Künstlernamen Gotye verbirgt sich der am 2. Mai 1980 im belgischen Brügge geborene Wouter DeBacker, der im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Australien auswandert, wo man sich in Melbourne niederlässt.

Während die Eltern die Leidenschaft zu Folk und klassischen Chorälen der europäischen Musiktradition verbindet, richtet sich die erste Leidenschaft des zwölfjährigen Wouter auf den britischen Pop mit Rave-Einschlag der frühen 90er-Jahre. Besonders angetan zeigt er sich von The KLF.

Als Sechzehnjähriger überzeugt der begeisterte Trommler seine Eltern, ihm endlich ein Schlagzeug zu besorgen. Seit 2002 ist er dann als Drummer neben Tim Heath und Kris Schroeder in der Indiepop-Band The Basics aktiv, mit der er zwei Alben ("Stand Out/Fit In" und "Get Back") auf den Markt bringt.

Die Namensgebung für sein Soloprojekt Gotye ergibt sich aus dem Wort "Gaultier", der französischen Entsprechung seines flämischen Namens Wouter. "Das schien gut zu meiner Musik zu passen", erläutert er, "etwas Altes aus meiner Vergangenheit zu nehmen, es zu modifizieren und es neu zusammenzusetzen."

Dass Gotye seine Songs fast ausschließlich mit Samples ausstaffiert, ist weitgehend auf den Wegzug seiner australischen Nachbarn im Jahr 2000 zurückzuführen, der gehörige Auswirkungen auf Wouters Sound-Horizont haben sollte: "Sie hatten eine riesige Sammlung an aussortiertem Vinyl, die der Mann nicht mitnehmen wollte. Eines Tages kam er vorbei und sagte: 'Ich weiß, dass du Musiker bist, willst du die haben?'"

Zur jener Zeit hat sich Wally, wie er von seinen Freunden genannt wird, bereits einen Computer mitsamt Soundcard und Mikrophon zugelegt. So ist es ihm möglich, Songs seiner Grunge-Band Downstairs aufzunehmen, für die er als Schlagzeuger aktiv ist.

Bevor es zu Aufnahmen kommt, lösen sich Downstairs jedoch auf. Stattdessen leiht ihm ein Freund eine DJ Shadow-Platte und ermuntert Wally, Sample-Material aufzunehmen. Fortan nimmt er unterschiedlichste Stücke der Musikgeschichte auseinander, schneidet sie sich experimentierfreudig zurecht, versetzt sie mit seinen eigenen Ideen und untermalt sein Songwriting mit den entstehenden Samples.

Daraus resultiert Gotyes Debüt "Boardface", das der Australier 2004 als Self-Release veröffentlicht. Erste Popularität erlangt er über den australischen Radiosender Triple J, der einige seiner Songs spielt. Von einer erfolgreichen Karriere kann aber noch nicht die Rede sein, nach wie vor verdingt er sich als Kellner oder Bibliothekar.

Der Durchbruch gelingt ihm erst mit dem Zweitling "Like Drawing Blood", das von Francois Tétaz (Architecture in Helsinki) gemischt und gemastert wird. In Australien erscheint das Werk bereits 2006 auf dem lokalen Label Creative Vibes.

Im gleichen Jahr nominiert Triple J das Album für einen J Award, Gotye erhält außerdem eine Nominierung von der Australian Recording Industry (ARIA Award) für die "Beste Independent-Veröffentlichung" und gewinnt die Trophäe als "Most Outstanding New Independant Artist" der Australian Independant Record (AIR) Chart Awards. Im September 2007 kürt ihn diese Institution schließlich zum "Best Male Artist".

Im Juli 2007 erscheint in Australien "Mixed Blood", ein Remix- und Cover-Album von "Like Drawing Blood", auf dem sich Künstler wie Joe Hardy, Karnivool, Infusion oder Inga Liljeström der Stücke Gotyes annehmen. Nach unzähligen Telefongesprächen nimmt ihn schließlich das UK-Label Lucky Number auch für Europa unter Vertrag.

"Es war eine verrückte Zeit", reflektiert Wally. "Anfang 2006 habe ich nicht davon geträumt, ein Vollzeit-Musiker zu werden, geschweige denn, meine Musik auch außerhalb Australiens zu veröffentlichen." Heute ist er aufgrund seiner Sample-Künste und Stilvielfalt in Europa wie anderswo als australischer Beck verschrien.

Für sein Drittwerk nimmt sich Gotye fast zweieinhalb Jahre Zeit. Er will sich und seine Musik verändern. Von Melbourne zieht es ihn zu seinen Eltern zurück nach Mornington, Virginia, wo er in einer großen Scheune Quartier bezieht und sich mit den Arbeiten zum "Like Drawning Blood"-Nachfolger beschäfftigt.

"Making Mirrors" erscheint Ende 2011. Gotye setzt dabei vermehrt auf physische und akustische Instrumente: "Viele davon habe ich Note für Note gesampelt und sie so in virtuelle Instrumente umgewandelt. Es ist ein langsamer und anstrengender Prozess, aber er kann den Klang eines Instruments komplett verändern und auch die Art, wie man es spielt."

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Köln, 2012 Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln

Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Gotye zu Gast in der Live Music Hall Köln, Köln, 2012 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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